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Aus der Stadt Wie umgehen mit falschen Nachrichten im Internet?
Hannover Aus der Stadt Wie umgehen mit falschen Nachrichten im Internet?
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18:37 04.04.2017
Jan Sedelies (von links), Ludger Vielemeier und Michael Soboll diskutieren. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Es ging um die im Grundgesetz festgeschriebene freie Meinungsäußerung, Fake-News und alternative Fakten: Fast 200 Hannoveraner waren am Montagabend zum Auftakt der Diskussionsreihe der Offenen Gesellschaft ins Transformationswerk an der Vahrenwalder Straße gekommen.

HAZ-Online-Chef Michael Soboll machte in der Debatte deutlich, dass es nur ein Teil der Lösung sei, wenn das Unternehmen Facebook falsche Nachrichten oder Lügen lösche. „Bis etwas gelöscht ist, hat das im Internet schon die Runde gemacht“, erläuterte der Redakteur. Stattdessen sei mehr bürgerliches Engagement gefordert. „Jeder einzelne muss sich beteiligen“, betonte Soboll.     

Rund 200 Hannoveraner kamen zum Auftakt der Diskussionsreihe der Offenen Gesellschaft ins Transformationswerk in der Vahrenwalder Straße. Es ging um freie Meinungsäußerung, Fake-News und alternative Fakten.

Die Medien überprüften sehr genau, was richtig und was falsch sei. Als Beispiel nannte Soboll die Nachricht, dass der Sohn von Donald Trump das Ihme-Zentrum gekauft habe. Die Falschnachricht sei so gut gewesen, dass sogar die Verwalter des Immobilienkomplexes diese Nachricht zunächst für wahr gehalten hätten. „Unsere Aufgabe ist es, das nachzuprüfen“, betonte Soboll.

Die Debatte, geleitet von HAZ-Redakteur Jan Sedelies, versuchte eine neue Diskussionsform. Besucher konnten sich mit aufs Podium setzen und selbst Argumente zur Debatte beitragen. Beispielsweise beklagte sich eine Frau unter anderem über das Programm der öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender. „Wenn ich mir das Programm zur besten Sendezeit anschaue, dann gruselt es mich“, sagte sie. Sie sprach sich für deutlich mehr „gut aufbereitete, aktuelle Themen“ aus. Außerdem beklagte sie sich darüber, dass Medien zu häufig die Themen aufgriffen, die „sehr laut“ seien.

NDR 1-Hörfunkchef Ludger Vielemeier erläuterte das Wesen der Nachrichten. „Wir machen die Dinge, die gegen die Norm verstoßen, und das sind die lauten Dinge“, sagte er. Als Beispiel nannte er die Äußerungen des AfD-Politikers Björn Höcke über das Holocaust-Mahnmal. „Er hat sich in einer Weise darüber ausgelassen, die einen sprachlos macht“, sagte er. „Und darüber muss man berichten.“

Landesmuseums-Vorstand Matthias Görn rief in der Debatte zu mehr Engagement auf, wenn es um Fake-News aber auch um Ängste zum Beispiel vor Flüchtlingen gehe. „Ich würde mir wünschen, dass wir den Mut haben, stärker zu widersprechen“, meinte er. Das gelte sowohl für den Freundeskreis, den Sportverein oder auch die Arbeit.     

Von Mathias Klein

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