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350.000 Euro stützen morsche Bäume

Lindenallee im Berggarten 350.000 Euro stützen morsche Bäume

Jeder der 130 morschen Bäume im Berggarten bekommt jetzt eine individuell angepasste Stütze – damit die historischen Linden nicht umfallen und weiterhin als Refugium für den geschützten Juchtenkäfer dienen. Kosten: etwa 350.000 Euro.

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Die Stadt errichtet in der Lindenallee Stützen an 130 Bäumen, in denen Juchtenkäfer leben.

Quelle: Surrey

Hannover. „Wir gehen davon aus, dieses Budget halten zu können, trotz der Komplikationen“, sagt Gartendirektor Ronald Clark auf Nachfrage der HAZ. Eigentlich sollten längst mehrere Linden ein Korsett bekommen haben, doch die Arbeiten verzögern sich.

„Drei Statiker sind am Werk, zudem handelt es sich um eine ganz neue Konstruktion“, sagt Clark. Jeder Baum werde auf unterschiedliche Weise an ein Stahlgestänge festgebunden. Auch dürfe das Erscheinungsbild der historischen Allee nicht allzu sehr getrübt werden, daher achte man darauf, die Konstruktionen einheitlich auszurichten. „Wir hoffen, bis zum Frühjahr so viele Bäume abzustützen, dass die Zäune vor dem Berggarten verschwinden“, sagt Clark. Im Inneren des Gartens soll zumindest der Durchgang zum Bach wieder hergestellt werden. Bisher mussten Besucher weite Umwege in Kauf nehmen, weil Drahtzäune rund um die Allee direkte Zugänge zu anderen Gartenbereichen verhinderten.
Seit zwei Jahren gehört die Lindenallee zu den Sorgenkindern der Gartenverwaltung. Die 300 Jahre alten Bäume wollte die Stadt eigentlich abholzen und durch eigens gezüchtete junge Linden ersetzen. Die alten Stämme sind zum Teil hohl, viele Äste morsch. Besuchern und Gärtnern drohe Gefahr durch herabstürzendes Holz, hieß es. Doch ein kleiner schwarzer Käfer warf alle Pläne über den Haufen.

Jeder der 130 morschen Bäume im Berggarten bekommt jetzt eine individuell angepasste Stütze – damit die historischen Linden nicht umfallen und weiterhin als Refugium für den geschützten Juchtenkäfer dienen. Kosten: etwa 350.000 Euro.

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Der streng geschützte Juchtenkäfer nistete sich im Gehölz ein, ans Fällen war nicht mehr zu denken. Aus Sicherheitsgründen ließ die Stadt die Allee weiträumig absperren, was bei Besuchern und Ratspolitikern Entrüstung hervorrief. Tatsächlich konnten nicht einmal Sturmböen die Baumveteranen umhauen. Nach zwei Jahren mit abgesperrten Gartenbereichen entschied sich die Stadt, die Bäume zu beschneiden und einzeln abzustützen, um sich endlich der leidigen Zäune zu entledigen. Das Stützkorsett für jeden Baum besteht aus einem Gestänge, das an drei Punkten im Boden verankert wird. Betonfundamente müssen in der historischen Gartenanlage nicht gegossen werden, lange Schrauben halten die Träger im Boden, ähnlich wie bei Wanddübeln. „Die Konstruktion muss extra angefertigt werden“, sagt Clark. Zuvor prüfen Statiker Windrichtung und mögliche Belastungen für die Bäume. Mit einer Manschette werden die Linden dann an den Gestängen befestigt, an jeweils unterschiedlichen Stellen.

Im Sommer will die Stadt die restlichen Bäume im Norden der Allee beschneiden, sodass im Herbst weitere Linden abgestützt werden können. Das Zeitfenster für den Baumschnitt ist nicht groß, denn die Gärtner dürfen die Käferlarven nicht in ihrer Winterruhe stören.

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