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BKA vereitelt Raubüberfall in Hannover

Waffenhandel im Darknet BKA vereitelt Raubüberfall in Hannover

Das Bundeskriminalamt hat einen 26 Jahre alten Mann in Hannover vorübergehend festgenommen, der im Internet Waffen ver- und gekauft haben soll. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Russlanddeutschen fanden die Ermittler unter anderem eine Waffe samt Schalldämpfer sowie Gesichtsmasken und Einbruchswerkzeug.

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Quelle: Symbolbild

Hannover. Mit der Festnahme eines 26 Jahre alten Mannes hat das Bundeskriminalamt (BKA) wahrscheinlich einen oder sogar mehrere Raubüberfälle in Hannover verhindert. Der Russlanddeutsche, der in der Landeshauptstadt wohnt, soll über das sogenannte Darknet im Internet mit Waffen gehandelt haben. Zudem beschaffte er sich über dieselben Kanäle Werkzeug, was auf einen geplanten Einbruch hindeutet. „Daher haben wir uns aus Gründen der Prävention dazu entschieden, ihn festzunehmen“, sagt Oberstaatsanwalt Alexander Badle, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Der Mann ist einweilen wieder auf freiem Fuß – die Ermittler versuchen, an seine Hintermänner heranzukommen.

Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft war im Rahmen umfangreicher Ermittlung zum Waffen- und Drogenhandel im Deep Web auf den 26-Jährigen gestoßen. Am Donnerstag vergangener Woche klingelten vier Beamte des BKA seiner Wohnungstür – er ließ sich widerstandslos festnehmen. In seiner Wohnung fanden die Ermittler neben einer dort vermuteten Schusswaffe samt Schalldämpfer und Einbruchswerkzeug auch Gesichtsmasken, gestohlene Kennzeichen sowie Kredit- und Geldkartenrohlinge, die sich für Fälschungen eignen. Wofür der Verdächtige die im Internet gekaufte Waffe und die restlichen Utensilien nutzen wollte, will die Generalstaatsanwaltschaft nicht sagen. „Bei der Durchsuchung haben die Ermittler keine Hinweise auf konkrete Vorbereitungen gefunden“, sagt Badle. 

Das ist das Darknet

Als Darknet oder Deep Web bezeichnet man den Teil des Internets, der nur mit einem Browser auf Basis der TOR-Technik erreicht werden kann. Die in den Neunzigerjahren vom US-Geheimdienst entwickelte Software erlaubt das anonyme Surfen im Netz. Dabei werden Verbindungsdaten und die Computer-Kennung (IP-Adresse genannt) derart verschleiert, dass sie kaum zum Nutzer zurückverfolgt werden können. Erst mit einem TOR-Browser ist das Aufrufen von Internetseiten mit der Endung .onion möglich, über die häufig mit Waffen, Pornografie und Drogen gehandelt wird. 

Trotz der Last der Beweise ist der Mann, der sich nun wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten muss, wieder auf freiem Fuß. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich die Bundesermittler Hinweise zu den Hintermännern der Waffengeschäfte im Internet erhoffen. „Bei der ZIT kämpfen wir gegen den illegalen Handel im Deep Web und gehen dabei bis an die Basis“, erklärt Badle. Bei dem Verfahren gegen den 26-Jährigen aus Hannover handle es sich um einen sogenannten Ableger eines großen Ermittlungskomplexes gegen Cyberkriminalität. „Wir überprüfen nun, welche Kontakte der Verdächtige hat und hoffen, über ihn an Details zu kommen, die uns in den bedeutenderen Fällen weiterbringen“, sagt Badle.

Zudem handle es sich bei dem Russlanddeutschen nicht um einen Extremisten, von dem eine unmittelbare Gefahr ausgehe. Er gehöre zu der Gruppe der Menschen, auf die Waffen eine Faszination ausübe. „Häufig kaufen diese über illegale Kanäle Waffen, aber auch Zubehör wie Schalldämpfer, Zielfernrohre und Infrarotzielvorrichtungen“, erklärt Badle. Dabei gehe es ihnen aber nicht darum, diese auch zu nutzen, sondern vielmehr darum, sie zu besitzen.

Umso wichtiger sei es aus diesem Grund auch, gegen Kleinkriminelle wie den 26-Jährigen vorzugehen. „Viele halten das Darknet für einen rechtsfreien Raum, in dem sie tun und lassen können was sie wollen“, sagt Badle. „Wir haben aber Mittel und Wege entwickelt, ihre Identität zu ermitteln und sie für ihr Handeln verantwortlich zu machen.“

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