Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
96-Nachwuchsspieler gelobt vor Gericht Besserung

Verfahren wegen Schwarzfahrens 96-Nachwuchsspieler gelobt vor Gericht Besserung

Das Verfahren gegen 96-Talent Enes B. wegen Schwarzfahrens ist eingestellt worden. Der Fußballer versprach am Freitag vor dem Amtsgericht Hannover Besserung und hat bereits im Vorfeld auf dringendes Anraten des Vereins in sozialen Einrichtungen Arbeitsstunden abgeleistet.

Voriger Artikel
Das müssen Sie zur Comic Con in Hannover wissen
Nächster Artikel
Der Südlink kommt frühestens 2025
Quelle: dpa

Hannover. Einer Polizeieskorte bedurfte es am Freitag nicht, um Enes B. den Weg ins hannoversche Amtsgericht zu weisen. Dafür saß Reinhold Vogelsang, Justiziar von Hannover 96, neben dem 19-jährigen Nachwuchsspieler auf der Bank. Der Anklagebank. Es ging um eine Schwarzfahrt. Zum wiederholten Mal war der junge Mann nicht mit dem Tarifsystem der Üstra und seinen verschiedenen Zonen klargekommen, jüngst im Februar in einer Stadtbahn der Linie 1. Doch ging die Sache am Freitagvormittag glimpflich aus für den Abwehrspieler - das Verfahren wegen Erschleichens von Leistungen wurde eingestellt. Und das hatte verschiedene Gründe.

Im April noch war Amtsrichterin Karen Wienbergen der Geduldsfaden gerissen. Sie hatte von Enes B. wissen wollen, warum er schon wieder schwarz gefahren war und warum er acht Stunden Hilfsdienste - eine Auflage aus einem artähnlichen Verfahren im Februar - nicht abgeleistet hatte. Doch wie bereits einmal in einem früheren Prozess glänzte der Abwehrspieler der U19 durch Abwesenheit. Daraufhin hatte Wienbergen gedroht, ihn beim nächsten Mal von der Polizei vorführen zu lassen. Doch das war nicht nötig, dafür sorgte nun der Justiziar. „Die letzte Ladung zum Gerichtstermin hat Enes nicht erhalten“, lautete seine Entschuldigung.

Vergangene Woche erst war B. wegen der Vorbereitungen zu einem Beinahe-Spielhallenüberfall in Lauenau zu 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit und 300 Euro Geldbuße verurteilt worden. Mit ihm verantworten mussten sich zwei Mitspieler des U19-Teams, das jüngst den Pokalsieg gefeiert hatte. Die Verurteilung am Amtsgericht Stadthagen war ein wesentlicher Grund, warum die hannoversche Amtsrichterin das Verfahren einstellte.

Hinzu kam, dass die Sache mit den nicht abgeleisteten Sozialstunden erledigt war. Hannover 96 hatte den drei Nachwuchsspielern nach Bekanntwerden der Vorwürfe zum geplanten Spielhallenraub auf eigene Faust mehrere Dutzend Stunden gemeinnütziger Arbeit in einer Kinder- und Jugendeinrichtung auferlegt. B. hatte geglaubt, dass in diesen 58 Stunden die vom Amtsgericht verhängten acht Stunden eingepreist waren - was sich als Irrtum entpuppte. „Es gab Kommunikationsprobleme“, bekannte der 96-Justiziar, das Ganze sei ein „hausgemachtes Problem“. Um den Schaden wiedergutzumachen, packte B. diese Woche im Dedenhausener „Domiziel“ nochmals zehn Stunden zu, räumte auf Baustellen auf und half bei Holzarbeiten im Wald. „Damit haben Sie ja sogar zwei Überstunden gemacht“, lobte Wienbergen.

Reinhold Vogelsang versprach: „Ein Erschleichen von Leistungen wird es nie mehr geben.“ Die Chancen stehen nicht schlecht, denn neuerdings ist Enes B. stolzer Besitzer einer Üstra-Monatskarte. Und damit kann er sich fernab aller Rätsel um das richtige Ticket wieder auf das für ihn Wesentliche konzentrieren: das Fußballspielen. Gemeinsam mit seinen zwei Kumpanen aus der Lauenauer Luftnummer spielt er künftig in der U21 von 96 in der Regionalliga Nord.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Ein Highlight auf der Pferd & Jagd: Die Nacht der Pferde

Stars der internationalen Pferdeshow-Szene und Nachwuchsreiter zeigen bei der Nacht der Pferde ihr Können.