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Aus der Stadt Drei Jahre Haft für brutalen Überfall auf Behinderten
Hannover Aus der Stadt Drei Jahre Haft für brutalen Überfall auf Behinderten
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20:17 08.03.2017
Nach dem brutalen Raub muss Gabriel M. drei Jahre in Haft.  Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Die Szene auf dem Überwachungsvideo, das im Landgericht gezeigt wird, ist brutal: Gabriel M. schlägt sein gehbehindertes Opfer so hart, dass dies von seinem Rollator fällt. Er zerrt den Mann wieder hoch, schlägt ihn mehrmals ins Gesicht und würgt ihn daraufhin mit dessen Gürtel. Die Tat dauerte mehrere Minuten, all das passierte direkt vor dem Tanzlokal Zaza. Es ist kurz nach 5 Uhr morgens, Dutzende feiernde Menschen laufen an dem Geschehen vorbei. Und niemand scheint die Tat in der dunklen Ecke zu bemerken - oder bemerken zu wollen. Am Ende erbeutet der rumänische Täter 15 Euro und den Ehering des Opfers.

„Da waren so viele Leute“

Das Landgericht verurteilt den 37-Jährigen wegen Raubes zu drei Jahren Haft. „Es tut mir wirklich sehr leid“, beteuerte M., nachdem er die Tat zugegeben hatte. Er habe den 47-Jährigen am frühen Morgen des 16. Oktober 2016 für den Dieb gehalten, der ihn zwei Tage zuvor nach einem Trinkgelage am Raschplatz bestohlen hatte.

Das Opfer, ein in einem Heim lebender Flaschensammler, war am Verhandlungstag noch immer geschockt von der Tat. „Da waren so viele Leute. Ich habe versucht, um Hilfe zu rufen“, so der 47-Jährige. Auch gewehrt habe er sich - vergeblich.

Besonders schockierend: Ein Mann stand mit dem Rücken zum Tatort kaum einen halben Meter entfernt. „Unglaublich, dass niemand etwas mitbekommen hat“, so Richterin Renata Bürgel. Erst 15 Minuten später rief ein Türsteher den Notruf.

Der psychiatrische Sachverständige Tobias Bellin fand die Situation nur schwer einschätzbar. Zu Beginn der Aufnahme sah man Gabriel M. sichtlich torkelnd, nach der Tat wirkte er auf die Polizeibeamten jedoch nüchtern und zurechnungsfähig. Bis zu 2,4 Promille habe der Angeklagte zu dem Zeitpunkt im Blut gehabt. Die Tatsache, dass er die Tat in aller Öffentlichkeit begangen habe und danach zurückgekehrt sei, um in Anwesenheit der Rettungskräfte die Sachen des Opfers zu durchstöbern, zeuge von verminderter Steuerungsfähigkeit, so Bellin. Außerdem habe er das vorher gestohlene Handy des Opfers wieder zurückgegeben, während dies mit dreifach gebrochener Nase behandelt wurde.

Keine Folgen für Passanten

Das Gericht entschied aufgrund verminderter Schuldfähigkeit durch Alkohol auf drei Jahre Freiheitsentzug. Den vorbeilaufenden Passanten drohen wegen unterlassener Hilfeleistung höchstwahrscheinlich keine Konsequenzen. Gerichtssprecher Hans-Christian Rümke sagte zu dem Geschehen: „Niemand hätte sich ins Gerangel stürzen müssen, sondern einfach bei der Polizei anrufen können.“

Von Madeleine Buck

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