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Aus der Stadt 40.000 Besucher beim „Fest der Kulturen“ in Hannover
Hannover Aus der Stadt 40.000 Besucher beim „Fest der Kulturen“ in Hannover
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22:21 13.06.2011
Von Juliane Kaune
„Uno, dos, tres“: Beim Fest der Kulturen wurde der Maschpark zur Salsa-Bühne. Quelle: Kris Finn
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Hannover

Tanzen wie die Profis ist gar nicht so schwer. „Uno, dos, tres.“ Die Könner von der Salsa-Schule Caribbean Dance geben den Rhythmus vor – und der Nachwuchs macht mutig mit. Die siebenjährige Sophie, die ein Jahr ältere Emilia und ein halbes Dutzend anderer Mädchen müssen nicht lange überlegen. Spontan wagen sie sich aufs Plateau, mitten zwischen die stilecht gekleideten, routinierten Tanzpaare. „Uno, dos, tres.“ So tanzt man Salsa auf Kuba. Sophies Oma, Emilias Eltern und all die anderen Zuschauer rundherum applaudieren.

Die kleine Bühne im Maschpark neben dem Neuen Rathaus war die ganz besondere Attraktion beim zweitägigen „Fest der Kulturen“. Von Südamerika bis Asien, von der Südsee bis zum Mittelmeer: Rund 30 bunt kostümierte Gruppen aus verschiedenen Nationen zeigten, wie in ihrer Heimat getanzt wird und forderten zum Mitmachen auf. Das Masala-Team vom Pavillon hatte sich in bewährter Manier viel Mühe gegeben, Hannovers multikulturelle Facetten einzufangen und die Gäste mit weltumspannendem Flair anzustecken. Das galt ebenso für das Musikprogramm auf der großen Hauptbühne wie für den Basar mit Kunsthandwerk und kulinarischen Spezialitäten auf dem Trammplatz. Und das Angebot kam an: Gut 40.000 Besucher zählten die Organisatoren von der Stadt am Wochenende rund ums Rathaus, das am Sonnabend zudem zum Tag der offenen Tür geöffnet hatte.

Zum zehnjährigen Expo-Jubiläum im vergangenen Jahr hatte das Kulturfest Premiere – um zu zeigen, dass das internationale und fröhliche Miteinander kein auf die Weltausstellung beschränktes Phänomen ist. Es gibt offenkundig immer noch etliche Hannoveraner, die das Expo-Gefühl konserviert haben. Gabriele Scheil aus Linden gehört dazu. Mit ihren Enkelinnen Nane und Jule, die aus Berlin zu Besuch sind, schlendert sie am Sonntag über den Basar auf dem übervollen Platz. „Ich war schon am Sonnabend hier, es gibt so viel zu entdecken“, schwärmt sie.

Dazu zählten etwa Bananen-Ketchup aus der Karibik, Hibiskusblütensaft aus Gambia und ein Export aus Thailand, der (nicht vorrangig) für den Verzehr bestimmt ist: Melonen, Kohlrabi und Karotten hat die beständig lächelnde Hatthaya Ying mit filigranen Schnitzereien in üppige Blütenbouquets verwandelt. In ihrer Heimat ist diese vitaminreiche und leicht verderbliche Form des Kunsthandwerks Tradition. Die kultivieren die Mitglieder des buddhistischen Vereins Wat Dhammavihara nun in ihrem Tempel in Hannover-Ahlem. Auch Sven Kluge hat seine persönliche Entdeckung gemacht: Der Fliesenleger aus Salzgitter lässt sich von Happy Ephatha afrikanische Rastazöpfe flechten. „Einmal im Jahr muss ich was Verrücktes machen“, meint der Mann mit der grauen Kurzhaarfrisur, die binnen einer Stunde dank gleichfarbiger Kunststrähnen zum Bob-Marley-Look wird. Tochter Julienne, die die Prozedur schon hinter sich hat, hatte Papa auf die Idee gebracht.

Die passende Musik steuert später Rocky Dawuni aus Ghana auf der großen Bühne bei: Reggae vom Feinsten. Und die Band Bloody Kalinka beweist, dass aus Russland längst nicht nur schwermütige Balladen kommen – sondern auch temporeicher Rock.

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