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Aus der Stadt Ein Abendmahl auf der Straße soll an Jesus erinnern
Hannover Aus der Stadt Ein Abendmahl auf der Straße soll an Jesus erinnern
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00:22 01.04.2018
An verschiedenen Station in der City, hier auf dem Ernst-August-Platz, zeigen die 13 Laiendarsteller das letzte Abendmahl.  Quelle: Mathias Klein
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Hannover

  Die Szene entsteht langsam. Nach und nach bauen die Darsteller die lange Tafel auf. Eine weiße Tischdecke. Dann blaue Teller, Gläser, Weinflaschen, Brot und Weintrauben, in der Mitte ein Kelch. Die 13 Darsteller, deutlich mehr Frauen als Männer, rücken direkt vor dem hannoverschen Hauptbahnhof ihre Stühle an den Tisch und beginnen fröhlich zu essen und zu trinken. 

Dann verwandelt sich die Szene langsam zu Leonardo da Vincis berühmtes Gemälde vom letzten Abendmahl. Das Bild stellt die letzte Mahlzeit von Jesus Christus mit seinen Jüngern vor seiner Kreuzigung in Jerusalem dar. 

„Und genau daran wollen wir erinnern“, sagt Pastor Frank Muchlinsky von evangelisch.de, der die Aktion unter dem Titel „Mahl ganz anders“ organisiert hat. „Gründonnerstag ist der Tag, an dem es um das Abendmahl geht“, sagt der Pastor. In vielen Kirchengemeinden werde ein Tischabendmahl gefeiert. Und deshalb wollten die Darsteller, einige von ihnen auch aus Hannover, an die letzte Mahlzeit, die Jesus seinen Jüngern zum Abschied geschenkt hat, erinnern. „Dabei ging es sowohl um Gemeinschaft als auch um Verrat“, erläutert Muchlinsky. 

An mehreren Orten in der City zeigten die Laiendarsteller am Gründonnerstag ihre Aktion, unter anderem auch am Kröpcke und vor der Marktkirche. Abschluss der Aktion ist im Gottesdienst um 18 Uhr in der Kreuzkirche. 

Entstand war die Idee an einem langen Kneipentisch, der sich auch güt für ein Abendmahl eignen würde, wie Muchlinsky berichtet. „Wir dann aber die Idee das ganze auf der Straße zu machen“, erläutert er. 

Pastorin Sandra Bils aus Hannover hat die Rolle des Petrus übernommen. „Das ist eine spannende Aktion“, sagt die 40-Jährige. Normalerweise treffe sie sich auf dem Ernst-August-Platz mit Freunden, berichtet sie. „Es ist interessant, auf diesem Platz das Abendmahl auszuprobieren“, sagt Bils. 

„Das ist eine sehr eindrucksvolle Aktion“, sagt Dieter Kletter aus Hannover, der mit seiner Frau und den zwei Enkelkindern extra auf den Bahnhofsvorplatz gekommen ist. Und Claudia Schlutter gefällt es die Darsteller ihren christlichen Glauben in der Öffentlichkeit präsentieren. 

Seit 2011 gibt es die Aktion, jedes Jahr in einer anderen Stadt. In Hannover ist aber doch ein bisschen anders, berichtet Muchlinsky. Denn zum ersten Mal sind Leute wegen der Aktion extra aus anderen Städten angereist. Wie zum Beispiel Matthias Hampel, der mit seinem Sohn aus Oldenburg gekommen ist. „Es ist wichtig, christliche Rituale in der Öffentlichkeit zu zeigen“, sagt Hampel. 

Von Mathias Klein

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