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Aus der Stadt Martin Kind: Keine Werbung für Sex-Party mit 96-Logo
Hannover Aus der Stadt Martin Kind: Keine Werbung für Sex-Party mit 96-Logo
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00:17 13.05.2016
"Quicky inklusive": Die "FKK-Villa" wirbt mir dem 96-Logo. Quelle: Archiv/Behrens/M
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Hannover

Hannover 96 hat in diesen Tagen genügend sportliche Probleme, jetzt kommt ein eindeutig außersportliches hinzu. Ein Etablissement mit zweifelhaftem Ruf zählt sich zu den „96-Business-Partnern“ – und macht mit dem Clublogo Werbung. Unter dem Motto „Wie geil ist das denn. Nach dem Abstieg kommt der Aufstieg“ wirbt die „FKK-Villa“ aus Oberricklingen per Flugblatt und im Internet für eine Party am Sonnabend nach dem letzten Erstligaspiel von 96. Für 96 Euro Eintritt gibt es freie Getränke inklusive einer intimen Begegnung „mit der Frau Deiner Wahl“.

Auf HAZ-Anfrage reagiert 96-Chef Martin Kind empört auf den Vorgang. „Das geht gar nicht“, sagt er und kündigt an, die „FKK-Villa“ aus dem Kreis der Business-Partner zu werfen, zu dem sie offenbar seit Jahren zählt. Das Unternehmen vermietet zwar nur Räume, allerdings werden diese auch von Prostituierten genutzt. Vor einem Monat hatte das Landgericht einen Zuhälter, der Frauen auch in der „FKK-Villa“ zur Prostitution zwang, unter anderem wegen schweren Menschenhandels und Zuhälterei verurteilt.

„Ich will nicht Moralapostel spielen und habe nichts gegen das Unternehmen an sich“, sagt Kind. „Aber wir müssen denen klarmachen, dass sie im öffentlichen Bereich des Stadions nicht für sich werben können.“ 96 sei keine Plattform für ein solches Gewerbe. Damit spielt Kind darauf an, dass das Emblem auch auf einer Wand mit den Logos der Business-Partner im VIP-Bereich der 96-Arena zu sehen ist. Auch das will Kind nicht mehr hinnehmen.

Die Mitgliedschaft im 96 Business-Club, der im 96-Auftrag von einer Agentur gemanagt wird, kostet in der Saison 695 Euro – der höchste Ticketpreis im VIP-Bereich unterhalb der Logen. Dafür bekommt man einen Platz im VIP-Bereich, hat freien Zugang zum Büfett, erscheint mit seinem Firmenschild auf der Partnerwand und darf mit dem 96-Logo für sich werben. Diese Rechte will Clubchef Kind jetzt aber einschränken. Wie genau, darüber will er beim Treffen der 96-Bereichsleiter am Freitag sprechen. „Wir werden die Verträge ändern und mit den Betreibern des Bordells neu verhandeln. Und im Ernstfall den Kauf auch verweigern“, sagt Kind.

Bei der „FKK-Villa“ will man das offenbar nicht so ohne Weiteres hinnehmen. Man habe seit Jahren einen Business-Sitz im Stadion. „Bisher hat mich noch niemand auf den Flyer angesprochen, obwohl man im VIP-Bereich weiß, wer ich bin“, sagt FKK-Villa-Betreiber Günter Krull. Er wirft 96 „Doppelmoral“ vor. „Unsere Werbung ist anrüchig, bis es ums Geldverdienen geht.“ Er denkt nicht daran, den Sitz aufzugeben. „Wir sind auch in der zweiten Liga dabei.“

Kein Problem mit der „FKK-Villa“ hatte zuletzt offenbar der Regionalligist TSV Havelse. Dort ist das Bordell als Sponsor genannt, das Motto „Wie geil ist das denn?“ prangt auf der Internetseite des Klubs. Nach der Saison steigt die „FKK-Villa“ allerdings nach drei Jahren aus. „Wir wollen mal wieder einen anderen Verein unterstützen“, sagt Bordellbetreiber Krull.

Von Isabel Christian

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