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Aus der Stadt 81-Jährige flüchtet nach Autounfall
Hannover Aus der Stadt 81-Jährige flüchtet nach Autounfall
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20:28 15.12.2016
Von Michael Zgoll
Eine Seniorin begeht nach einem Autounfall am Maschsee Fahrerflucht. Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

So viel Uneinsichtigkeit erlebt man selten vor Gericht. Eine 81-jährige Autofahrerin, aus einer der prominentesten Unternehmerfamilien Hannovers stammend, hatte am Maschsee mit ihrem Mercedes einen Verkehrsunfall verursacht. Sie war betrunken - 0,68 Promille - und beging anschließend Fahrerflucht. Doch in der Sitzung bei Amtsrichter Koray Freudenberg am Donnerstag hatten alle Schuld, nur sie nicht. Selbst ihr 92-jähriger Mann und die Staatsanwältin bekamen ihr Fett weg.

Schlussendlich zog die Seniorin ihren Einspruch gegen einen Strafbefehl von 60 Tagessätzen à 100 Euro sowie elf Monate Führerscheinentzug zurück, räumte die Tatvorwürfe also prinzipiell ein. Weil sie aber behauptet, nur 568 Euro Rente zu beziehen und die Strafe von 6000 Euro nicht zahlen zu können, wird das Gericht nun ihre Vermögensverhältnisse überprüfen. Freudenberg verwies darauf, dass ein ihr bekannter ehemaliger Anwalt im Vorfeld dringlich darum gebeten hatte, eine Verhandlung zu umschiffen. Die Seniorin werde auch einen Strafbefehl größeren Ausmaßes klaglos akzeptieren - stünden der Dame doch monatlich 3000 Euro zur freien Verfügung.

Der Unfall ereignete sich am Abend des 27. März 2016 am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer. Die Seniorin fuhr mit ihrem schwarzen Mercedes-Coupé älteren Baujahres auf der linken Spur stadteinwärts, nach Angaben von Zeugen in Schlangenlinien. Auf Höhe des NDR-Funkhauses scherte die Frau nach rechts aus - und übersah einen schwarzen BMW 320, an dessen Steuer ein 26-jähriger Hildesheimer saß. „Es gab ein schreckliches Rumsen“, so die 81-Jährige vor Gericht. Doch während der BMW-Fahrer stoppte, fuhr die Frau einfach weiter. Daraufhin nahm der Mann die Verfolgung auf, seine Freundin alarmierte die Polizei. An einer Ampel am Friederikenplatz gab es einen Wortwechsel zwischen den Autofahrern, doch auch dann setzte die Frau ihre Heimreise unbeeindruckt fort. Allein die Reparatur des seitlich zerschrammten BMW kostet knapp 2600 Euro.

Rentnerin schimpft auf Ehemann

Ihr Ehemann, so schimpfte die Seniorin vor Gericht, habe sie „reingerissen“, weil er nach einem feinen Essen in Norbert Schus Insel-Restaurant nicht ans Steuer wollte: „Ich werde ihm nie wieder einen Gefallen tun.“ Sie habe nur zwei Gläser Wein getrunken, ein Anhalten nach dem Crash wäre zu gefährlich gewesen, der andere Fahrer habe Unfallflucht begangen, und überhaupt wolle die Staatsanwältin sie „fertigmachen“.

Sichtlich erschüttert von so viel Altersstarrsinn legte Richter Freudenberg der 81-Jährigen ans Herz, den Strafbefehl doch bitte zu akzeptieren. Ansonsten müsse er womöglich ein psychologisches Gutachten in Auftrag geben. Diese Aussichten schreckten die alte Dame offenbar so sehr, dass sie auf die prozessuale Bremse trat.

Die Suche nach einem Nachfolger für Stadtkämmerer Marc Hansmann entzweit den Rat. Die CDU fordert, in der Ausschreibung für die Stelle höhere Anforderungen zu stellen. Fassungslos äußerten sich die anderen Parteien zudem über Äußerungen der AfD: Diese verlangte, Frauen und Migranten dürften nicht zur Bewerbung auf den Posten ermuntert werden.

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