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Aus der Stadt Abfallbehandlungsanlage sorgt für Streit
Hannover Aus der Stadt Abfallbehandlungsanlage sorgt für Streit
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15:45 11.03.2012
Von Mathias Klein
Die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage, genannt „Kalte Rotte". Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Für die hohen Kosten ist aus Sicht der CDU die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage in Lahe, die sogenannte Kalte Rotte, verantwortlich. Nach den Rechenbeispielen der CDU könnte der Abfallwirtschaftsbetrieb aha Jahr für Jahr acht Millionen Euro einsparen und an die Gebührenzahler weitergeben, wenn der gesamte Hausmüll verbrannt würde, anstatt Teile in die Kalte Rotte zu geben. "Dadurch, dass die Politik eine falsche Entscheidung getroffen hat, müssen die Gebührenzahler seit Jahren deutlich mehr Geld bezahlen", sagt Fraktionschef Eberhard Wicke.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb aha müsse endlich damit aufhören, die Bürger mit Kosten sinnlos zu belasten. "Jeder Politiker sollte den Mut haben, anzuerkennen, dass er vor einigen Jahren etwas falsches gekauft hat", sagte der CDU-Fraktionschef.

Wicke forderte den Abfallwirtschaftsbetrieb auf, über alternative Nutzungen für die Kalte Rotte nachzudenken. Diese könnte zum Beispiel dazu komplett genutzt werden, um dort Bioabfälle aus den umliegenden Landkreisen vergären zu lassen.

Der Abfallexperte der CDU-Regionsfraktion, Rainer Fredermann, beziffert die Kosten pro Tonne Müll in der Kalten Rotte auf 145 Euro. Die Verbrennung schlage dagegen derzeit nur mit 105 Euro zu Buche.

Die Kalte Rotte, die im Herbst 2005 in Betrieb gegangen ist, hat 50 Millionen Euro gekostet. Bei ihrem Betrieb hatte aha mit erhebliche Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen, unter anderem, weil die Firma, die Anlage gebaut hatte, pleite gegangen war. Später mussten immer wieder Teile ersetzt oder Maschinen umgebaut werden.

aha-Geschäftsführerin Kornelia Hülter weist die Kritik zurück. Die CDU-Regionsfraktion vergleiche Dinge miteinander, die sich nicht vergleichen ließen. Denn zu den Kosten der Verbrennung kämen auch noch die Transportkosten und der Preis für die Zerkleinerung des Mülls auf eine maximale Kantenlänge von zehn Zentimetern hinzu. Dennoch klingt auch bei Hülter eine leichte Distanzierung von der Kalten Rotte durch. Zum damaligen Zeitpunkt sei die Entscheidung zugunsten der mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage richtig gewesen, sagt die aha-Chefin. "Wenn es sich lohnt, wird sie abgeschaltet." Aber derzeit liefen noch Abschreibung und Verzinsung, die bis zum Jahr 2020 kalkuliert seien.

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