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Aus der Stadt So schön war der Opernball in Hannover
Hannover Aus der Stadt So schön war der Opernball in Hannover
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18:27 26.02.2017
Von Bernd Haase
Debütanten der Tanzschule Bothe eröffneten den Ball. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Wenn man sich für einen Opernball das Motto „Hallo Wien!“ aussucht, dann legt man die Latte automatisch hoch. Der Ball in der Staatsoper der Donaumetropole ist ja gewissermaßen der Großvater aller Opernbälle. Vergleiche mit der Wiener Veranstaltung lagen also bei den beiden Ballnächten in Hannover auf der Hand.

Opernball in Hannover: Zahlreiche Prominente eröffneten das Fest am Freitagabend.

Susanna Zapreva, Chefin der Stadtwerke, darf sich ein Urteil erlauben. Sie ist gebürtige Österreicherin und erlebte gemeinsam mit ihrem Mann Christian Hennerbichler ihren ersten Ball im prächtig geschmückten Lavesbau. „In Wien sind die Kleidungsvorschriften strenger. Die Damen gehen grundsätzlich im langen Ballkleid, die Herren in Fliege und Smoking“, sagt Zapreva. Das sieht man in Hannover etwas lockerer, was aber der festlichen Atmosphäre keinen Abbruch tut. So zeigte sich Zapreva denn auch angetan von der hannoverschen Variante des Opernballs.

Zu den Konstanten beim Opernball gehört die ausgefeilte Begrüßungsrede. Dieses Mal übernahm Kaiser Franz-Joseph I. den Part - natürlich nicht persönlich, sondern in Gestalt des Chefdramaturgen der Niedersächsischen Staatsoper, Klaus Angermann. „Wir haben den Ball zum Feiern ins flache Land versetzt“, sagte Angermann und fand eigentlich nur einen Grund, warum daran etwas auszusetzen sei: „Am meisten trennt Österreicher und Deutsche die gemeinsame Sprache.“ Nach dem offiziellen Teil gab Angermann gemeinsam Intendant Michael Klügl dem Staatsorchester unter Leitung von Mark Rohde die Bühne frei. „Greifen Sie zum Steckerl“, sagte er dem Dirigenten. Als Eröffnungswalzer gab es nicht die naheliegende schöne blaue Donau (die war im vergangenen Jahr an der Reihe gewesen), sondern „Freut Euch des Lebens“ von Johann Strauß jr.

Hannover putzt sich heraus: Das sind die schönsten Kleider beim Opernball.

Kulturgut der etwas anderen Art bot gegen Mitternacht eine andere Österreicherin, die sich im Jahr 2014 durch ihren Sieg beim Eurovision Song Contest weltbekannt machte. Und Conchita Wurst beeindruckte mit mehr als nur ihrer einprägsamen Erscheinung. Mit Macht und Gefühl sang sie, stets getragen und melodramatisch, gegen ein fulminantes Niedersächsisches Staatsorchester an - und erfreute die 2200 Gäste zwischen den Liedern mit überzeugend vorgetragener Begeisterung über das liebevolle, ihrer Heimatstadt Wien nachempfundene Bühnenbild und das stimmungsvolle Ambiente. Alles in allem ein charmanter Auftritt.

Der Tag der Prominenz

So wurde der Opernball seinem Ruf als wichtigstes gesellschaftliches Ereignis des Jahres in der Stadt wieder gerecht. Der Sonnabend ist traditionell der Tag, an dem sich die Stadtprominenz im Lavesbau trifft. Regionspräsident Hauke Jagau und Oberbürgermeister Stefan Schostok feierten genauso mit wie der Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt. Am Tisch der Madsack Mediengruppe begrüßten Geschäftsführer Christoph Rüth, Verlagsleiter Günter Evert sowie die stellvertretende HAZ-Chefredakteurin Hannah Suppa unter anderem Christian Hinsch, Präsident der Industrie- und Handelskammer, Mike Altmann, Geschäftsführer von Volkswagen Automobile Region Hannover, und Barbara Schulte, Geschäftsführerin im Regionsklinikum, die mit ihren Partnern gekommen waren. Matthias Herter von Meravis Wohnungsbau musste seine Frau Rita zu Hause lassen, es ist ja leider auch Erkältungszeit. Tochter Alina sprang gerne in die Bresche. „Sie war hier schon als Debütantin mit der Tanzschule Bothe dabei“, berichtete ihr Vater.

Zweiter Abend beim Opernball 2017 in Hannover.

Sportlich ging es in der Loge von Möbelhändler Uwe Klingenberg und seiner Frau Almut zu. Anke Kühne (Hockey), ihr Mann Tobias (Rudern) und Detlef Knorrek (Judo) waren allesamt mindestens einmal bei Olympia dabei. Für den Transport der Gäste sorgte, auch das ist seit Langem Brauch, das Audi-Zentrum Hannover. Geschäftsführer Jan Laubrunn, mit seiner Frau Jutta ebenfalls Gastgeber in einer Loge, nannte in diesem Jahr die Autos nicht Autos, sondern mottogerecht Droschken.

Darf's eine Portion Kaiserschmarrn sein? Auch beim kulinarischen Angebot folgt der Opernball Hannover der österreichischen Tradition. Vor und nach dem Tanz werden Wiener Schnitzel, Tafelspitz und Käsekrainer gereicht. Den Gästen schmeckt es.

Bis gegen 4 Uhr tanzten die Gäste je nach Gusto auf dem Parkett des Redoutensaals oder in der Disko durch die Nacht. Wobei Susanna Zapreva noch etwas auffiel: „In Wien tanzen beim Walzer alle Paare in einer Richtung im Kreis. Hier geht alles durcheinander.“

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