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Bankdaten

20 Steuersünder aus Hannover zeigen sich selbst an


Die Angst vor den brisanten Bankdaten aus der Schweiz treibt auch immer mehr Hannoveraner zur Selbstanzeige. Allein bei der Kanzlei Schindhelm in Kleefeld haben sich innerhalb der vergangenen Woche rund 20 Steuersünder gemeldet.
Rüdiger Hitz kümmert sich um 20 Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern.

Rüdiger Hitz kümmert sich um 20 Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern.

© Florian Wallenwein

„Die meisten von ihnen stammen aus dem Raum Hannover“, bestätigte Rechtsanwalt Rüdiger Hitz. Die Vermögenswerte, die von den Steuersündern in der Schweiz geparkt wurden, liegen nach Auskunft des Juristen zwischen einer halben Millionen Euro und zweistelligen Millionenbeträgen. Dieses Geld wurde in der Regel versteuert, nicht aber die Zinserträge, die in all den Jahren entstanden. Landesweit haben sich bislang 243 Personen wegen Steuerhinterziehung den Behörden gestellt. Das Niedersächsische Finanzministerium erwartet aus diesen Fällen Steuernachzahlungen im Wert von 16,5 Millionen Euro.

Viele von Rüdiger Hitz neuen Mandanten sind, dem Steuerstrafrechtler zufolge, bereits im Rentenalter. „Die meisten von ihnen haben viel Geld verdient und auch viele Steuern gezahlt“, erklärt er. Fragt Hitz nach den Gründen für den Geldtransfer ins Ausland, bekommt er meist eine Antwort zu hören: „Die Mandanten erklären, sich vor Jahrzehnten aus Angst vor einer möglichen Inflation zu diesem Schritt entschlossen zu haben“, sagte Hitz. Der offenbar unmittelbar bevorstehenden Kauf der Steuer-CD mit Bankdaten vorn rund 1500 Bundesbürgern durch die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat in vielen betroffenen hannoverschen Familien zu Diskussionen geführt. „Meine Mandanten haben kein Interesse an einer Hausdurchsuchung durch die Steuerfahndung, sie wollen ihre Kinder nicht mit diesem Erbe belasten – deshalb erstatten sie Selbstanzeige“, erklärte der Rechtsanwalt.

Bei der Bearbeitung der Fälle gibt es allerdings immer eine Schwierigkeit – die Kunden der Schweizer Banken haben nur selten Unterlagen über ihre Geschäfte zu Hause. Lediglich ein Mal pro Jahr telefonierten sie mit ihren Beratern in den Geldinstituten und ließen sich die Vermögensstände durchgeben. „Das zeigt, dass ihnen schon bewusst war, dass die ganze Konstruktion unglücklich ist“, erklärte Hitz. Für jeden Steuersünder, der eine Selbstanzeige erstatten will, muss der Anwalt die Unterlagen aus der Schweiz anfordern. Wegen der aktuellen Situation dauert das zwischen neun und zwölf Wochen. Weil aber die Gefahr besteht, dass die Behörden in diesem Zeitraum die Steuer-CD gekauft, ausgewertet und erste Ermittlungen angestellt haben könnten, bleibt Rüdiger Hitz derzeit nichts anderes übrig, als die zu besteuernden Vermögenserträge seiner Mandanten großzügig – der Anwalt nennt es „brutal-profiskalisch“ – zu schätzen und diese Schätzung zur Grundlage der Steuernachzahlung zu machen. Sollte sich später herausstellen, dass die bezahlten Beträge zu hoch ausgefallen sind, könne das noch korrigiert werden.

„Ich rate dringend davon ab, selber in die Schweiz zu reisen, um sich die Unterlagen zu holen“, sagte der Jurist. An den Grenzübergängen, an Flughäfen und in Zügen werde derzeit scharf kontrolliert. „Wer aus der Schweiz kommt und mit Bankunterlagen erwischt wird, wird sofort bei den zuständigen Steuerfahndungsämtern gemeldet“, teilte Hitz mit.

Tobias Morchner

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  • Schön ist es auf der Welt zu sein... Yeah – 17.02.10
    Sehr gut, dass jetzt ein wenig Geld in die Staatskassen fließt. Ich denke der Großteil der Bevölkerung kommt seiner Pflicht nach, da darf es keine Aussagen geben.
    Bleibt für die "armen" Selbstanzeiger nur zu hoffen, dass auf den CD´s wirklich Steuerdaten sind und nicht irgendwelche alten Benjamin Blümchen-Folgen...
    Die Fahnder würden ja sonst nicht mehr vor lachen in den Schlaf kommen ;-))

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