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Aus der Stadt 730 "beschleunigte Verfahren" zeigen Wirkung
Hannover Aus der Stadt 730 "beschleunigte Verfahren" zeigen Wirkung
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12:20 25.02.2017
Von Tobias Morchner
Wollen an die Vermögen der Kriminellen ran: Behördenleiter Henning Meier (li.) und Lars Burghard. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

730 beschleunigte Verfahren hat die Staatsanwaltschaft im vergangenen Jahr in die Wege geleitet. Ladendiebe, Drogendealer, Handtaschenräuber und andere Kleinkriminelle, die bei der Begehung eines Verbrechens ertappt werden, landen unmittelbar nach ihrer Festnahme vor einem Richter. Werden die Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt, geht es für sie direkt aus dem Gerichtssaal in eine Zelle. „Dieses konsequente Vorgehen spricht sich bei den Tätern herum“, sagt Meier.

Die Abteilung, die sich um die beschleunigten Verfahren kümmert, wird von Oberstaatsanwalt Lars Burghard geleitet. „Bei unserer Arbeit können wir sehen, welches Delikt derzeit in Mode ist“, sagt er. Bereits in den Jahren 2013 und 2014 - deutlich vor den Vorfällen in der Kölner Silvesternacht - bereiteten die sogenannten Antänzer den hannoverschen Ermittlern Schwierigkeiten. „Jeden zweiten Tag hatten wir mindestens einen auf der Liste, am Wochenende immer mehrere Fälle“, sagt Burghard. Durch die beschleunigten Verfahren sei dieses Problem in der Landeshauptstadt massiv eingedämmt worden. Derzeit beobachten die Staatsanwälte ein neues Phänomen. „Ladendiebe haben es momentan auf hochwertige Bekleidung und die Aufsätze von elektrischen Zahnbürsten abgesehen“, sagt Burghard.

Ein weiterer Schwerpunkt der Staatsanwaltschaft Hannover liegt bei den Vermögensermittlungen. „Die Täter kassieren lieber eine Bewährungsstrafe, als dass man ihnen ihr Vermögen wegnimmt“, sagt Meier. Darum kümmert sich eine Spezialabteilung um diese Art der Ermittlungen.

Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft im vergangenen Jahr 106 681 Ermittlungsverfahren geführt. „Das ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent“, sagt Meier. Aktuell sorgt er sich um ein ganz praktisches Problem: Die Nebenstelle der Staatsanwaltschaft an der Vahrenwalder Straße ist seit Montag telefonisch nicht zu erreichen. „Zum Glück funktionieren die Computer, sodass wir per Mail kommunizieren können.“

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