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300 Flüchtlinge in einer Woche

„Das ist eine Hauruck-Aktion“ 300 Flüchtlinge in einer Woche

Die Stadt Hannover muss in der kommenden Woche 300 Flüchtlinge auf einmal aufnehmen - so viele wie sonst in einem Monat. Das liegt daran, dass das Land Niedersachsen bis zu 3000 Asylsuchende auf die Kommunen verteilen will.

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"Das ist eine Hauruck-Aktion": Auch das Gelände der Lutherschule soll genutzt werden.

Quelle: Uwe Dillenberg

Hannover. Die vier Erstaufnahmelager des Landes sind überbelegt. Aber auch die Kapazitäten in den städtischen Einrichtungen Hannovers sind längst erschöpft, sodass sich die Verwaltung gezwungen sieht, neue Provisorien zu schaffen. „Eine weitere Belegung von Notunterkünften wie beispielsweise Turnhallen kann nicht ausgeschlossen werden“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. Dabei versuche man, die Einschränkungen für den Schul- und Vereinssport möglichst gering zu halten.

„Das ist eine Hauruck-Aktion“, räumt die Leiterin der Landesaufnahmebehörde, Susanne Graf, ein. Aber die kommunalen Spitzenverbände hätten signalisiert, dass es noch „Luft nach oben“ gebe. In vielen Städten sei die Zuteilungsquote des laufenden Jahres noch nicht erfüllt. „Daher gleichen wir Soll- und Ist-Zustand einander an.“

Auch Hannover hat die laufende Quote von 2600 Flüchtlingen noch nicht erfüllt. Bis September könnte das Land noch 950 Asylsuchende in die Landeshauptstadt schicken. Dennoch teilt man im Rathaus die Einschätzung nicht, dass es noch „Luft nach oben“ gebe.

Sieben Sporthallen dienen derzeit als Notquartiere. Vier neue Sportstätten an den Außenstellen der Sophienschule und der Käthe-Kollwitz-Schule sollen hinzukommen. Die Liste der Hallen, die die Stadt für tauglich hält, um in ihnen Flüchtlinge unterzubringen, schrumpft. Von den 14 ausgewählten Hallen bleiben jetzt ganze drei übrig.

Flüchtlinge in Lutherschule: Die Stadt greift jetzt zur Unterbringung von Flüchtlingen voraussichtlich auf Container zurück, in denen bis zu den Sommerferien Schüler im Unterricht saßen. Aktuell prüft die Verwaltung, ob sich Modulbauten auf dem Schulhof der Lutherschule nach einer Umrüstung als Unterkunft eignen. Dafür müssten Leitungen gelegt, Sanitärräume und Kochgelegenheiten geschaffen werden. Während der Sanierung des Gymnasiums dienten die 14 Container als Klassenzimmer und sollten jetzt abgebaut werden. Allerdings muss die Stadt angesichts ihrer überfüllten Gymnasien in den nächsten Jahren auch an bestehenden Schulen anbauen. Und genau dafür ist die Lutherschule im Gespräch. Die Verwaltung geht jetzt davon aus, dass sie eine Flüchtlingsunterkunft am Rand des Schulgeländes zwei bis drei Jahre nutzen würde. Solange könnte dort kein Anbau geplant werden. Die CDU-Ratsfraktion lehnt den Standort deshalb ab.

von Andreas Schinkel und Bärbel Hilbig

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