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Aus der Stadt 900 Gäste bei Wirtschaftsempfang an Leibniz-Uni
Hannover Aus der Stadt 900 Gäste bei Wirtschaftsempfang an Leibniz-Uni
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00:17 10.04.2016
Von Bärbel Hilbig
Volles Haus: Leibniz-Universität und die Unternehmerverbände luden zum gemeinsamen Wirtschaftsempfang in den Lichthof. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Der Hauptredner für den Wirtschaftsempfang von Leibniz-Universität und Unternehmerverbänden Niedersachsen (UVN) im Lichthof der Uni hätte kaum besser gewählt sein können. Das Team um Karsten Danzmann vom Institut für Gravitationsphysik der Leibniz-Uni, zugleich Direktor des Albert-Einstein-Instituts, war entscheidend an der ersten Messung von Gravitationswellen aus dem All beteiligt. „Das ist unser Star. Damit werden wir international wahrgenommen, auch Hannover und Niedersachsen“, unterstreicht Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies. Es gebe allen Grund, auf die Uni und ihre Erfolge stolz zu sein. „Und wer weiß, was da noch kommt.“ Lies betont, wie wichtig neue Ideen dafür seien, die Wirtschaft voranzubringen. Er hebt das Laserzentrum Hannover hervor, das mit seinen Entwicklungen zu dem Forschungserfolg beigetragen hat und gleichzeitig ein Beispiel für vielfältige Verzahnungen zwischen Forschung und Unternehmen sei.

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Die Leibniz-Uni und die Unternehmerverbände Niedersachsen haben zum gemeinsamen Wirtschaftsempfang geladen: Mit Dr. Volker Müller (l.), Volker Epping (3. v. l.), Olaf Lies (r.), der niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Prof. Dr. Karsten Danzmann (2. v. r.), Institut für Gravitationsphysik der Leibniz-Uni und Direktor des Albert-Einstein-Instituts, Werner M. Bahlsen (2. v. l.).

Danzmann rollt für die Zuhörer noch einmal die Details der epochemachenden Gravitationswellen-Entdeckung auf. Doch kaum hat er begonnen, streikt das uni-eigene Bediengerät für die Präsentation. „Die Batterie ist leer“, analysiert der Physiker und rettet sich mit einem Scherz: „Unsere Technik funktioniert besser.“ Kurzerhand holt Danzmann seinen eigenen Präsenter. Der tut seinen Dienst und das Publikum hört, wie die aus dem All aufgefangenen Signale sich in Übersetzung anhören: ein ansteigendes Rauschen, dann ein Plopp. Danzmann berichtet von der „langen und gigantischen Arbeit“, an der mehr als 1000 Wissenschaftler in der ganzen Welt beteiligt waren und weiter sind, über die Aufregung und die Freude an dem Durchbruch. Seine Worte verfehlen ihre Wirkung nicht. „Viele werden jetzt sagen, da müssen wir weitermachen. Und manche haben vielleicht auch verstanden, wozu es gut ist“, meint UVN-Präsident Werner M. Bahlsen danach mit einem Lächeln.

Uni-Präsident Volker Epping animiert die Gäste zum Austausch. „Wir wollen mit dem Empfang die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft stärken. Dazu bedarf es des Wissens voneinander.“ Sepp Dieter Heckmann erhält von Epping eine Ehrenmedaille als Anerkennung für seine Verdienste um die Hochschule. Neun Jahre lang hat sich der frühere Messechef Heckmann im Hochschulrat für die Uni eingesetzt. Neben zahlreichen Wirtschaftsleuten wie Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände, mischen sich auch Landtagspräsident Bernd Busemann, Regionspräsident Hauke Jagau und Bürgermeister Thomas Hermann unter die Gäste.

„Die intensive Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft hat einen maßgeblichen Einfluss auf unsere Wettbewerbsstärke – bei der Ausbildung, Forschung, Entwicklung, Produktion und beim Export“, betont Bahlsen. „Für ein starkes Netzwerk haben wir deshalb vor vielen Jahren den Wirtschaftsempfang ins Leben gerufen.“ Der UVN-Präsident lobt die hervorragende Arbeit der niedersächsischen Hochschulen. „Deshalb müssen wir weiter daran arbeiten, Wirtschaft und Wissenschaft enger zu vernetzen, unsere Hochschulen zurück in die Exzellenzinitiative zu führen und unsere Absolventen am Standort zu halten.“     

Interview: Nachgefragt bei Karsten Danzmann, Direktor des Albert-Einstein-Instituts Hannover

Wie hat sich Ihr Arbeitsalltag seit der Entdeckung von Gravitationswellen verändert?
Am Anfang war der Medienrummel unglaublich, nach ein paar Tagen wurde es ruhiger. Aber auf einmal haben wir viele neue Freunde, von denen wir vorher nichts wussten. Philosophen, Musiker – jeden Tag kommen mehrere Einladungen für Vorträge rein. Das meiste lehne ich ab. Aber ich halte ja auch gerne Vorträge. Plötzlich sind wir nicht mehr Exoten, sondern diejenigen, die interessante neue Physik machen.

Und wie geht es den Mitarbeitern, die die Botschaft aus dem All erkannt haben?
Alle sind wirklich elektrisiert. Wir haben erst einen Teil der eingefangenen Daten ausgewertet. Jetzt muss der ganze Rest analysiert und der nächste Testlauf vorbereitet werden. Es bleibt nicht bei dem einen beobachteten Ereignis, dem Verschmelzen von zwei Schwarzen Löchern. So viel ist sicher.

Gerade sind Sie auf dem Weg in eine Vorlesung. Womit beschäftigen Sie sich sonst?
Wir haben alle Hände voll zu tun. Die wissenschaftlichen Experimente unserer Weltraummission Lisa Pathfinder haben begonnen. Die meiste Zeit verbringe ich deshalb im Kontrollraum der ESA in Darmstadt, dem europäischen Houston. Es sind ständig Mitarbeiter unseres Instituts dort vor Ort.

Interview: Bärbel Hilbig     

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