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2350 Ausbildungsplätze sind in der Region Hannover noch offen

Lehrstellen 2350 Ausbildungsplätze sind in der Region Hannover noch offen

Rund eine Woche vor Beginn der Schulferien sind Tausende Ausbildungsplätze in der Region Hannover noch unbesetzt. Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) sind es nach Angaben eines Sprechers rund 1700 Plätze und damit etwa doppelt so viele wie im Vorjahr.

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Zeigen den Lehrstellen-Atlas: Derya Celik (links) und Ceren Jalcin.

Quelle: Daniel Reinhardt

Hannover. Auch die Handwerkskammer Hannover meldet mehr als 650 unbesetzte Stellen sowie 336 freie Stellen für Langzeitpraktika und damit spürbar mehr als im Vorjahr. Erstmals haben jetzt Neuntklässler aus dem Norden Hannovers begonnen, kostenlos einen Lehrstellen-Atlas zu verteilen, der Schulabgängern Orientierung bieten soll. Das Projekt wird vom Verein „Ausbildung im Verbund pro regio“ organisiert.

Bundesweit sollen in Industrie, Handel und Gastronomie aktuell noch rund 40.000 Lehrstellen frei sein, verlautete am Montag aus dem Deutschen Industrie- Handelskammertag. Grund sei auch, dass mehr Ausbildungsplätze eingerichtet worden seien, betont DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Tatsächlich zeigt auch in Hannover die Statistik der Arbeitsagentur, dass etliche Branchen zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen haben. „Die Firmen wollen dem drohenden Fachkräftemangel begegnen“, sagt Rainer Keßler, Sprecher der Arbeitsagentur Hannover: „Jeder, der jetzt ausgebildet wird, ist eine Fachkraft von morgen.“ Allein die IHK habe im Raum Hannover 285 zusätzliche Stellen gemeldet, im öffentlichen Dienst sind es 95.

Trotz doppeltem Abi-Jahrgang an den Gymnasien und dem Aussetzen der Wehrpflicht bleiben bislang aber viele Stellen unbesetzt. Vor allem betroffen seien die Branchen Handel und Gastronomie wie auch der Nahrungsmittelbereich, sagt IHK-Sprecher Stefan Noort. Die Kehrseite: „Die Chancen für Bewerber sind momentan so gut wie lange nicht mehr“, sagt Handwerkskammerchef Jans-Paul Ernsting. Die meisten Betriebe seien derzeit froh, wenn sie überhaupt einen Interessenten fänden. Wo früher die Bewerber um Ausbildungsplätze konkurrierten, seien nun die einzelnen Branchen und Betriebe im Wettstreit um Bewerber. Laut Statistik der Arbeitsagentur sind im Mai noch 2835 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz gewesen. IHK-Sprecher Noort weist aber auch auf die mangelnde Reife vieler Bewerber hin. Sie trage dazu bei, dass Ausbildungsstellen nicht besetzt werden könnten: „Oft fehlt es Bewerbern an Grundfähigkeiten und Motivation.“ Agentursprecher Keßler warnt aber vor überzogener Sorge: „Zum Schwur kommt es im Oktober, wenn die Zahlen der abgeschlossenen Ausbildungsverträge vorliegen.“

Lehrstellen-Atlas verteilt: Um unentschlossenen Schulabgängern eine Übersicht über die angebotenen Ausbildungsplätze zu geben, haben Neuntklässler der Anne-Frank-Hauptschule und der Emil-Berliner-Realschule aus Stöcken einen Lehrstellen-Atlas erarbeitet und am Montag kostenlos verteilt. Er gibt Tipps zur Bewerbung und eine Übersicht über Betriebe im Norden der Stadt. Betreut wurden sie dabei von Jürgen Hansen, Geschäftsführer des Vereins Ausbildung im Verbund pro regio. Das Pilotprojekt ist in Hannover einmalig und soll im nächsten Jahr auch im Süden von Hannover weitergeführt werden. Bezirksbürgermeisterin Heidi Stolzenwald lobte das Projekt von Schülern für Schüler als „vorbildlich“. Informationen gibt es unter www.proregioev.de im Internet.

Lena Ende und Conrad von Meding

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