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Aus der Stadt Kein Zimmer frei
Hannover Aus der Stadt Kein Zimmer frei
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00:15 08.09.2013
„... und dann wird man nicht einmal zurückgerufen“: Der angehende Student Jannes Lauke und andere Wohnungssuchende am Schwarzen Brett der Leibniz-Uni. Quelle: Surrey
Hannover

Zwar werden jetzt wieder etwa 750 Wohnheimplätze frei, weil Studierende die Hochschulen verlassen, doch gebe es auch in diesem Sommer wieder ein „großes Missverhältnis zwischen Nachfrage und Angebot“, sagt Studentenwerk-Geschäftsführer Eberhard Hoffmann. Zum Vergleich: Bevor die Bewerberzahlen wegen des doppelten Abiturjahrgangs 2011 nach oben schnellten, registrierte das Studentenwerk im Sommer meist etwa 500 bis 600 Suchende weniger.

Seit sechs Wochen ist der angehende Produktions- und Logistikstudent Jannes Lauke auf der Suche nach einem passenden Zimmer in einer Wohngemeinschaft. Die Zusage der Universität hat er in der Tasche, doch nun muss ein günstiger Ort zum Wohnen und Lernen gefunden werden. Am Donnerstag stattete der 20-Jährige der Universität einen Besuch ab, um am Schwarzen Brett nach Annoncen zu suchen. „Viele Wohngemeinschaften bieten im Internet Zimmer an. Oft ist es jedoch so, dass sich niemand auf Anfragen zurückmeldet - das ist sehr ärgerlich“, sagt Lauke. „Es ist schwer, überhaupt einen Besichtigungstermin zu bekommen.“ Günstige Zimmer gebe es überwiegend über Studentenverbindungen: „Das kommt für mich aber nicht infrage - egal wie wenig die Zimmer kosten“, betont der Göttinger. Verbindungen sind wegen ihrer oft politischen Ausrichtung bei vielen Studierenden verpönt.

Trotz der Knappheit bei WG-Zimmern und den bei vielen Studierenden beliebten Singlewohnungen: Ein am Donnerstag veröffentlichter Bundesvergleich der Mietpreise zeigt, wie entspannt die Preissituation in Hannover weiterhin ist. Nach Angaben des Internetportals Immonet hat Hannover unter allen 33 deutschen Uni-Städten den sechstbilligsten Quadratmeterpreis für Singlewohnungen (8,38 Euro). In München (17,19 Euro), Frankfurt (17,35 Euro) und vor allem Stuttgart (18,37 Euro) liegen die Preise deutlich darüber. Umgerechnet auf 25 Quadratmeter Wohnraum würde ein Ein-Zimmer-Appartment in Hannover entsprechend 209,50 Euro Kaltmiete kosten, in Stuttgart dagegen 459,25 Euro.

Mangelware Ein-Zimmer-Wohnung

Auch wer in Hannover statt einer Singlewohnung lieber ein WG-Zimmer bezieht, liegt mit dem Quadratmeterpreis von 7,13 Euro deutlich billiger als der Durchschnitt. Den Daten von Immonet zufolge lassen sich in Hannover mit Bezug eines WG-Zimmers etwa 15 Prozent Mietkosten sparen. In Würzburg (36 Prozent), Stuttgart und Köln (je 35 Prozent) ist es mehr als doppelt so viel, in Hamburg aber gibt es quasi keine Ersparnis (ein Prozent Unterschied). Dort sind WG-Zimmer so gefragt, dass der Preis überdurchschnittlich hoch ist. In Hannover hingegen sind Ein-Zimmer-Wohnungen Mangelware - nur etwa vier Prozent aller Wohnungen gehören zu diesem zunehmend gefragten Typ.

Studentenwerk-Geschäftsführer Hoffmann hält daher den Bau eines weiteren, preiswerten Wohnheims für weiterhin dringend nötig. Bis der extreme Ansturm behoben ist, gilt zudem eine Regel weiter, die 2011 eingeführt wurde: Es bekommen nur Bewerber Zimmer, die Studienanfänger sind und deren Eltern nicht in der Region leben. „Wer pendeln kann, muss im Zweifelsfall bei seinen Eltern wohnen bleiben“, sagt Hoffmann.

Gegen diese Vorgabe gab es ursprünglich bei den Studentenvertretern im Trägerverein großen Widerstand. „Aber wir müssen das Angebot einschränken, solange wir eine Mangelverwaltung haben“, sagt Hoffmann.

Von Conrad von Meding und Maria Sandig

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