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2011 wird es bei Lehrstellen eng

Doppeljahrgang 2011 wird es bei Lehrstellen eng

Jugendliche aus dem doppelten Abiturjahrgang 2011 werden voraussichtlich die Chancen von Haupt- und Realschülern auf dem Ausbildungsmarkt verringern. „Wenn Firmen 2011 Abiturienten statt Realschüler einstellen, besteht die Gefahr, dass in der Folge mehr Real- und Hauptschüler keine Lehrstelle finden“, sagt Ulf-Birger Franz, Wirtschafts- und Bildungsdezernent der Region.

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„Wenn Firmen 2011 Abiturienten statt Realschüler einstellen, besteht die Gefahr, dass in der Folge mehr Real- und Hauptschüler keine Lehrstelle finden“: Die Region Hannover befürchtet ein Verdrängung.

Quelle: dpa

Die Region wirbt deshalb bei Betrieben um zusätzliche duale Ausbildungsplätze und will außerdem an ihren Berufsschulen das Vollzeitangebot um rund 500 Plätze ausweiten.

Allein in der Region werden kommendes Jahr rund 8000 statt 4000 Jugendliche die Schule mit Abitur verlassen. „Nur rund 70 Prozent der Abiturienten streben ein Studium an. Der Rest sucht nach einer Lehrstelle“, sagt Franz. Die Verwaltung kalkuliert deshalb für 2011 mit etwa 1200 zusätzlichen Abiturienten auf dem Lehrstellenmarkt. Franz spricht von einer eigentlich absurden Situation. „Wir stehen angesichts der demografischen Entwicklung bald vor einem Fachkräftemangel. Und jetzt werden Abiturienten aus zwei Jahrgängen gleichzeitig fertig, die dadurch zum Teil geringere Chancen haben werden. Das ist ein Riesenproblem.“

Speziell Klein- und Mittelbetrieben falle es jedoch oft schwer, langfristige Personalplanung zu betreiben – sie sind stark von Auftragslage und konjunktureller Situation abhängig. „Wir können deshalb schwer abschätzen, wie die Unternehmen sich verhalten werden“, sagt der Regionswirtschaftsdezernent. Franz wirbt bei Firmenbesuchen dafür, über den kurzfristigen Bedarf hinaus auszubilden. „Für die Firmen ist der doppelte Abiturjahrgang eine Chance. Sie werden vielleicht nie wieder so viele gute Leute zur Auswahl haben.“

Franz sieht allerdings die Situation an den Hochschulen kritisch. „Niedersachsen ist Spitzenreiter beim Export junger Menschen ins Studium in andere Bundesländer.“ Bereits jetzt wanderten viele Abiturienten ab, das werde sich verschärfen, wenn Nordrhein-Westfalen die Studiengebühren aufheben sollte. „Wenn wir als Wirtschaftsstandort eine Perspektive haben wollen, müssen wir junge qualifizierte Leute hier halten.“

Die Region selbst will durch erweiterte Vollzeitangebote an ihren Berufsschulen auf die 2011 erhöhten Schulabgängerzahlen reagieren. Besonders die Berufsfachschulen mit beruflichem Abschluss sollen bei Bedarf ausgebaut werden. Bisher sind rund 80 neue Plätze für Erzieher, 100 für Pflegeassistenten/Altenpfleger und 30 für Pharmazeutisch-technische Assistenten eingeplant. „Das sind Berufe mit guten Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Uwe Specht, Leiter des Fachbereichs Schulen. Außerdem sollen als schulische Berufsausbildung mit Kammerprüfung wieder wie dieses Jahr zusätzlich 300 Plätze für verschiedene kaufmännische Berufe, Fachinformatiker, Restaurantfachleute sowie Mediengestalter für Bild und Ton angeboten werden.

Podiumsdiskussion: Zum doppelten Abiturjahrgang 2011 als Herausforderung für Ausbildungsmarkt und Hochschulen bietet die Region am 23. August ab 17 Uhr eine Diskussionsveranstaltung an. Vorträge informieren über den Übergang in Studium, Beruf und Ausbildung sowie die Abiturprüfung aus Sicht des Kultusministeriums. Ab 18 Uhr diskutieren Fachleute aus Wissenschaftsministerium, Fachhochschule, Leibniz Universität, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie Regionselternrat.

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