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4000 Euro für einen nutzlosen Treppenlift

Ricklingen 4000 Euro für einen nutzlosen Treppenlift

Nicht genug Platz für den Rollstuhl: Seit fast zwei Jahren streitet eine Frau aus Ricklingen mit der Firma, die ihr einen Treppenlift für 4000 Euro verkaufte.

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Einer muss oben bleiben: Den Treppenlift kann Sonja Haller nur ohne ihren Rollstuhl benutzen.

Quelle: Insa Cathérine Hagemann

Hannover. Es ist vor allem Ratlosigkeit, mit der Sonja Haller den Treppenlift im Mehrfamilienhaus an der Friedrich-Ebert-Straße ansieht. Denn eigentlich funktioniert das Modell G530 der Firma A&P Treppenlifte einwandfrei. Gleichmäßig gleitet der ausklappbare Stuhl auf der Schiene über die letzten sechs Stufen, die bis zur Haustür führen. „Unten angekommen, kann ich nur leider nicht aussteigen, weil ich meinen Rollstuhl nicht mit dem Treppenlift transportieren kann“, sagt die Frau, die seit 30 Jahren an einer Fehlbildung der Halswirbelsäule leidet. Fast 4000 Euro kostete der Lift, der nicht zu benutzen ist - seit nunmehr zwei Jahren. Darüber, wie es zu dieser Situation kommen konnte, gibt es unterschiedliche Versionen.

„Der Lift wäre niemals dort eingebaut worden, wenn wir gewusst hätten, dass damit auch der Rollstuhl transportiert werden soll“, teilt Christopher Wirtgen mit, der als Sprecher für die Kölner Unternehmensgruppe Liftstar arbeitet, zu der auch A&P gehört. Haller habe damals dem Vertreter der Firma gesagt, sie wolle vor allem eine preiswerte Lösung und sei auch bereit, dafür einen zweiten Rollstuhl anzuschaffen, der dann am Fuß der Treppe abgestellt werden könne.

„Das ist Unsinn“, sagt Hallers Rechtsanwalt Rolf Bubikat und zieht eine Erklärung des Hausmeisters des Mehrfamilienhauses aus der Schublade. Darin erklärt dieser, dass er beim Beratungsgespräch klar gesagt habe, dass ein zweiter Rollstuhl nicht dauerhaft im Treppenhaus abgestellt werden könne. „Der Vertreter sicherte meiner Mandantin damals zu, dass das Model G530 eine Fußplatte habe, auf der sie den Rollstuhl abstellen könne“, sagt Bubikat. „Wir verstehen aber nicht, warum sich Frau Haller dann nicht früher bei uns gemeldet hat“, hält Wirtgen dagegen. Am 16. Juli 2014 installierte die Firma den Treppenlift, dann dauerte es drei Wochen, bis Sonja Haller einen Außendienstmitarbeiter traf, der prüfen sollte, ob man das Fußbrett nicht ersetzen oder verlängern könne. Als sich das als unmöglich erwies, gab es Mitte September noch einen telefonischen Kontakt, am 20. Oktober dann einen Brief von Haller. „Als dann ein unabhängiger Sachverständiger von Liftstar bestätigte, dass man den Lift nicht umrüsten kann, fragte Frau Haller ein Jahr später an, ob sie den Lift zurückgeben könne“, sagt Wirtgen.

„Da bot uns die Firma an, dass sie den Lift zurücknimmt, meine Mandantin aber nur 700 Euro erstattet bekommt“, sagt Anwalt Bubikat sichtlich verärgert. Wirtgen begründet dieses Angebot damit, dass vor allem die Vermessung, der Einbau und die individuell gefertigten schienen sehr teuer seien. „Zudem haben wir Frau Haller noch ein anderes Angebot gemacht“, betont er. Demnach könne sie einen Plattform-Treppenlift bei einer anderen Marke des Unternehmens bestellen, auf den sie mit ihrem Rollstuhl fahren könne. „In diesem Fall würden wir die kompletten Kosten des alten Lifts auf den Verkaufspreis anrechnen“, sagt Wirtgen. Die zusätzlichen Kosten wären trotzdem alles andere als eine Kleinigkeit: Die Differenz zum rollstuhlfähigen Modell der Firma sani-trans beträgt dann immer noch etwa 10 500 Euro.

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