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2500 Schüler sind ohne Deutschkenntnisse

Sprachlernklassen 2500 Schüler sind ohne Deutschkenntnisse

Obwohl immer mehr Flüchtlingsfamilien nach Hannover kommen, gibt es zu Beginn des neuen Schuljahres gerade einmal eine Sprachlernklasse mehr als im vergangenen Schuljahr. Rund 2500 schulpflichtige Flüchtlingskinder sollen bis Ende 2016 noch dazukommen – doch es fehlen Fachkräfte für Sprachlernklassen.

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Wer dem Unterricht folgen will, muss Deutsch können: In Sprachlernklassen wird Flüchtlingen aus ganz unterschiedlichen Ländern das notwendige Rüstzeug vermittelt.

Quelle: Wolfram Kastl

Hannover. Maximilian Oppelt (CDU) hält das für völlig unzureichend. Auch von Fachverbänden gibt es Kritik.

Wie eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion ergab, hatte die Landesregierung schon im vergangenen Schuljahr 35 beantragte Sprachlernklassen landesweit nicht genehmigt, darunter 16 im Stadtgebiet Hannover - ungeachtet des stetig wachsenden Flüchtlingsstroms. Stadtsprecherin Anne Ruhrmann verweist allerdings darauf, dass die Entwicklung in Hannover zuletzt sehr dynamisch war. So hatte es zu Beginn des Schuljahres 2013/14 insgesamt nur sieben Sprachlernklassen gegeben, Ende des vergangenen Schuljahres waren es immerhin 22. Bis Ende 2016 erwartet die Stadt mehr als 7000 Flüchtlinge, rund 2500 davon dürften schulpflichtige Kinder sein.

Land muss mehr in Sprachförderung investieren 

Nach Ansicht der FDP-Fraktion im Landtag muss das Land deutlich mehr in die Sprachförderung investieren. Bildungspolitiker Björn Försterling fordert, rund 12,5 Millionen Euro mehr für Sprachfördermaßnahmen auszugeben. Die 500 000 Euro, die Rot-Grün zuletzt zusätzlich zur Verfügung gestellt hatte, reichten gerade mal für 20 neue Sprachlernklassen in ganz Niedersachsen.

Genauso fehlen die Fachkräfte für die Sprachlernklassen. Notfalls könnte man auch auf bereits pensionierte Pädagogen zurückgreifen, hatte der Verband Bildung und Erziehung vorgeschlagen. Die bisherigen Maßnahmen seien angesichts einer Verdreifachung der Flüchtlingszahlen nur Tropfen auf den heißen Stein, sagte Vorsitzende Gitta Franke-Zöllmer: „Viele Schulen fühlen sich weitgehend alleingelassen - oft um so mehr, da sie auch in der Frage des gemeinsamen Unterrichts von behinderten und nichtbehinderten Kindern oftmals die notwendige Unterstützung vermissen.“

Abgelehnt worden waren vom Land Sprachlernklassen im vergangenen Jahr, weil Räume fehlten wie an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Vahrenheide und der Helene-Lange-Schule. Manchmal fehlten auch Fachlehrer wie an der IGS List und der Geschwister-Scholl-Realschule am Büssingweg. An anderen Standorten fehlte die Grundvoraussetzung: die Schüler ohne Deutschkenntnisse. Mindestens zwölf Flüchtlingskinder ohne Deutschkenntnisse braucht man für eine Sprachlernklasse.

Die Stadt hat jetzt eine Sprachkoordinierungsstelle eingerichtet, die auch bei Fragen der Schulplanung und Unterbringung von Flüchtlingen beraten soll. Soweit wie möglich sollen Zuwanderer an den Schulen Deutsch lernen, an denen sie später regulär unterrichtet werden. Erklärtes Ziel ist es, die Flüchtlingskinder zumindest in einigen Stunden wie Musik, Kunst und Sport schnell, oft schon nach drei Monaten in den Regelunterricht zu integrieren. Die Schulen erfassen, welche Schüler bei ihnen Förderbedarf haben, und melden dies dem Land.

An den IGSen Stöcken, Linden und Mühlenberg gibt es nach Angaben von Stadtsprecherin Ruhrmann bereits je zwei Sprachlernklassen, weil hier der Bedarf besonders hoch sei, ebenfalls an den Grundschulen in Stadtteilen, in denen viele Flüchtlinge untergebracht sind. So werden fünf Sprachlernklassen im Bezirk Ricklingen, vier in Herrenhausen/Stöcken und jeweils drei in den Bezirken Linden/Limmer und Bothfeld/Vahrenheide eingerichtet. Weitere Standorte überprüft das Land.

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