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Aus der Stadt 180.000 Besucher beim Lister-Meile-Fest in Hannover
Hannover Aus der Stadt 180.000 Besucher beim Lister-Meile-Fest in Hannover
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22:13 19.06.2011
Von Bärbel Hilbig
40 Jahre Lister Meilenfest. Die Macher Enzo Fumiento, Klaus Eberitzsch und Henner Fastje. Hannover am 18. Juni 2011. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

„Wir sagten uns, einmal und nie wieder. Es war eine irre Arbeit“, erinnert sich Klaus Eberitzsch von der Buchhandlung Leuenhagen & Paris. Vor 40 Jahren war der U-Bahn-Bau gerade abgeschlossen, die „Gegend hintern Bahnhof“ galt noch nicht als begehrte Adresse. Die Geschäftsleute, deren Läden lange durch die Bauarbeiten beeinträchtigt waren, ersannen das Anliegerfest, um ihr Quartier aufzuwerten. Das gelang – und wie zufällig entwickelte sich die Lister Meile nach und nach zu einer der bekannteren Straßen der Stadt.

Die Veranstaltung von der Dimension eines mittelgroßen Schützenfestes wird weiterhin von unermüdlichen Aktivisten des Vereins „Aktion Lister Meile“ organisiert. Die Geschäftsleute locken damals wie heute mit Rabatten, aber vor allem zieht die Musik die Menschen auf die Meile. Es gibt viel Rock in jeder Spielart, aber auch Shantys, Folk, Funk und Soul. Dem Publikum gefällt’s – auch weil man merkt, dass die Bands mit viel Spaß bei der Sache sind. Seit rund 20 Jahren kümmert sich Enzo Fumiento, Wirt der urigen Kneipe „Rumpelkammer“ am Lister Platz, um das Musikprogramm, das auf inzwischen vier großen Bühnen von Freitagnachmittag bis Sonntagabend lief. Manches ist vor allem laut, und nicht jeden Cover-Titel würde man wiedererkennen, wenn die Ansagen nicht wären. Die feierfreudigen Zuhörer sehen das nicht so eng. Seit einigen Jahren bringt Enzo auch Jugendbands auf die Bühne, „damit sie ein Gefühl dafür kriegen, wie es sich vor großem Publikum spielt“.

Trotz der überregionalen Bedeutung mit 300.000 Besuchern im vergangenen Jahr, schafft das Fest den Spagat und bleibt zugleich ein Treffpunkt für die Nachbarn im Stadtteil. Die Elternvereine von Schulen und Kitas verkaufen Leckereien, um ihre Kasse aufzubessern. St.-Josef-Gemeinde und Markuskirche sind mit von der Partie, in diesem Jahr auch mit einem Gospelgottesdienst auf der Meile. Und wenn um 22 Uhr die Musik abgedreht wird, feiern manche weiter bis in die Morgenstunden.

Polizist Ralf Müller, der mit anderen für die Sicherheit auf der Lister Meile sorgt, sieht das entspannt. Beim Fest ist der Kontaktbeamte zum zehnten Mal dabei und hebt Kinder aufs Polizeimotorrad. Den Kontaktbeamten kennt fast jeder, der rund um die Meile wohnt, und so ergibt sich schnell ein Klönschnack mit Bürgern aus einer Seniorengruppe oder Eltern der umliegenden Schulen. Familiär wie immer sei das Fest, befindet Müller. „Wenn man bedenkt, wie viele Leute hier zusammenkommen, dann passiert rein gar nichts.“ Kriminaltechnisch gesprochen, versteht sich. Einmal sei eine Flasche Bacardi gestohlen worden, sagt Müller. „Das war alles.“

Und dann gibt es noch das „Café Lohengrin“, das in der Sedanstraße mit seiner Kleinkunstbühne ein etwas leiseres Programm bietet. Vor zehn Jahren ließ Lehrer Dirk Grothe, Lebensgefährte von „Lohengrin“-Inhaberin Christina Tiemeier, dort zunächst seine Schüler mit Tanznummern auftreten. Seit Musiker Wolfgang Eppinger dort regelmäßig Sessions für Singer-Songwriter organisiert, ist beim Fest zum Beispiel auch frecher Schlagerpunk von „La Puta Cantina“ zu hören. Der Name kommt nicht von ungefähr. Die Musiker arbeiten hauptberuflich in einer Großküche.

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