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3700 Unterschriften für „HannoverGEN“

Schulpolitik 3700 Unterschriften für „HannoverGEN“

Schüler und Lehrer kämpfen weiter für das Schulprojekt „HannoverGEN“, das die Landesregierung nicht weiter finanzieren will.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Hannover. Nun überreichte eine Gruppe von mehr als 40 Personen an der Staatskanzlei eine Petition mit gut 3700 Unterschriften. Die Unterzeichner setzen sich für den Weiterbetrieb der biotechnologischen Labore ein, die es an vier Schulen in der Region Hannover gibt und die von Lehrern und Schülern zahlreicher weiterer Schulen genutzt werden.

Das Erstaunliche: Fast 2000 dieser Unterschriften stammen von Menschen, die außerhalb Niedersachsens leben, also persönlich nur äußerst mittelbar betroffen sind. Berichte in überregionalen Medien haben inzwischen dazu geführt, dass im Internet bundesweit über Gentechnik im Unterricht, die mangelnde Ausstattung von Schulen, zukunftsträchtige Technologien und den Wissenschaftsstandort Deutschland diskutiert wird.

Für Abiturienten, die in einem der Labore arbeiten konnten, war das ein Segen. Luca Hebestreit zum Beispiel wird in der kommende Woche in seiner Abiklausur in Biologie mit Themen wie Immunbiologie, Enzymen, Genetik und Ökologie konfrontiert werden. „Wir müssen im Abitur die ganzen Methoden kennen, die in Genlaboren angewandt werden. Dafür war das Labor echt praktisch“, sagt der Schüler der Helene-Lange-Schule.

Die Landesregierung bemüht sich um Schadensbegrenzung. Ministerpräsident Stephan Weil und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt wollen Ende Mai das Labor an der Wilhelm-Raabe-Schule besuchen. Das Gymnasium in direkter Nachbarschaft zur Staatskanzlei hatte den Ministerpräsidenten bereits eingeladen, als die HAZ Mitte Februar zum ersten Mal über das bevorstehende Aus für das Schulprojekt berichtete.

Die vier gut ausgestatteten Labore sollen weiter für einen experimentellen Unterricht zu biotechnologischen Fragestellungen genutzt werden, betont Susanne Schrammar, Sprecherin des Niedersächsischen Kultusministeriums. Doch die zu enge Sichtweise allein auf den Bereich der sogenannten „Grünen Gentechnik“ solle überwunden und auf andere wichtige Bereiche der Biotechnologie erweitert werden wie Medizin und Wasseraufbereitung sowie Entsorgung. Im Ministerium hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die mit Fachleuten aus Schulen und Hochschulen ein neues Konzept entwickelt. Es fehlen allerdings bisher Aussagen, wer die nicht ganz unbeträchtlichen laufenden Kosten übernehmen könnte.

Nur das Landwirtschaftsministerium soll es nicht mehr sein. „Das Modellprojekt beruhte auf einer merkwürdigen Konstruktion“, sagt Regierungssprecher Olaf Reichert. Die Grünen werfen dem Projekt vor, Gentechnik in der Pflanzenzucht zu propagieren. Zum Teil waren tatsächlich Saatgutkonzerne an der Finanzierung beteiligt.

„Wir sind weiter überzeugt, dass wir gute Arbeit gemacht und innovativen Unterricht angeboten haben“, sagt Wiebke Rathje vom Institut für Pflanzengenetik der Leibniz Universität Hannover, die das Projekt mit entwickelt hat und weiter begleitet. Wie die beteiligten Lehrer weist Rathje es zurück, Propaganda betrieben zu haben.

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