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Aus der Stadt 3000 Euro Finderlohn für den Handwerker
Hannover Aus der Stadt 3000 Euro Finderlohn für den Handwerker
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12:51 15.02.2012
Von Conrad von Meding
Das Gold, das der Handwerker in der Küche gefunden hat. Quelle: dpa
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Hannover

Der HAZ-Bericht über den ehrlichen Handwerker, der bei Renovierungsarbeiten einen Goldschatz gefunden und abgeliefert hat, hat am Montag ein großes Medieninteresse gefunden. Zeitungen, Radios, Fernsehsender und Magazine aus ganz Deutschland und sogar Österreich versuchten, den Mann ausfindig zu machen. „Mir wird das langsam unheimlich“, sagte der 38-Jährige, der seinen Namen weiterhin nicht preisgeben will, schließlich am Nachmittag: „Ich will mit der Sache eigentlich gar nichts mehr zu tun haben.“ Immerhin bekommt er jetzt Finderlohn – die Erben haben angekündigt, ihm drei Prozent des Schatzwertes zukommen zu lassen. Die Summe wird damit voraussichtlich deutlich über 3000 Euro liegen.

Der Fliesenlegermeister hatte bei Arbeiten in einer Südstädter Mietwohnung den Goldschatz entdeckt. Hinter den Bodenblenden der Einbauküche befanden sich Plastiktüten, in denen der verstorbene Mieter seine Edelmetallreserven deponiert hatte: ein kiloschwerer Goldbarren, zahlreiche Goldmünzen australischer Prägung im Gewicht von zusammen rund zwei Kilo, Silbermünzen und wertvolles Besteck. Bei einem Goldpreis von deutlich über 40.000 Euro pro Kilo liegt allein der Materialpreis des Schatzes bei einer sechsstelligen Summe.

Juristen könnten sich möglicherweise darüber streiten, ob dem Fliesenlegermeister der Finderlohn zusteht oder seinem Auftraggeber. „Der Auftragnehmer ist verpflichtet, alles herauszugeben, was er im Rahmen eines Auftrags erhalten hat“, sagt Zivilrechtsexperte Jens Klinkert. Zumindest müssten beide im Innenverhältnis regeln, wie sie mit dem Geld umgehen. Doch der Rechtsanwalt schränkt ein: „Das ist eine akademische Fragestellung – ich habe noch nie gehört, dass sich in Hannover um Finderlohnfragen vor Gericht gestritten wurde.“
Beim Wohnungsunternehmen Gundlach, das dem Handwerker den Auftrag zur Küchensanierung erteilt hatte, stellte Geschäftsführer Frank Eretge denn auch spontan klar: „Das Geld gehört dem ehrlichen Handwerker.“

Fest steht, dass die Erben des Schatzes den überraschenden Geldsegen versteuern müssen. „Sobald jemand Kenntnis von einem derartigen Vermögen erhält, muss er es seinem Finanzamt gegenüber angeben“, sagt Anwalt Klinkert. Da sei es ein kleiner Trost, dass die Erben den gezahlten Finderlohn steuermindernd geltend gemacht können.

- Fundbüro staunt: In Hannovers Fundbüro hat man von einem derartigen Schatzfund noch nie etwas gehört. „Hier geht es meist um kleinere Dinge und Beträge, dafür in hoher Stückzahl“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Im vergangenen Jahr wurden 15.000 Gegenstände in der Herrenstraße abgegeben. Meist seien es Regenschirme, durchschnittlich 100 Handys und 300 Schlüsselbunde im Monat. Vielfach gelangen auch Portemonnaies ins Fundbüro, manchmal mit Bargeld, in seltenen Fällen bis zu 2000 Euro. „Eigentlich haben wir fast alles, nur keine Autos, Schiffe und Flugzeuge und keine verderblichen Sachen wie Lebensmittel“, sagt Möller. Nur 20 bis 25 Prozent der Gegenstände werden abgeholt. Der Rest wird versteigert.

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