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Verdächtiger hatte Kontakt zu Islamisten

Planung von Terroranschlag Verdächtiger hatte Kontakt zu Islamisten

Die Ermittlungen gegen einen 19-jährigen Schüler aus Misburg, der unter Terrorverdacht steht, laufen derzeit bei der Generalbundesanwaltschaft und dem Bundeskriminalamt auf Hochtouren. Der 19-Jährige steht im Verdacht einen Anschlag auf das Fußballländerspiel vom 17. November geplant zu haben.

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Am Donnerstag durchsuchten Spezialeinheiten des BKA die Wohnung des Verdächtigen in Misburg. Im Internet folgte der junge Mann seit Jahren den Lehren eines konservativen Imam.

Quelle: Körner

Hannover. „Wir werten die sichergestellten Gegenstände aus“, sagt Frauke Köhler von der Generalbundesanwaltschaft. Zu weiteren Einzelheiten über den Stand des Verfahrens und zu der Frage, ob weitere Hinweise auf eine Verstrickung des jungen Mannes in einen möglicherweise geplanten Anschlag auf das hannoversche Stadion bei den Behörden eingegangen sind, wollte die Behördensprecherin mit dem Hinweis auf die noch laufenden Ermittlungen keine Stellung beziehen. Der 19-jährige Ablah A. gilt damit weiterhin als verdächtig, „gemeinsam mit weiteren, nicht näher bekannten Personen einen Anschlag auf das Fußballländerspiel am 17. November 2015 in Hannover geplant zu haben“, wie es in der Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft heißt.

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Am Donnerstag hatten Spezialkräfte des Bundeskriminalamts die Wohnung in Misburg durchsucht, in der Ablah A. zusammen mit seiner Mutter lebt. Dabei beschlagnahmte die Polizei dem Vernehmen nach Handys, Speichermedien und einen Computer. Der 19-jährige Schüler wurde von den Beamten zwei Stunden lang vernommen. Einen Haftbefehl gegen A. vollstreckten die Ermittler allerdings nicht.
Der Verdächtige war den Behörden vor der Durchsuchungsaktion am Donnerstag nicht als potenzieller Gefährder bekannt. Eine Lehrerin des 19-Jährigen machte die Ermittler auf den Schüler aufmerksam. Sie meldete sich und gab an, sie hege den Verdacht, Ablah A. habe sich in jüngster Vergangenheit radikalisiert und plane, nach Syrien zu reisen.

In der Tat stellte er auf seine Internetseite in einem sozialen Netzwerk in den vergangenen Monaten mindestens ein Bild von Abu Bakr al-Bagdadi, dem selbst ernannten Anführer der Terrororganisation IS, hielt über das Internet Kontakt zu mindestens einem weiteren Anhänger eben jener Terrorgruppe und teilte in regelmäßigen Abständen die abstrusen Lehren eines Imam, der von sich behauptet, ein direkter Nachfahre des Propheten Mohammed zu sein. „Nach einer ersten Beurteilung gibt er sich große Mühe, seine Äußerungen stets doppeldeutig zu halten“, sagt Abdul Naser vom Landesverband der Muslime in Niedersachsen. Der 19-jährige Ablah A. behauptet auf der gleichen Internetseite, er würde den Lehren des Imam, der eine eigene Internetseite betreibt, seit 2010 anhängen.

Die Strafverfolger überprüfen nun, ob sich der junge Mann auf diesem Weg tatsächlich so stark radikalisiert hat, dass er sich sogar einem Terrorkommando angeschlossen hat.

A. arbeitete in seiner Freizeit als Ordner im hannoverschen Stadion. Nach den Recherchen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ war er auch am Tag des angesetzten Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden in der Arena, obwohl er eigentlich nicht auf dem Dienstplan stand. Ablah A. soll an diesem Abend im bereits geräumten Stadion ein Handyvideo gedreht haben, das einen bislang unbekannten jungen Mann in Ordnerweste zeigt, der dabei mehrere Sätze spricht – unter anderem soll er die Worte „pray for Rakka“ und „al Daula al-Islamija“ benutzt haben. Bei Letzterem handelt es sich um den arabischen Begriff, den die Terrorgruppe IS für ihren Zusammenschluss verwendet. Rakka ist die Hauptstadt des vom IS ausgerufenen Kalifats. A. soll zudem ein zweites Video aufgenommen haben, das die Situation vor dem Stadion zeigt. Die Identität des Mannes in dem ersten Film ist weiterhin unklar.    

Von Jörn Kießler
und Tobias Morchner

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Fast zwei Monate nach der Länderspielabsage in Hannover gibt es keine neuen Erkenntnisse zu der damaligen Terrorwarnung. Auf Anfrage der HAZ will sich die Bundesanwaltschaft weder zu den Geschehnissen am 17. November noch zu der damit in Verbindung stehenden Festnahme eines 19-Jährigen Mitte Dezember in Misburg äußern.

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