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75 Gräber auf Ricklinger Friedhof geschändet

Stadtfriedhof 75 Gräber auf Ricklinger Friedhof geschändet

Unbekannte haben in der Nacht zum Sonnabend etwa 75 Gräber auf dem Stadtfriedhof Ricklingen geschändet: Grabschmuck wurde zerstört, einem Fall sogar eine Grabstein herausgerissen und auf einem anderen Feld zerschlagen.

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Hannover.   Ein Leser hatte am Sonnabendmittag in der Redaktion angerufen und von den Zerstörungen berichtet: Laternen mit Kerzen sowie Windlichter wurden zerschlagen, Blumenschmuck herausgerissen. Scherben lagen überall herum. Grabfiguren wie Engeln wurden die Köpfe abgeschlagen. Einen Fall wurde sogar ein Grabstein auf einem anderen Feld zerschlagen. Außerdem wurden vier Grabplatten beschädigt.

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Windlichter umgeworfen, Grabschmuck herausgerissen und sogar eine Grabplatte auf einem anderen Feld zerschlagen: Auf dem Stadtfriedhof Ricklingen sind mehr als 65 Gräber geschändet worden.

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Die Tat muss sich zwischen Freitagabend und Sonnabendfrüh ereignet haben. Einer vorläufigen Bilanzu zufolge sind etwa 75 Ruhestätten auf dem Friedhof an der Göttinger Chaussee betroffen. Nachdem um 9 Uhr die erste Anzeige bei der Polizei eingegangen war, sprachen auch die Beamten vor Ort von einer erschreckenden Szenerie.

Dieses Foto vom Grab vor und nach der Zerstörung hat eine Leserin über Facebook geschickt.

HAZ-Leser berichten auf Facebook, dass auch die Gräber ihrer Angehörigen betroffen seien: „Die haben das Grab meiner Mutter zerstört“, schreibt eine Angehörige. „Ganz, ganz schrecklich. Die wissen gar nicht, was sie den Angehörigen damit antun“, schreibt eine andere Nutzerin über die Zerstörungen an der Göttinger Chaussee.

Auch auf anderen Friedhöfen wurden in der Vergangenheit immer wieder Gräber geschändet. In Seelhorst und Misburg wurden wiederholt Grabschmuck, Kerzen und Dekoration gestohlen, so auch auf dem Laatzener Friedhof im Heidfeld. Laut Polizeisprecherin Kathrin Pfeiffer gibt es bisher keine Erkenntnisse darüber, ob Gegenstände in Ricklingen entwendet wurden.

Nach dem Bekanntwerden der Verwüstung trieb es am Wochenende etliche Betroffene zu den Ruhestätten ihrer Angehörigen, um nachzusehen, ob auch deren Gräber geschändet wurden.

Die Tat der Unbekannten sorgt im Netz für Wut: „Manche Leute machen aber auch vor nichts halt – ekelhaftes Verhalten“, schreibt eine Nutzerin der HAZ-Internetseite – und gehört damit noch zu den gemäßigten Kommentatoren des Vorfalls. „Wie kann man so hirn- und gewissenlos und voller Zerstörungswut sein?“, fragt ein anderer Nutzer.

„Wir haben keine Hinweise auf politisch oder rassistisch motivierten Vandalismus“, sagt Kathrin Pfeiffer von der Polizei Hannover. Es habe keine Hinweise auf eine Systematik oder Symbolik bei der Verwüstung der 75 Grabstätten gegeben. Allerdings: „Ein Fall von Zerstörung in dieser Größenordnung auf einem Friedhof ist mir bisher nicht bekannt“, sagt die Behördensprecherin.

Die Polizei hat die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung und Störung der Totenruhe aufgenommen. Ob einer oder mehrere Täter die Gräber geschändet haben, ist bisher unklar. Zeugen und Angehörige werden gebeten, sich unter Telefon (05 11) 1 09 30 17 bei der Polizei zu melden.

sbü/man

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