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60 Poller sollen wildes Parken stoppen

An der Nikolaistraße 60 Poller sollen wildes Parken stoppen

Seit der Eröffnung des neuen Astor-Kinos herrschen rund herum in der Nikolaistraße in den Abendstunden chaotische Zustände. Gehwege und Einfahrten werden derart zugeparkt, dass Politessen zuletzt an einem Abend innerhalb von nur zwei Stunden 52 Knöllchen verteilen mussten.

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„Mit Mitteln der Verkehrsüberwachung nicht nachhaltig zu unterbinden“: Kontrolleure haben vor dem Astor-Kino in zwei Stunden 52 Knöllchen geschrieben.

Quelle: Philipp von Ditfurth

„Mit Mitteln der Verkehrsüberwachung lassen sich die Parkverstöße offenbar nicht nachhaltig unterbinden“, heißt es in einer Antwort der Stadt auf eine Frage der CDU im Bezirksrat Mitte.

Daher will die Stadt jetzt zu härteren Maßnahmen greifen. Nach Informationen der HAZ sollen rund 60 Poller entlang der Nikolaistraße Autos von Gehwegen fernhalten. Zudem erwägt die Stadt, Wegfahrsperren (sogenannte Parkkrallen) zu verwenden. Derzeit werde geprüft, ob Parkkrallen rechtlich zulässig sind, heißt es aus dem Rathaus. Mit Knöllchen allein sei den Parksündern nicht mehr beizukommen. Das liege daran, dass Kino und Gastronomie in der Nikolaistraße ein wechselndes Publikum hätten und der „erzieherische Effekt“ von Bußgeld ausbleibe, argumentiert die Stadt.

Seit Eröffnung des Astor-Kinos im vergangenen Jahr ist die Nikolaistraße wieder im Aufschwung. Restaurants und Bars freuen sich über steigende Gästezahlen, Leidtragende sind jedoch die Anwohner. Etliche Beschwerden über abendliches Verkehrschaos landeten auf den Tischen der Bezirksratsmitglieder. Die Politiker forderten daraufhin bereits im Frühjahr die Stadt auf, mit dem Kinobetreiber und den Gastronomen zu sprechen. Die Verwaltung sicherte zu, mehr Politessen ins Nikolaiviertel zu schicken.

Der Erfolg ist indes ausgeblieben. Nicht nur Kinobesucher stellen ihre Autos ins Halteverbot, auch die Gäste einer Shisha-Bar auf der Nikolaistraße scheinen sich wenig um Verkehrsregeln zu scheren. Vertreter der Stadt haben mit den Barbetreibern gesprochen, aber wenig erreicht. Ein weiteres Problem sind Rennen, die in den Nachtstunden auf dem benachbarten Postkamp ausgetragen werden. Die Raser stammen „aus dem Umfeld“ der Shisha-Bar, vermutet die CDU im Bezirksrat.

Der Vorschlag, die Nikolaistraße weiträumig „abzupollern“, kommt von SPD und Grünen im Bezirksrat. „Besser ein Pollerwald als zugeparkte Wege“, sagt Grünen-Fraktionschef Martin Nebendahl. Wilfried Engelke (FDP) fühlt sich dagegen allzu sehr an die Posse erinnert, die vor ein paar Wochen Schlagzeilen machte. „Hannover darf nicht wieder zum Gespött werden“, sagt er.

Im April hatte die Stadtverwaltung vor der Markthalle 21 rot-weiße Metallpoller aufstellen lassen, um ein paar Quadratmeter auf der Leinstraße abzusperren. Die Stelen sollten Autofahrer daran hindern, den Zugang zu einem unterirdischen Technikraum zu blockieren. In der Garage ist Computertechnik für das nahe Bürgeramt Leinstraße untergebracht. Am Ende lichtete die Stadt den Pollerwald, baute elf Stelen ab und tauschte den Rest gegen „dezentere“ Metallstäbe aus.

Vor diesem Hintergrund rät FDP-Mann Engelke, an der Nikolaistraße mit Pollern vorsichtig umzugehen. „Vielleicht kann die Stadt an den Straßenrändern Balken aufstellen wie im Western“, sagt er augenzwinkernd.

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Parksituation an der Nikolaistraße
Foto: Die Parksituation vor dem Astor-Kino an der Nikolaistraße.

Die Stadt will noch in diesem Sommer das Parken rund um das Astor-Kino mit Fahrradbügeln anstelle von Pollern eindämmen. Lediglich im Einmündungsbereich der Nikolaistraße/Ecke Celler Straße werde man Poller aus Gründen der Verkehrssicherheit installieren. Dies teilte Stadtsprecher Alexis Demos mit.

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