Nie wird er das Jahr in Brasilien vergessen, wird sich immer an die Gastfreundschaft, die Herzlichkeit und die positive Lebenseinstellung der Menschen erinnern: Für den 19-jährigen Max Frömling war die Entscheidung, nach dem Abitur als Freiwilliger ins Ausland zu gehen, die wohl beste in seinem Leben. Von seinen Erfahrungen berichtete der Laatzener am Donnerstag beim landesweiten Informationstag „weltwärts und zurück!“, zu dem der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen (VEN) mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in den Pavillon eingeladen hatte. Den zahlreichen interessierten Besuchern aus ganz Niedersachsen – rund 400 kamen insgesamt – berichtete Max Frömling in einem von rund 20 Workshops von seiner Arbeit in einer brasilianischen Schule, aber auch von „weltwärts“, dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des BMZ. Über die seit 2008 bestehende Dachorganisation, die derzeit mit 216 Entsendeorganisationen zusammenarbeitet, hatte der Laatzener das geeignete Projekt für sich gefunden und wurde von ihr während seines Aufenthalts im Ausland finanziell unterstützt. „Durch die Zusammenarbeit mit ,weltwärts‘ konnte ich mir das Jahr sogar als Zivildienst anrechnen lassen“, sagt Frömling, der in Brasilien sein Sprachtalent entdeckt hat und nun interkulturelle Sprachwissenschaften studieren will.
„Dass die jungen Menschen interkulturelle Erfahrungen machen, die auch bei der Berufswahl helfen, ist eines der Ziele von ,weltwärts‘“, erzählt Santiago Alonso vom BMZ. Rund 3000 junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren hätten 2008 über das weltwärts-Förderprogramm einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in einem Projekt in Afrika, Asien oder Lateinamerika absolviert, sagt Alonso. „Derzeit haben wir 3700 Freiwillige in 81 Ländern.“ Das Interesse der jungen Menschen, ein Jahr im Ausland zu verbringen, und das Bedürfnis, über den Tellerrand zu schauen, seien in den letzten Jahren gewachsen – ebenso wie der Wunsch, Menschen in Entwicklungsländern in Bereichen wie Bildung, Umwelt oder Gesundheit zu unterstützen. „Wir entsenden Rückkehrer, die ihre Erfahrungen in Deutschland einbringen. Es geht um globales Lernen“, umschreibt Alonso das Konzept von „weltwärts“.
Über Möglichkeiten, wie Freiwillige sich nach der Rückkehr aus Ländern wie dem Senegal oder Bolivien weiterhin engagieren können, informierte der Markt der Möglichkeiten. Dort stellten aber auch mehr als 20 Organisationen ihre entwicklungspolitischen Projekte vor - vom Bistum Osnabrück bis zum Nicaragua-Verein Göttingen. „Es ist super, dass man hier so viele Ansprechpartner auf einmal findet“, sagt der Gymnasiast Frederik Plenz.
Von Julia Sellner
Kommentare
weltwärts... james – 23.02.10
Moin...hmmm...wollte kurz was loswerde...und zwar:
@Beppo:
Klar...würde sogar noch nicht mal das Problem hier in Deutschland verstehen oder lösen können. Das Programm soll ja nicht die Welt gleich verändern...das schafft noch nicht mal Obama..es soll lediglich ja um globales Lernen und andere Kultur verstehen/entdecken. Erst dann hat man eine Vorstellung, was man unter "Entwicklungspolitik" versteht.
Das Programm finde ich super...was besseres gibts nicht...(ich meine, ihr habt die Möglichkeit andere Länder zu schauen...die Franzosen oder Engländer waren deutlich überlegener euch gegenüber. Sie haben das Konzept verstanden und es in der Tat umgesetzt.)
und Kritik?? lililith – 14.02.10
Wenn das Thema weltwärts schon angesprochen wird - warum findet man kein Wort der Kritik an diesem Programm? Ich war da - und mich hat die Podiumsdiskussion mehr beeindruckt als alle Workshops zusammen. Denn da wurde deutlich: soo toll ist das alles gar nicht. Keiner wird hier einfach mal die Welt retten können, das ist klar. Aber es stellte sich auch die Frage, ob Freiwillige nicht mehr schaden als nutzen können!!! Und das Weltwärts nichts mit Entwicklungshilfe bzw. Zusammenarbeit zu tun hat! Das wäre vielleicht auch mal einen Artikel wert...eine Frage noch... Beppo – 11.12.09
Friede, freude Eierkuchen.... Die Welt ist so schön.... !!!! Der Schwachsinn, den Euch hier transportiert werden soll ist ja wunderschön. Fakt ist aber, dass in den Favelas von Rio de Janeiro kein 19-jährige Max Frömling aufräumen wird... Das ist ein Fakt ! Mit extrem harter Waffengewalt wird wieder gegen die Favelabevölkerung vorgegangen... Klar... Die Leute in den Favelas sind die Drogenbosse, aber 99,8 Prozent, der Favelados wollen mit denen nichts zu tun haben, sind aber leider gefangen....Donnertstag oder Freitag.... beppo – 11.12.09
Ok, nachdem das og Thema kommentarlos rausgenommen wurde, möchte ich mich auch noch mal kurz inhaltlich mit dem informativen Text der Autorin auseinandersetzen. Zum 1.) Ich finde es Schade, das es zwar eine Nachberichterstattung der HAZ zu so einem Ereignis gibt, aber keine Vorberichterstattung.. Ich wäre mit Sicherheit der 401 Besucher gewesen. Ich hätte wahrscheinlich auch dem jungen Mann rein verbal - auf portugiesisch - ein wenig auf die Sprünge helfen können... Dumm nur... Ich hab leider nichts davon gewußt !