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Aus der Stadt Abgespeckter Plan für den Kuppelsaal
Hannover Aus der Stadt Abgespeckter Plan für den Kuppelsaal
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00:15 23.11.2013
Von Conrad von Meding
Steht vor dem Umbau: Der Kuppelsaal im HCC. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

Deutschlands größter Konzertsaal braucht dringend eine Modernisierung. Das sieht man an der Innenarchitektur, aber man hört es inzwischen auch recht deutlich. Während viele andere Konzertsäle im Land akustisch aufgerüstet wurden, befindet sich der ehrwürdige Konzertsaal im Hannover Congress-Centrum weitgehend noch auf dem Stand der Nachkriegszeit. 2015 soll sich das nun endlich ändern. Technisch, optisch und akustisch wird der Saal aufgewertet. Allerdings nur mit 6 Millionen Euro, nicht mit den ursprünglich erhofften 16 Millionen.

"Als Unternehmer ist man es gewohnt, nicht gleich beim ersten Gegenwind die Segel zu streichen", sagt Prof. Sennheiser, der in der Wedemark das gleichnamige Hightech-Akustikunternehmen mit Weltruf aufgebaut hat. Und verschmitzt fügt er hinzu: "Veränderungen im Konzept führen manchmal am Ende sogar zu besseren Ergebnissen."

Oberbürgermeister Stefan Schostok hat am Mittwoch mit Prof. Sennheiser, seiner Ersten Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette und dem HCC-Direktor Joachim König den neuen Fahrplan vorgestellt, dem die politischen Gremien aber noch zustimmen müssen. Kerngedanke ist ein Modularkonzept.

Demzufolge wird wie geplant in der zweiten Jahreshälfte 2015 alles getan, was laut der ursprünglichen Projektstudie dringend nötig war: eine digitale Verringerung der langen Hallzeit, der Einbau von Akustikpanelen an den Wänden, die Erneuerung der Innenarchitektur, was dem Saal frischere Farben bringt, der Austausch verschlissener Polster und so weiter. Andere Bausteine des Ursprungskonzepts, etwa die Erneuerung der Klima- und Lüftungstechnik, werden nicht eingeplant, weil sie nicht finanzierbar sind. Durch intelligente Organisation soll es aber jederzeit möglich sein, das Konzept modular zu erweitern - falls sich etwa Sponsoren finden oder das Land doch noch fördert. "In das Konzept müssen wir etwas Hirnschmalz stecken", sagt Sennheiser.

Statt ursprünglich geplanter 4 Millionen Euro (sie stammen aus Abschreibungen des HCC) will die Stadt jetzt 6 Millionen hinzugeben. Man werde Abschreibungen aus dem Folgejahr vorziehen, sagt Stadträtin Tegtmeyer-Dette, die das neue Konzept entwickelt hat. HCC-Chef König spricht davon, dass "statt einer Substanzsanierung jetzt eine Schwerpunktrenovierung" anstehe.

Weil Sennheisers ursprüngliche Konzeptstudie mit Fachplanern durchgerechnet worden sei, sei sie in allen Details sehr verlässlich. Die übliche 15-Prozent-Sicherheitsreserve, mit der die Stadt sonst Baukostensteigerungen und andere Überraschungen auffängt, entfällt diesmal. "Es wird aber definitiv nur gebaut, wofür Geld da ist", verspricht König. Mit dem strikten Einhalten von Kostenplänen habe er aus der Sanierung der Festsäle im Obergeschoss des Kuppelsaals Erfahrungen. Auch dort seien Sonderwünsche gespart worden, als das Geld am Ende nicht reichte.

Mindestens ebenso wichtig ist für ihn aber der Zeitplan. Die letzten sieben Monate im Jahr 2015 sind für die Umbauten reserviert, in der Zeit gibt es keine Konzerte im Kuppelsaal. "Wir können dieses Zeitfenster nicht verschieben - für die Zeit danach gibt es teilverbindliche Anfragen, und wir wollen unsere Kunden nicht verärgern."

Oberbürgermeister Schostok, der schon in den Siebziger Jahren Rockkonzerte von Querflötist Ian Anderson und anderen im Kuppelsaal gehört hat, ihn nach eigenem Bekunden aber mit klassischer Musik inzwischen lieber mag, hält das abgespeckte Konzept für alternativlos. "Wir müssen handeln, wenn wir die exzellente Position des Kuppelsaals im Wettbewerb der Konzertsäle nicht gefährden wollen." Es bestehe aber weiter die Hoffnung, dass sich das Land über die Bewilligung von EU-Fördergeld (Efre-Mittel) beteilige.

Allerdings stehen die Kriterien für die nächste Förderperiode noch nicht fest. Möglicherweise können die teuren Anlagen der Lüftungs- und Klimatechnik über Efre-Töpfe zur energetischen Finanzierung mitfinanziert werden. "Wir können aber nicht mehr warten - wir werden anpacken, was wir machen können."

Der Kuppelsaal wird im nächsten Jahr 100 Jahre alt. Er stammt vom Architekten Bonatz. Teile der Innenausstattung wurden später vom hannoverschen Architekten Ernst Zinser erneuert.

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