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65.000 Zuschauer beim Drachenbootrennen in Hannover

Maschsee-Spektakel 65.000 Zuschauer beim Drachenbootrennen in Hannover

Volle Kraft voraus: Beim Drachenbootrennen auf dem Maschsee in Hannover zählt nicht nur der Einsatz der Armmuskeln, sondern auch eine lautstarke Trommel – und Stimme – zum Anfeuern des Teams. Bereits im 17. Jahr hatte der Hannoversche-Kanu-Club von 1921 am Wochenende zur Regatta der besonderen Art eingeladen.

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Beim Drachenbootrennen zählt nicht nur der Einsatz der Armmuskeln, sondern auch eine lautstarke Trommel zum Anfeuern des Teams.

Quelle: Kris Finn

Hannover. Auf die Armmuskeln kommt es an. Die lassen sich natürlich durch ein intensives Training stählen. Aber mindestens ebenso wichtig ist eine gute, nahrhafte Mahlzeit. Jochen Grobe drückt das Folgendermaßen aus: „Ohne Dampf kein Druck am Paddel.“ Er steht in T-Shirt und Shorts am Grill, wendet eine stattliche Anzahl von Würstchen und Steaks und blinzelt in die Sonne. Grobe hat die Aufgabe übernommen, 22 sportliche Männer und Frauen zu verköstigen, für die das Pfingstwochenende jedes Jahr wieder eine besondere Herausforderung bedeutet. Unter dem Namen „Physio-DraXx“ treten sie seit acht Jahren beim Drachenbootrennen auf dem Maschsee an. Mit vollem Einsatz, viel Kalorienverbrauch – und jeder Menge Spaß.

Die „Physio-DraXx“, die aus einer Gruppe von Physiotherapeuten hervorgegangen sind und heute vom kaufmännischen Angestellten über den Kfz-Mechaniker bis zur Zahnarzthelferin diverse Berufsgruppen an Bord haben, waren eine von 140 Mannschaften, die dieses Mal in See stachen. Bereits im 17. Jahr hatte der Hannoversche-Kanu-Club von 1921 zur Regatta der besonderen Art eingeladen – mit einer Teilnehmerzahl von 3500 Paddlern in vier Wertungskategorien hat die Veranstaltung ihre Spitze erreicht. Ein Großteil kommt aus der Region Hannover, aber auch aus anderen Bundesländern, und sogar aus Schweden und der Schweiz waren Teams dabei. Auf die Erfolgsgeschichte sind die ehrenamtlichen Organisatoren stolz. „Unser Rennen ist das größte seiner Art in Europa“, betont Vereinssprecher Michael Christ. Und der zweite Vorsitzende Frank Nomrowski, einer der Väter des Bootswettstreits, schüttelt staunend den Kopf, wenn er die vergangenen Jahre Revue passieren lässt: „Mit acht Mannschaften haben wir mal angefangen. Ich hätte nie gedacht, dass wir es so weit bringen.“

Seit fast 20 Jahren messen sich zu Pfingsten traditionell auf dem Maschsee in Hannover die besten Drachenbootfahrer. Das „Dragonboat Race“ hat sich inzwischen als eines der größten europäischen Drachenbootereignisse etabliert.

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Auch im hannoverschen Veranstaltungskalender hat sich das Rennen längst als bestens besuchte Freiluftattraktion an Pfingsten etabliert: 65.000 Zuschauer zählten die Verantwortlichen vom Kanu-Club am vergangenen, (fast) durchweg sonnigen Wochenende sowie bei den Schlusswettkämpfen am Montagvormittag. Wenn die schmalen, jeweils exakt 12,49 Meter langen Boote mit dem typischen Drachenkopf über das Wasser schießen, ist das zum einen sehenswert. Zum anderen handelt es sich um ein akustisches Erlebnis. Denn zu jedem mit 20 Ruderern (in der Regel sind es Männer und Frauen) besetzten Drachenboot gehört am vorderen Ende ein Teammitglied, das mit viel Elan die Trommelstöcke schwingt und die Mannschaft lautstark anfeuert. Dass der- oder diejenige am Ende eines Renntages mitunter heiser ist, gehört dazu. Ebenso wie der Muskelkater in den Armen, der die nicht ganz so gut Trainierten heimsucht.

Das ist das Schöne an der Veranstaltung: Einerseits geht es um sportlichen Ehrgeiz – 21 Teams kommen aus dem Vereinssport, 20 aus der Leistungsklasse –, andererseits spielen die Freude, dabei zu sein, und der Spaß am Paddeln die noch größere Rolle. Die Mehrzahl der Mannschaften, die auf den Meldelisten stehen, findet sich einmal im Jahr eigens für das Drachenbootrennen zusammen. Es wird mit den vom Kanu-Club bereitgestellten Booten gezielt trainiert – und dann beim Rennen auf Distanzen von jeweils 250 Metern durchgestartet. Wer will, wagt sich noch an die Langstrecke von 2000 Metern.

Viele haben zuvor bereits eine Menge Energie in die Namensgebung für ihr Team gesteckt. So verbirgt sich hinter den „Staatsdrachen“ ein außerdienstlicher Zusammenschluss von Beamten und Angestellten aus dem hannoverschen Rathaus. Als „Der fliegende Holländer“ tritt traditionell ein Teil des Ensembles aus dem Opernhaus an, und Chirurgen der Medizinischen Hochschule Hannover setzen sich als „Die Aufschneider“ ins Boot. Wer am Ende als Sieger aus den Einzelwettkämpfen hervorgeht, ist eher zweitrangig. Die Gemeinschaft zählt – auch jenseits des Wassers am Westufer, wo die Teams für drei Tage ein Sommercamp aufgebaut haben. Sonnensegel und Liegestühle gehören ebenso dazu wie gut gekühltes Bier. Die „Al-Shisharks“ gönnen sich zur Entspannung zwischendurch auch einen Zug aus der Wasserpfeife. Sie wollen eben ein bisschen orientalisch wirken, die gut gelaunten Frauen und Männer mit ihren scheichartigen Kopfbedeckungen. Doch wenn es wieder aufs Wasser geht, haben natürlich alle einen klaren Kopf.

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