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96-Chef Martin Kind droht Ultras mit Konsequenzen

Randalierer müssen mit Strafanzeigen rechnen 96-Chef Martin Kind droht Ultras mit Konsequenzen

Martin Kind hat die erneuten Ausschreitungen einiger Anhänger von Hannover 96 scharf kritisiert. Der Präsident des Fußball-Bundesligaclubs erwägt nun konkrete Maßnahmen gegen die Rowdys. Dazu gehört auch die Überlegung, keine Karten mehr an die Ultras zu verkaufen.

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Abmarsch zur Kontrolle: Die Polizei nahm die Randalierer am Hauptbahnhof in Empfang.

Quelle: Körner

Achim/Hannover. Klubchef Martin Kind von Hannover 96 hat nach der Bahnhofs-Randale in Achim mit harten Konsequenzen gedroht. „Das Verhalten ist völlig inakzeptabel“, kritisierte der Präsident des Fußball-Bundesligaclubs den eigenen Anhang. Er schloss als mögliche Reaktion des Vereins drastische Maßnahmen nicht aus. "Wir müssen überlegen, ob wir in der neuen Saison noch Karten an die Ultras verkaufen." Er sprach von einem konkreten Maßnahmenkatalog, der bei absichtlichen Verstößen der Ultras konsequent angewendet werden solle.

„Für mich sind das Pseudo-Fans, die die Premium-Plattform Bundesliga missbrauchen, um ihre Aggressivität auszuleben“, erklärte der 96-Chef am Sonnabend in einem Interview bei NDR 2. Kind bezweifelte in dem Gespräch, dass auf einer vernünftigen Ebene mit den Ultras verhandelt werden kann.

Etwa 300 sogenannte Ultra-Fans von Hannover 96 hatten am Freitagabend im Zug zum Auswärtsspiel in Bremen derart randaliert, dass die Polizei ihre Fahrt kurz vor der Hansestadt in Achim stoppte und sie in einen Zug zurück nach Hannover setzte. Dort erwartete ein Großaufgebot an Beamten die Fußballchaoten, um sie in Empfang zu nehmen und ihre Personalien zu erfassen.

Laut Polizei hatten sich am Freitagabend rund 700 Schlachtenbummler per Zug auf den Weg von Hannover in Richtung Bremen gemacht. 400 davon, allesamt nicht zur Ultra-Gruppe gehörig, erreichten das Stadion auch und sahen die Niederlage von 96. Unter den 300 Ultras dagegen randalierten viele trotz Begleitung durch 200 Polizisten in ihrem Zug. Sie tranken Alkohol, rauchten und pöbelten Mitreisende an.

Für Hunderte Anhänger von Hannover 96 begann die Rückfahrt schon bevor das Spiel begonnen hatte.

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Als der Zug planmäßig in Achim hielt, verließen nach Darstellung der Polizei rund 100 Fans den Zug. Sie hätten versucht, auch die anderen 200 zum Umsteigen in eine andere Bahn zu überzeugen, hieß es. Zweck der Aktion: Die Ultras hätten vermeiden wollen, wie vorgesehen in Bremen von der Polizei erwartet und zum Stadion geleitet zu werden.

Die Bundespolizei in Achim unterband das Vorhaben jedoch. Laut Polizei kam es daraufhin auf dem Bahnhof in Achim zu Zusammenstößen zwischen hannoverschen Rowdys und Polizei. Einzelne Chaoten hätten Pyrotechnik gezündet und seien über die Gleise gelaufen, teilte ein Sprecher mit. Außerdem sei es zu Rangeleien gekommen, bei denen die Polizei Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzen musste. Der Polizeichef von Achim sprach ein Betretungsverbot für das Stadtgebiet aus. Zu guter Letzt entschloss sich die Bundespolizei, gegen die Randalierer durchzugreifen und unterband die Weiterfahrt. Die Ultras wurden in einen Zug nach Hannover gesetzt, der kurz nach 22 Uhr am Hauptbahnhof eintraf.

In Erwartung des Zuges hatte die Polizei im und um den Hauptbahnhof Kräfte zusammengezogen. Diese holten die Randalierer in kleinen Gruppen aus dem Zug und nahmen ihre Personalien auf. Danach erhielten die Schlachtenbummler Platzverweise. Der Einsatz im Hauptbahnhof verlief weitgehend ruhig.

„Respekt vor dem konsequenten Einsatz der Polizei. Wichtig ist, dass die persönlichen Daten erfasst wurden“, sagte 96-Chef Kind. Während des Spiels wurden auch im Weserstadion im Gäste-Block Bengalos gezündet. Der Verursacher ist laut Kind ermittelt worden.

Die Randalierer von Achim müssen nach Polizeiangaben mit Strafanzeigen rechnen. Gegen sie wird wegen des Verdachts gemeinschaftlich begangenen Landfriedensbruchs, Missbrauch von Nothilfemitteln, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung ermittelt. Wegen der stundenlangen Zugverspätungen seien außerdem zivilrechtliche Forderungen in noch unbekannter Höhe zu erwarten.

Vor gut zwei Jahren hatte es nach einem Regionalliga-Spiel von Hannover 96 gegen den Bremer Verein Oberneuland Randale gegeben. Etwa 40 Bremer Fans stürmten damals am Bahnhof Achim einen Regionalexpress und griffen 80 hannoversche Ultras an. Verletzt wurde niemand, am Zug wurde ein Schaden von rund 50.000 Euro angerichtet. Damals wurden die hannoverschen Fans von zahlreichen Polizisten am Hauptbahnhof zur Überprüfung ihrer Personalien in Empfang genommen.

Tobias Morchner/Felix Harbart/sag/dpa

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