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Aus der Stadt 600 Studenten besetzen in Hannover das Audimax
Hannover Aus der Stadt 600 Studenten besetzen in Hannover das Audimax
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22:38 18.11.2009
Arme hoch: Die Studenten stimmen für die Besetzung des Audimax. Quelle: Rainer Surrey
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Damit wollen sie für besserere Bildungsbedingungen demonstrieren. Bis wann die Blockade andauern soll, ließen die Besetzer offen. Am späten Abend hielten sich noch etwa 300 Studenten dort auf, um mit Schlafsäcken die Nacht im Hochschulgebäude zu verbringen. Das Uni-Präsidium ließ sie gewähren.

In zahlreichen anderen deutschen Städten halten Studenten bereits seit Tagen Hörsäle in Hochschulen besetzt. „In Hannover fehlte bisher noch der letzte Anstoß“, sagte Matthias Clausen von der Studentenvertretung AStA. Den gab es gestern bei der Vollversammlung, die die gesamte Studentenschaft der Leibniz-Uni repräsentiert. Auf Antrag einer Studentengruppe stimmten die Anwesenden mit großer Mehrheit für die Besetzung. Im Audimax war die Stimmung kämpferisch. „Auf fehlende demokratische Mitbestimmung, Verschlechterung der sozialen Lage der Studierenden und die Verschulung des Studiums sind Protest und Widerstand die einzige Antwort“, erklärte AStA-Referent Sebastian Bitterlich. „Unis besetzt halten“, war auf einem Plakat zu lesen.

Im Vorfeld der Versammlung hatte Uni-Präsident Prof. Erich Barke Verständnis für die Kritik der Studenten geäußert, die sich unter anderem gegen die neuen Bachelor- und Masterstudiengängen richtet. Barke hatte Gesprächsbereitschaft signalisiert und angeboten, bei der Veranstaltung mit den Studenten zu diskutieren. Doch die lehnten seinen Besuch im Audimax ab. „Das ist eine Pseudo-Legitimation“, rief ein Student aus dem Plenum. An dem von Bund und Ländern beschlossenen Bachelor- und Mastersystem könne der Uni-Präsident ohnehin nichts ändern.

Unklar blieb, ob die Studenten in den kommenden Tagen noch weitere Hörsäle oder andere Uni-Gebäude besetzen werden. Am Mittwoch blieb die Aktion auf das Audimax beschränkt. Die protestierenden Studenten hatten aber auch bereits reguläre Lehrveranstaltungen in anderen Hörsälen besucht, um die Kommilitonen auf die Besetzung aufmerksam zu machen. Bis zum späten Abend bildeten sie verschiedene Arbeitsgruppen, um das weitere Vorgehen zu planen.

Von Julia Kaune und Juliane Sellner

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