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Aus der Stadt Flüchtlingszahl in Hannover verdoppelt sich
Hannover Aus der Stadt Flüchtlingszahl in Hannover verdoppelt sich
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00:27 19.09.2015
Die Polizei hat schon Zelt für Flüchtlinge aufgestellt – Unterkünfte für weitere 3700 Menschen wird benötigt. Quelle: dpa/Archiv
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Hannover

Das berichtete Baurat Uwe Bodemann Mittwoch im Bauausschuss des Rates. Derzeit leben rund 3300 Hilfesuchende aus aller Welt in den städtischen Unterkünften. Bodemann kündigte an, dass Unterkünfte jetzt doppelt belegt werden. Er schloss auch die weitere Akquise von Sporthallen nicht aus. Es handele sich um eine „dramatische Zahl“, die in dieser Woche auf Nachfrage offiziell bestätigt worden sei.

Im Juli hatte die Stadt den Ratspolitikern ein Konzept für den Ausbau der Flüchtlingsunterkünfte 2016 vorgelegt, bei dem von etwa 300 zusätzlichen Flüchtlingen pro Monat ausgegangen wurde. Die neue Zahl entspräche 764 im Monat. Entsprechend müssten die Pläne geändert werden, im Rathaus sei die Arbeit auf mehrere Stellen verteilt worden.

Bekannt ist, dass die Feuerwehr sich um Notunterkünfte kümmert. Das Gebäudemanagement beschäftigt sich mit Containerstandorten („Modulen“), weil man Erfahrung mit Kitas und Schulen habe, die Liegenschaften kümmern sich um Ankauf von Gebäuden.

Was ändert sich durch die neuen Zahlen?

Doppelte Belegung: In der Unterkunft Treschkowstraße, die für 50 Menschen errichtet wird, sollen die Appartements jetzt doppelt belegt werden. „Überall werden wir mehr Menschen unterbringen müssen als avisiert, um über den Winter zu kommen“, sagt Bodemann. Ob das auch im Neubau an der Grenze zu Empelde passieren soll, ist noch offen - eigentlich war dort ein Wohnprojekt geplant, was mehr Platz braucht. Klar ist aber, dass im ehemaligen Marktkauf Badenstedt jetzt 450 Menschen unterkommen sollen. Bisher war von rund 300 die Rede gewesen. Der Umbau zur Unterkunft läuft. Ab November steht der Stadt das alte Bettenhaus Siloah zur Verfügung.

Container kommen: Die erste von 14 Modulanlagen ist angekommen, sie wird in Alt-Vinnhorst montiert. Drei bis vier weitere werde es noch in diesem Jahr geben, sagt Bodemann. Auch die Container an der Lutherschule sollen als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden, sobald im Herbst die Schulnutzung endet. Die Stadt will offenbar auch mit Wohnmodulen aus Holz experimentieren.

Turnhallen bleiben: Derzeit sind zehn städtische Turnhallen belegt. Bodemann sagte, angesichts der neuen Zahlen könnten sie nicht geräumt werden. Ob weitere Hallen umgenutzt werden müssten, ließ er offen - der Preis, dass dort kein Sport mehr stattfinde, sei hoch.

Mehr Standorte: Der Dezernent wollte sich Mittwoch nicht festlegen, ob weitere Standorte für Flüchtlingsunterkünfte gefunden werden müssen. Nach Informationen der HAZ bemüht man sich noch um einen größeren Standort, etwa ein Hotel. Niemand wisse, wie sich die Situation 2016 entwickele. Er lobte die große Hilfsbereitschaft der Hannoveraner: „Am ehemaligen Klinikum Oststadt helfen 200 Ehrenamtliche - das ist eine große Leistung.“

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