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Hannovers größte Notunterkunft ist bereit

450 Flüchtlinge ziehen in Badenstedter Baumarkt Hannovers größte Notunterkunft ist bereit

Hannovers größte Notunterkunft für Flüchtlinge steht jetzt in Badenstedt bereit. Die Feuerwehr Hannover hat mit Kollegen der freiwilligen Feuerwehr einen leer stehenden Baumarkt hergerichtet. In nur vier Wochen haben die Helfer den verwahrlosten Bau in eine zweckmäßige Unterkunft verwandelt. 

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Die Zelte und Betten im ehemaligen Baumarkt in Badenstedt stehen bereit.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. In einem ehemaligen Baumarkt hat die Feuerwehr Hannover jetzt die größte Flüchtlings-Notunterkunft der Stadt eingerichtet. Betten für knapp 450 Menschen haben die Feuerwehrleute aufgebaut, bei Bedarf ist sogar Platz für mehr Flüchtlinge. „Als Notunterkunft haben wir in dem Baumarkt einen guten Standard erreicht. Den wollen wir in Hannover beibehalten“, sagt Hannovers Feuerwehrchef Claus Lange. Zwar sind im ehemaligen Oststadtkrankenhaus deutlich mehr Menschen einquartiert (750 insgesamt), doch zählt die Einrichtung aus Sicht der Stadt nicht als „Notunterkunft“, ebenso wenig wie Wohncontainer.

Der Baumarkt in Badenstedt wird für ankommende Flüchtlinge vorbereitet.

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Bereits am Mittwoch ziehen 300 Flüchtlinge in den Baumarkt in Badenstedt. Sie waren zuvor sechs Wochen in der Messehalle 21 einquartiert, doch bis Montag, 28. September, muss die Halle geräumt sein. Die Messe benötigt die Halle als Ausstellungsraum für die anstehende Infa. Die Feuerwehr fährt die Flüchtlinge am Mittwoch mit zwei Bussen vom Messegelände zu ihrer neuen Unterkunft in Badenstedt.

Die Stadt Hannover muss bis Ende Januar 2016 weitere 3700 Flüchtlinge aufnehmen. Die Kapazitäten in den regulären Einrichtungen sind weitgehend erschöpft. Die Feuerwehr Hannover hat jetzt den Auftrag, möglichst rasch neue Sammelunterkünfte aufzubauen. Auf Zelte unter freiem Himmel will die Stadt verzichten, für Zeltdörfer in Gebäuden, wie in der Messehalle und im Baumarkt, gibt es grünes Licht. Feuerwehrchef Lange ist zuversichtlich, dass er zusammen mit den Helfern von der freiwilligen Feuerwehr weitere Unterkünfte schaffen kann. „Unsere Lager sind voll. Wir können 1200 Betten aufstellen“, sagt Lange.

Nur vier Wochen haben die Feuerwehrleute gebraucht, um den maroden Baumarkt in eine annehmbare Notunterkunft zu verwandeln. Seit 2008 steht die Immobilie leer. „Wir mussten uns anfangs durch hohes Unkraut kämpfen“, berichtet Lange. Die Heizung wurde repariert, Wasser- und Stromleitungen verlegt, eine Sprinkleranlage eingebaut und provisorische Wände eingezogen. Jeweils vier Zelte gruppieren sich zu sogenannten Dörfern mit einem kleinen „Platz“ in der Mitte, auf dem Tische und Stühle stehen. Den Menschen stehen überdies Metallspinde zur Verfügung. Zudem hat die Feuerwehr mehrere Container mit Toiletten und Duschen aufgestellt. 20 Personen müssen sich eine Toilette teilen, 25 eine Dusche. Gegessen wird in einem gemeinsamen Speiseraum, der von den Zelten separiert ist.

In dem Badenstedter Baumarkt werden ausschließlich alleinstehende junge Männer untergebracht. Sie kommen überwiegend aus Syrien, aber auch aus Afghanistan und afrikanischen Ländern.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kümmert sich um die Flüchtlinge. Wie in den anderen Notunterkünften ist ein Betreuungsschlüssel von 1,5 Sozialarbeiterstellen für 50 Flüchtlinge vorgesehen. Die Betreuer richten ihre Büros in den ehemaligen Verwaltungsräumen des Baumarkts ein. In Hannover sind Sozialarbeiter derzeit dringend gesucht, qualifizierte Kräfte kaum noch zu finden.     

Essen in Schichten

Wo früher Baustoffe lagerten, speisen künftig Flüchtlinge. Feuerwehrleute und Handwerker haben eine Essensausgabe gebaut. An den Esstischen ist Platz für 240 Menschen. Da rund 450 in der neuen Unterkunft leben, wird in zwei Schichten gegessen. Ein Caterer liefert morgens, mittags und abends Speisen an, auf Kochplatten für die Flüchtlinge hat man verzichtet, vor allem aus Sicherheitsgründen.

Zelte zu „Dörfern“

Das Notquartier in der Messehalle 21 dient der Feuerwehr als Modell für weitere Sammelunterkünfte in großen Hallen. In der Messehalle haben die Feuerwehrleute Stellwände um mehrere Zelte errichtet, Gruppen geschaffen und den weiten Raum parzelliert. Verbessert hat die Feuerwehr im Baumarkt die Stromversorgung. Die Flüchtlinge können Handys und andere Geräte jetzt in den Zelten aufladen.

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