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Aus der Stadt 85-Jähriger wollte Haus in die Luft jagen
Hannover Aus der Stadt 85-Jähriger wollte Haus in die Luft jagen
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00:15 27.08.2016
Von Michael Zgoll
Weil er ein Haus in Wunstorf in die Luft jagen wollte, muss sich ein 85-Jähriger nun vor dem Landgericht verantworten. Quelle: Symbolbild
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Wunstorf

Der betagte Mieter soll geplant haben, so die Anklage, ein Wunstorfer Wohnhaus mitsamt der eigenen Einliegerwohnung in Brand zu stecken und mittels Gas und Benzin in die Luft zu jagen. Nur mit Glück scheiterte die akribisch vorbereitete Tat. Seit Mittwoch muss sich Karl O. vor der 19. Großen Strafkammer verantworten. Der Prozessauftakt endete mit der Verlesung der Anklageschrift, erst am 5. September werden der Angeklagte und etliche Zeugen befragt.

Der Rentner hatte sich am Nachmittag des 19. Februar 2016 von seinen Vermietern - 79 und 81 Jahre alt - verabschiedet. Er plane für zwei Wochen nach Venedig zu verreisen, erzählte Karl O. Dann begann er seine Wohnung in dem mit Schindeln verkleideten Bauernhaus zu präparieren. Er trennte die Gasleitung durch und verstopfte sie mit einem Korken. Dann deponierte er mit Benzin gefüllte Flaschen in den Räumlichkeiten, baute die Rauchmelder ab und drehte den Hauptwasserhahn zu. Das Feuer auslösen sollte ein präparierter Toaster, der mit einer Zeitschaltuhr verbunden war. Auslösezeitpunkt: der nächste Morgen um 4.50 Uhr.

Zunächst ging der teuflische Plan auf. Der Toaster geriet in Brand, ein Türrahmen, ein Stück Tapete und eine Holzverkleidung fingen Feuer. Der Vermieter bemerkte gegen 5.15 Uhr Brandgeruch, sah eine Rauchwolke und verständigte die Feuerwehr; im unmittelbar angrenzenden Nachbarhaus wurde eine Familie aufgeschreckt. Doch die Brandschützer bekamen nicht viel zu tun. Das Feuer war bereits von selbst erloschen, wahrscheinlich wegen Sauerstoffmangels in der sorgfältig abgedichteten Wohnung. Drei Tage später wurde der Wunstorfer in Hamburg aufgegriffen und mit Herzinfarkt, Nierenversagen und stark alkoholisiert in eine Klinik eingeliefert. Die Festnahme folgte zwei Tage darauf.

Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Jana Bader wird sich schwerpunktmäßig mit den Motiven von O. und seiner Schuldfähigkeit befassen. Der gelernte Schlosser hatte seine Frau schon in den siebziger Jahren verloren, der Kontakt zu seiner Tochter war abgebrochen, und so soll der Senior sehr isoliert in dem kleinen Bauernhaus gelebt haben. Aktuelle Streitigkeiten mit den Vermietern, so die bisherigen Erkenntnisse, gab es nicht. Nach Auskunft seines Verteidigers Thomas Klapproth litt O. unter starken Gelenkschmerzen und nahm regelmäßig Schmerzmittel ein, auch soll er unter Depressionen gelitten haben. Der Anwalt baut darauf, dass ein psychiatrisches Gutachten dem bislang nicht vorbestraften Rentner Schuldunfähigkeit bescheinigt und dieser nicht ins Gefängnis muss; der Strafrahmen für die angeklagten Taten reicht immerhin bis 15 Jahre. Maßregelvollzug auf Bewährung und die Aufnahme in eine betreute Wohngruppe: Eine solches Urteil strebt der Verteidiger an.

Und was sagt der Angeklagte, der derzeit in einem Gefängniskrankenhaus untergebracht ist, zu seinen Motiven? Dem Vernehmen nach soll er sich an nichts mehr erinnern können, was die geplante Zerstörung des Hauses betrifft.

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