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Aus der Stadt 300 Jugendliche pilgern durch die Stadt
Hannover Aus der Stadt 300 Jugendliche pilgern durch die Stadt
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00:16 02.07.2015
Von Michael Zgoll
„Gottesdienst to go“: Von der Lutherkirche (Bild) in der Nordstadt führte der Weg bis zur Ruine der Willehadi-Kirche in Garbsen, wo um 3 Uhr nachts eine Taizé-Andacht gefeiert wurde. Quelle: Körner
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Hannover

Mangelnde Kreativität kann man der Kirche bei ihren Bemühungen, die Herde ihrer Schäfchen zusammenzuhalten oder neue Mitglieder zu gewinnen, wahrlich nicht vorwerfen. Ein originelles Beispiel präsentierte die evangelische Jugend Hannover (EVJH) am Wochenende mit ihrem Wandergottesdienst „to go“. Rund 300 überwiegend junge Leute beteiligten sich an dem 24-Stunden-Marsch, der Sonnabendmorgen an der Nordstädter Lutherkirche startete und am Sonntag um 10 Uhr mit einem Gospel-Gottesdienst in der Marktkirche endete. 30 Kilometer zu Fuß plus 20 Kilometer mit Bus und Bahn - von Hainholz nach Letter und von Garbsen nach Herrenhausen - legten die Teilnehmer in wechselnder Besetzung zurück.

15 Ausdauernde pilgerten sogar rund um die Uhr mit und besuchten somit alle zwölf Kirchen auf dem Zickzackkurs. „Ich betreibe in meiner Freizeit Trickseilspringen, da bringe ich genug Ausdauer mit“, meinte etwa die 16-jährige Bismarckschülerin Caroline Seifert.

„Zwischen Himmel und Asphalt“ lautete das Motto des ungewöhnlichen Marschs. Für die Distanzen zwischen der Lindener Erlöserkirche bis nach St. Petri in Döhren oder vom Jugendzentrum Kleefeld zur Matthiaskirche in Groß-Buchholz brauchten die Wanderer meist 30 bis 45 Minuten. Am Zielort wurde jeweils ein Gottesdienst zelebriert. Die Leitsprüche zeugten durchaus von einem Sinn für Ironie: „Ich bin dann mal wund - von Pflastern und anderen Trostspendern“ hieß es etwa in der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Badenstedt, „Thank you for travelling with EVJH“ in der Marktkirche - eine Anspielung auf die Durchsagen in den Zügen der Deutschen Bahn.

Der Tross der Wanderer war zwischen 40 und 70 Personen stark. Manche Teilnehmer wirkten eher in sich gekehrt, andere nutzten die Gelegenheit zum fröhlichen Meinungsaustausch. Im Kleefelder Jugendzentrum bekamen die Pilgerer eine Hip-Hop-Vorführung zu sehen. Die emotionalsten Momente erlebten die abenteuerlustigen Christen morgens gegen 3 Uhr in der Ruine der Garbsener Willehadi-Kirche, die 2013 von Brandstiftern angezündet worden war: Dort feierten sie eine Taizé-Andacht. Natürlich waren etliche Wanderer am Sonntagmorgen mächtig müde, verbuchten dies aber gerne unter dem Stichwort „außergewöhnliche Erfahrung“. Schlussendlich war Lars Ohlenburg vom Organisationsteam hochzufrieden mit dem „Gottesdienst to go“: „Es ist uns wie erhofft gelungen, die Vielfalt der hannoverschen Kirchengemeinden zu zeigen.“

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