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25-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht

Prozess 25-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht

Hat Mustafa S. am Nachmittag des 16. März versucht, seinen Arbeitskollegen Jacob R. zu töten? Oder war es Notwehr, wie der Angeklagte behauptet? Das muss die 13. Große Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Richter Wolfgang Rosenbusch herausfinden.

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Quelle: Symbolbild

Hannover. Dienstag begann der Prozess wegen versuchten Mordes gegen den 25-jährigen S., der beschuldigt wird, offenbar grundlos mit einem japanischen Küchenmesser auf seinen Arbeitskollegen eingestochen und ihn lebensgefährlich verletzt zu haben. Gleich zu Beginn des Prozesses lässt der Angeklagte durch seinen Anwalt Benjamin Schmidt ausrichten, wie leid ihm alles tue. „Ich hatte nie vor, ihn zu töten“, liest Schmidt aus der Einlassung vor, „ich war schockiert, als ich erfuhr, wie schwer R. verletzt worden ist.“

Dann folgt eine detailreiche Schilderung des Nachmittags aus der Sicht des Angeklagten. Gegen 16 Uhr hatte er das Opfer in dessen Wohnung in Garbsen-Berenbostel besucht. Sie kannten sich seit gut zwei Jahren, fuhren fast täglich zusammen zur Arbeit bei einem Stahlhändler in Vinnhorst und besuchten sich auch gelegentlich am Wochenende. S. wollte R. Geld zurückgeben, das er sich geliehen hatte, um eine Schuld bei der Staatskasse zu begleichen. Sie hätten geredet, Schnaps getrunken, im Internet gesurft. S. interessierte sich für den Kaufpreis eines Sets japanischer Messer, wie R. es besitzt. Bis dahin stimmen Anklage und Verteidigung weitgehend überein. Doch dann erzählen Opfer und mutmaßlicher Täter zwei verschiedene Versionen.

In der Vernehmung als Zeuge sagt R. aus, er habe gerade auf einem Hocker vor dem Laptop gesessen, als S. ihm unvermittelt eines der japanischen Messer zweimal in den Nacken gerammt habe. Er sei aufgesprungen, habe „bist du bescheuert?“ gebrüllt und versucht, die Attacke mit den Händen abzuwehren. S. habe ihn daraufhin noch einmal von vorn in den rechten Rippenbereich gestochen, bevor R. das Messer mit der linken Hand zu fassen bekommen habe. Dabei soll die Klinge gebrochen sein.

S. dagegen schildert den Angriff als Notwehr. „Plötzlich stand er mit dem Messer hinter mir und machte Stichbewegungen in meine Richtung“, heißt es in der Stellungnahme. „Guck mal, ich stech’ dich ab!“, soll R. dabei gerufen haben. In der anschließenden Rangelei will S. schließlich das Messer errungen haben. „Die ersten Stiche habe ich gar nicht bemerkt“, lässt S. seinen Anwalt vorlesen. Den Stich zwischen die Rippen habe er ebenfalls nicht gemerkt, R. habe sich quasi ins offene Messer gedreht. Nach dem Vorfall flüchtete S., stellte sich jedoch später der Polizei. R. kam lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus.

Heute soll der Prozess weitergehen. Möglicherweise fällt das Gericht dann sogar schon ein Urteil.

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