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Polizisten beleidigt: Mann bekommt Geldstrafe

An zwei Einheitsfeiertagen Polizisten beleidigt: Mann bekommt Geldstrafe

Alle Jahre wieder: Zum zweiten Mal beleidigte Volker S. Polizisten am Bahnhof - immer am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit. Am Dienstag wurde gegen den 58-Jährigen nun eine Geldstrafe verhängt.

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Volker S. pöbelt gerne gegen Polizisten. Im Beisein seines Anwalts wirkt er friedlich.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Polizisten aus Duderstadt am Tag der Deutschen Einheit - sie sind für einen 58-Jährigen aus der Wedemark offenbar ein rotes Tuch. Am 3. Oktober 2014 beschimpfte er etliche Bundespolizisten aus dem Eichsfeld im hannoverschen Hauptbahnhof, am 3. Oktober 2015 spielte sich im Bahnhof ein ganz ähnliches Drama ab. Weil er einen 37-jährigen Beamten bei seinen alkoholgestützten Ausfällen im vergangenen Herbst auch noch anspuckte und sich seiner Festnahme widersetzte, kassierte Volker  S. gestern eine empfindliche Geldstrafe. Amtsrichter Koray Freudenberg verurteilte ihn in Kombination mit der vorherigen Verurteilung zu 110 Tagessätzen à 30 Euro. Weil die 90-Tages-Grenze überschritten wurde, gilt S. nun als vorbestraft.

Bis vor Kurzem war für Volker S. noch keine Vorstrafe vermerkt. Doch am Tag der Deutschen Einheit 2014 überkam es den als Packer tätigen Mann zum ersten Mal. Weil er sich weigerte, im Bahnhof einen von ihm zu Boden geworfenen Kronkorken aufzuheben, geriet er mit einigen Bundespolizisten aus Duderstadt in Streit. Er titulierte sie als „blöde Sau“ und „Idioten“, ignorierte einen Platzverweis und griff einem Beamten ans Revers. Für diese Tat unter „alkoholbedingter Enthemmung“ - er hatte einen Blutalkoholwert von 1,2 Promille - wurde S. vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt.

Am 3. Oktober 2015, also ein Jahr später, trieb sich S. erneut am Hauptbahnhof herum. An diesem Tag hatte Hannover 96 gegen Werder Bremen sein erstes Spiel der laufenden Saison gewonnen (mit 1:0), und es waren viele Fußballfans unterwegs. S. erkannte eine Duderstädter Beamtin mit blonden Haaren wieder, ebenso wie einen ihrer Kollegen, und verwickelte die beiden in ein Gespräch - worauf diese aber keinen gesteigerten Wert legten. Dieses Mal hatte der Wedemärker 2,1 Promille im Blut, und wieder artete die Debatte aus; dieses Mal ließ S. Vokabeln wie „Arschloch“ und „scheiß Duderstädter“ fallen. Als die Polizisten einen Platzverweis aussprachen, wurde S. aggressiv und spuckte dem 37-jährigen Beamten ans Kinn. Dieser verspürte „Ekel“, erstattete später Strafanzeige. Als der Störenfried zur Dienststelle der Bundespolizei am Ernst-August-Platz gebracht werden sollte, warf er sich auf den Boden, versuchte sich der Fesselung zu entziehen und setzte seine Schimpfkanonade fort.

Am Dienstag wirkte der 58-Jährige ganz friedlich, lächelte viel, entschuldigte sich bei dem Beamten und erklärte über seinen Verteidiger Vyacheslav Varavin, er sei selbst erschrocken über sein Tun. Immerhin gab es ein polizeiliches Video, auf dem zumindest sein Transport in die Dienststelle dokumentiert war. Ein Rechtsmediziner bescheinigte dem Angeklagten, dass er zur Tatzeit zwar angetrunken, aber trotzdem schuldfähig war. Auf die Frage von Koray Freudenberg, ab seine Herkunft aus Göttingen etwas mit einer Abneigung gegen Duderstadt zu tun habe, mochte S. nicht antworten. Er versprach aber, einen Rat des Richters zu beherzigen: am nächsten Tag der Deutschen Einheit den hannoverschen Hauptbahnhof zu meiden. Und ein Schmerzensgeld von 300 Euro will er dem Beamten auch zeitnah überweisen.

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