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Da sieh mal einer an!

28. Entdeckertag und Tag des offenen Denkmals Da sieh mal einer an!

200.000 Menschen haben am Sonntag beim 28. Entdeckertag die Region Hannover erkundet. Es war nicht das einzige Fest in der City: Auch beim Tag des offenen Denkmals ist es voll.

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Fans von Lina Larissa Strahl alias Hexe Bibi Blocksberg verfolgen den Auftritt von Strahl auf dem Opernplatz.

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Optisch ähnelt sie an diesem Tag fast schon der dunklen Dakaria: der von Mädchen ebenfalls heiß geliebten Halbvampirin aus dem Kinderfilm „Die Vampirschwestern“. Dabei kommt Lina Larissa Strahl alias Hexe Bibi aus den „Bibi und Tina“-Filmen von Detlev Buck sonst immer so bunt, so freundlich, fröhlich daher. Diesmal ist sie ganz in Schwarz gekleidet, Rauch steigt hinter ihr von der Bühne auf. Auch mancher Song – Strahl tritt in Hannover zum ersten Mal mit Band auf –, klingt rauher, spröder als sonst.

Ihren Fans beim 28. Entdeckertagsfest auf dem Opernplatz macht das wenig aus. Bis ganz nahe an die Bühne drängeln sie sich. Väter tragen ihre drei-, vierjährigen Töchter auf den Schultern, viele ältere Mädchen filmen das ganze Konzert mit dem Handy. Lina Larissa Strahl ist ein Star aus der Region, aus Seelze stammend hat sie 2013 die KiKa-Castingshow „Dein Song“ gewonnen. Danach hat sie mit selbstgeschriebenen Popsongs wie „Freaking Out“ und als Bibi Blocksberg Karriere gemacht.

200.000 Menschen haben am Sonntag beim 28. Entdeckertag die Region Hannover erkundet. 

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Als einer der Höhepunkte auf dem Opernplatz sorgte die 17-Jährige am Sonntag für das, was die Region Hannover mit ihrem diesjährigen Motto „Junge Region“ zu erreichen versuchte: einen Generationswechsel. „Wir haben seit 28 Jahren ein ganz treues Publikum, aber eines, dass sich leider bislang nicht nennenswert verjüngte“, sagte Regionssprecherin Christina Kreutz. Man habe deshalb bei der Programmauswahl stark darauf geachtet, dass es junge Leute anspricht. 100.000 Menschen kamen diesmal zum Entdeckerfest in Hannover: Es waren zahlreiche junge Leute und Familien mit Kindern dabei. Noch einmal 100.000 kamen zu den Tourenzielen in der Region. Beides entspricht den Besucherzahlen vom Vorjahr.

Ein Manga Club aus Hannover beispielsweise ist zum ersten Mal dabei – und zieht viele junge Fans von japanischen Comics und in Japan produzierten Zeichentrickfilmen an. Beim Kinderparcours, der sich entlang der Georgsstraße erstreckt, findet man nicht nur die auf vielen Festen obligatorische Hüpfburg oder das ebenfalls verbreitete Fußball-Torwandschießen. Auch exotischere Spiele wie „Fuwate“, ein Ballspielmix aus Fußball, Volleyball & Squash, können Kinder diesmal ausprobieren – und dazu ihre Fitness bei einem Sportparcours testen. Cornelia Gehrmann ist mit Mann Volker und dem 10-jährigen Sohn Nicolas unterwegs. Sie ist begeistert: „Man bekommt viele Ideen für Sachen, die man später mit Kindern machen kann, in Hannover und in der Region.“

Geschichte Hannovers zum Anfassen

Ob verlassene Industriegebäude, Museen oder mittelalterliche Türme – beim Tag des offenen Denkmals wird Hannovers Geschichte lebendig. So nahmen am Sonntag wieder etliche Besucher das Angebot der HAZ an, die Stufen im Inneren der Waterloosäule hochzukraxeln und den famosen Ausblick über Hannover zu genießen. Erstmals präsentierte sich beim Denkmalstag das Kestnermuseum, das weniger seine Ausstellung hervorhob als vielmehr seine doppelte Gebäudehülle. Unter Denkmalschutz steht sowohl die 1961 errichtete Außenfassade als auch das innere Neo-Renaissance-Bauwerk.

Der Beginenturm lockte am Tag des offenen Denkmals viele Besucher an.

Der Beginenturm lockte am Tag des offenen Denkmals viele Besucher an.

Quelle: Schaarschmidt

Anziehungspunkt war ebenfalls der Beginenturm, Hannovers Relikt aus dem Mittelalter. Nur zwölf Personen dürfen in einer Gruppe durch das Bauwerk am Hohen Ufer geführt werden, aus Brandschutzgründen. Die wechselvolle Geschichte des Gebäudes reicht vom Wehrturm über den Kerker bis zum Wohnhaus und zur Kneipe. An die seligen Kneipentage können sich viele Besucher noch gut erinnern. „In dieser Nische sollen zehn Personen an einen Tisch gepasst haben“, sagt Turm-Führerin Annette Schramm und deutet auf eine etwa zwei Quadratmeter große Einbuchtung im Gemäuer. „Das war tatsächlich so“, bestätigt ein Besucher grinsend.

Ob verlassene Industriegebäude, Museen oder mittelalterliche Türme – beim Tag des offenen Denkmals wird Hannovers Geschichte lebendig. Am Wochenende konnten wieder etliche Besuche verschiedenste Sehenswürdigkeiten in Hannover ganz neu entdecken.

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Aus eigener Erfahrung weiß Alexandra Johren zwar nichts über die Tage der Turm-Kneipe. „Aber meine Kommilitonen haben viel darüber erzählt“, sagt die 27-jährige Studentin. „Mittelalter pur“ sei die Atmosphäre im Dämmerlicht zwischen den dicken Steinwänden gewesen, so berichteten es die Studenten. „Mich interessiert aber mehr, wie die Geschichte des Turms vermittelt wird und was sich im Gedächtnis der Besucher festsetzt“, sagt Johren. Sie sitzt an einer Abschlussarbeit für ihren Masterstudiengang Geschichte und Geschichts-pädagogik. Nach der Führung durch den Turm teilt sie Fragebögen aus und bittet um Antworten. „Der Beginenturm ist ein Faszinosum“, sagt sie. Das gilt für viele Bauwerke beim Tag des offenen Denkmals.

von Jutta Rinas und Andreas Schinkel

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