Außerdem wollen auch der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann und der frühere DFB-Teamchef Rudi Völler teilnehmen. Als Redner sind unter anderem 96-Präsident Martin Kind, der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff und der hannoversche Oberbürgermeister Stephan Weil vorgesehen.
Die Trauerfeier wird von Hannover 96 für die Familie von Robert Enke ausgerichtet. Der Sarg des Verstorbenen soll im Stadion aufgebahrt werden. Die Beisetzung des Nationaltorhüters ist anschließend auf dem Friedhof seines Wohnortes Empede bei Neustadt geplant – dort liegt auch das Grab seiner 2006 gestorbenen Tochter Lara. Enkes Beerdigung werde im engen Familienkreis stattfinden, hieß es am Donnerstag. Enke hatte sich am Dienstagabend das Leben genommen. Er litt, wie man später erfuhr, seit vielen Jahren unter schweren Depressionen.
Die Nationalmannschaft will nach der Trauerfeier von Hannover nach Düsseldorf fliegen, um sich auf das Länderspiel gegen die Elfenbeinküste vorzubereiten. Das für Sonnabend geplante Spiel in Köln gegen Chile hatte der Verband nach dem Selbstmord Enkes abgesagt. „Es ist ein trauriger Anlass, dass sich so viele Weggefährten von Robert Enke spontan bei uns gemeldet haben und gemeinsam mit der Nationalmannschaft von ihm Abschied nehmen wollen. Es ist aber auch ein Zeichen für den Zusammenhalt in unserem Team und die Freundschaft unter den Spielern, über das ich mich ebenso wie der Bundestrainer sehr freue“, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff.
Spitzenfunktionäre, Trainer und Spieler forderten derweil ein rasches Umdenken im Profifußball; sie wollen Lehren aus dem tragischen Fall ziehen. „Depressionen dürfen kein Tabuthema sein“, sagte Holger Hieronymus, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga, am Donnerstag. Gemeinsam mit der Vereinigung der Vertragsfußballer und unter Einbeziehung der Kommission Sportmedizin des DFB werde ein offenerer Umgang mit dem Thema angestrebt. DFB-Präsident Theo Zwanziger machte die Suche nach Antworten sogar zur Verpflichtung für den deutschen Fußball. Die Stadt Hannover erwägt derweil, einen Ort in der Stadt nach Robert Enke zu benennen – in der Politik gibt es darüber bereits Einigkeit. Oberbürgermeister Weil (SPD) empfahl gestern allerdings, die Diskussion über eine Würdigung des Sportlers zu vertagen und sich zunächst Zeit für die Trauer zu nehmen. „Dann können wir über alles reden“, sagte Weil.
Üblicherweise lässt die Stadt Hannover mindestens ein Jahr verstreichen, bevor Straßen, Plätze oder Wege nach Verstorbenen benannt werden.
von Heiko Rehberg und Gunnar Menkens
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Kommentare
ES REICHT !!!! Jean Georges Ludwig – 21.11.09
Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen: www.haz.de/nutzungsbedingungenGedanken zum Warum und zur Belastung der Zugführer Arnd Jaekel – 16.11.09
Ich möchte allen, die noch immer die Frage nach dem Warum und der schweren Belastung des Zugpersonals durch Robert Enkes Selbsttötung beschäftigt, die Sendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" vom 15. November ans Herz legen: Etwa in der Mitte der Sendung spricht Arnd Zeigler Dinge aus, die mir aus Dem Herzen sprechen."[Hat] der große Druck des kalten Bundesligageschäftes Robert Enke letztendlich in seinen Tod getrieben [...]? [Robert Enke] ist in fast 47 Jahren der arste aktive Spieler der ersten Liga, der sich das Leben genommen hat und unter schweren Depressionen leiden auch Bäckermeister, Lehrer, Bürohilfen oder Metzgergesellen. [...] Man kann nicht ergründen warum jemandes Herz nicht mehr will und ebensowenig kann man ergründen, warum Robert Enkes Seele nicht mehr wollte. Die Krankheit ist eigentlich schon die ganze Antwort."
Es ist nicht die Bundesliga, die Enke zur Selbsttötung gebracht hat, es war nicht der Tod seiner Tochter, es waren nicht die Rückschläge auf seinem Weg in die Nationalmannschaft: Es war seine Krankheit.
Alle Belastungen, so ungerecht und grausam sie gewesen sind, haben für Robert Enke durch durch seine Krankheit zuviel Gewicht bekommen. Seine Krankheit hat ihm den Blick auf mögliche Lösungen oder auch nur die Möglichkeit, trotz allem ein wirkliches Leben als Vater, Ehemann und großherziger Helfer für viele Menschen und Tiere führen zu können, verstellt.
"Jeder der sich umbringt ist in einer Zwangssituation, die kein rationales Urteil erlaubt. Bitte auch keine Diskussionen, ob es nicht auch egoistisch war, den Lokführer mit in die Tragödie zu reißen. Egoistisch ist das möglicherweise unter normalen Umständen, aber Robert Enke befand sich nicht in einem Zustand, den wir mit unseren Maßstäben begreifen können."
Genau so, wie Robert Enke durch seine Krankheit, durch die Depression nicht erkennen konnte, dass weiterzuleben möglich und sinnvoll gewesen wäre, dachte er in dieser Zwangssituation vor allem an die vermeintlich notwendige Ausführung. Niemand, der Enke kannte, wird annehmen können, dass ihm die betroffenen Zugführer und Helfer oder andere mögliche Opfer egal waren. In seiner Depression war aber die Empathie, das Fühlen für andere und mit anderen nicht mehr möglich.
In seiner Situation der vermeintlichen Ausweglosigkeit, war kein Platz mehr für diese Gedanken. Hätte ein Anderer diesen Weg gewählt, hätte er möglicherweise, ja sogar sehr wahrscheinlich, mit den Zugführern und anderen Betroffenen am Unfallort gefühlt, ihren Schmerz nachempfinden können.
Doch so war es nun einmal nicht. In der Verzweiflung eines Menschen, der plant sich umzubringen, sind diese Gedanken zu weit weg.
So stehen wir, die einen gesunden Geist besitzen, da und fühlen das, was Robert Enke nicht mehr fühlen konnte. Wir fühlen die Verzweiflung der Angehörigen, Freunde und Fans, die gerne auf so manches verzichtet hätten, wenn sich Robert Enke dafür für das Leben entschieden hätte. Wir denken an die Zugführer und können dieses ohnmächtige Gefühl, das sie erfasst hat, nur erahnen.
Robert Enke konnte all das nicht mehr fühlen.
Wir, die noch hier sind, müssen dieses Mitfühlen für ihn übernehmen.
Robert LUI – 15.11.09
Denk bitte auch mal an denn Lokführer, sein leben ist jetz ??????????????Trauerfeier von robert lisa – 15.11.09
ich war heute das erste mal im station und es war überweltigend...ich kan rein und sah den mittelkreis, den sarg und die blumen genau in diesem moment fiel ein lichtdrahl auf den sarg...
der tot hatte mich ja schon sehr mitgenommen weil ich robert echt mochte...
die reden waren auch sehr überweltigend... ich habe alles noch mal im fernseh gesehn und es war so krass...
ständig sind wir alle auf gestanden haben geklatscht um ihm zu ehren...
der schlimmste moment war aber für mich als sie seinen sarg rausgetragen haben, da liefen mir und eigentlich fasst allen im station die tränen... ich hoffe das er auch gesehn hat was er bei uns und der familie für eine lücke hinterlassen hat und auch sieht das wir totz seinen tot alle hinter ihm stehn..
nun hoffe ich einfach das er seine ruhe findet, und glücklich mit seiner tochter lara wird... und von oben immer auf uns herab schaut
Feier war schön - Helikopter war sch* Christina – 15.11.09
Ich war heute zum vierten Mal in meinem Leben im Stadion. Robert Enke kannte ich von Zeitungsfotos und aus dem Radio. Aus dem erfuhr ich auch von seinem Tod. Das mediale Ausmaß ist wie immer übertrieben, die bis zum Naiven grenzenden Kommentare mancher Fans vielleicht ein bisschen merkwürdig und was am Egoismus eines Selbstmörders toll sein soll, der sich nur mit fremder Hilfe meint töten zu können ohne Rücksicht auf deren Gefühle, ist mir auch schleierhaft.Aber wie dem auch sei: Ich bin sehr froh, diese für mich neue Seite von Fußballkultur kennen gelernt zu haben, war tief berührt von den Trauerbekundungen und habe die Feier heute im Stadion als angemessen, würdevoll und als für Fans wirklich wichtig empfunden.
Widerlich, abstoßend und grob fand ich dagegen die Helikopter oberhalb des Stadions (Medien? Polizei? Was gab es um 11 Uhr da oben rum zu fliegen?) die Luft mit ohrenbetäubenden Lärm zersiebten, die Motive der Anwesenden mit Füßen traten und den Beginn der Feier zwangsweise verzögerten. Wie geschmacklos muss es denn noch werden? Also Flugverbote künftig? Täte dieser überlauten Stadt ja nur gut, aber muss den Anstoß dazu ausgerechnet eine Trauerfeier - Anlass zu Stille, Einkehr und Selbstbesinnung - sein!?
Simone Sanne – 15.11.09
Simone, du solltest dich besser mal mit dem Krankheitsbild der Depression befassen, bevor du Wörter wie feige benutzt. Du weißt nicht, wovon du redest. Ich schon. Ich bin selbst eine von dieser Krankheit betroffene...Lass die trauern, die trauern wollen. Du kannst ja wegschauen.
Wu Hei Simone – 15.11.09
Kommentar wurde von HAZ.de gelöscht: Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen: www.haz.de/nutzungsbedingungen.Trauerfeier psychodoc – 15.11.09
Es war richtig allen Trauernden eine gemeinsame Plattform für den Abschied zu geben und den Mannschaftskameraden die Möglichkeit Robert Enke zum letzten Mal aus dem Stadion zu geleiten.Ich fürchte der Übergang zum busines as usual wird schnell kommen und die Worte der Redner sind vergessen. Solange Presse, Fernsehen,Fans und selbsternnate Experten Spieler gnadenlos wöchentlich benoten, wird der Druck nicht nachlassen. Aber es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es gibt bei uns mehr Selbstmordtote als Verkehrstote. Die werden damit abgetan: na ja er/sie war depressiv. Nach den Ursachen der Erkrankung fragt niemand. Im Gegenteil, sie ist ein Makel, den man besser verschweigt. Dann kommt dazu die tägliche Angst vor Entdeckung, vor Fehlern, vor gnadenloser Kritik und Verlust und sozialem Abstieg. Wer erst in einem so schwarzen Loch gefangen ist, sieht den Suicid nur noch als das Strahlen am Himmel. Möge Robert Enkes Tod allen klarmachen, daß sie ihren Mitmenschen zuerst als Mensch betrachten und mit allen Schwächen achten.@ bedenkenswert just me – 15.11.09
Im übertragenen Sinne, muss die Nr. 1 Enke also da „nocheinmal auflaufen“, wo er immer Angst hatte zu Versagen? Er muss selbst als Toter nocheinmal an den Ort, wo Spieler/Personen bespuckt, beschimpft und ausgepfiffen werden? Wo die blinde Masse ihre Aggressionen auslebt? Für mich der falsche Ort.für dich vielleicht der falsche ort. für viele andere -einschliesslich roberts frau/familie- anscheinend nicht.
wie fr. enke schon in der pressekonferenz sagte: fussball war sein leben! er ist immer zum training gefahren, hat jedes spiel bestritten soweit möglich, weil es ihm geholfen und weil er das spiel geliebt hat.
so unverständlich und widersprüchlich das auch sein mag!
wie schon ein leser vor mir schrieb: ohne einverständnis von fr. enke hätte diese abschiedsfeier heute im stadion nicht stattfinden können! vielleicht tut es auch ihr gut zu wissen, wieviele menschen mit ihr um einen guten mann trauern?
ich finde es gut, dass der grosse bedarf vieler menschen -der trauer platz und raum zu geben- erkannt und respektiert wurde.
wer nicht will, wurde nicht gezwungen an der verabschiedung teilzunehmen..
es ist eine freiwillige veranstaltung für die menschen, die im angemessenen rahmen abschied von einem idol nehmen möchten.
die feier war keine medien-trächtige ausschlachtung eines tabu-themas. vielmehr war sie so wie auch robert war: BESCHEIDEN und RUHIG! nur eben heute vormittag nicht im kleinen rahmen, damit alle die bedarf hatten sich auch von ihm verabschieden konnten.
jeder geht mit seiner trauer anders um. der eine zieht ruhe und stille vor und trauert allein. der andere findet es angenehmer mit vielen gleichgesinnten zu trauern..
man sollte jedem selbst überlassen was für ihn/sie richtig ist und nicht verurteilen..
denn eins sollte uns robert enkes tod auch klarmachen: vorurteile und verurteilungen anders denkender sind in dieser gesellschaft leider gang und gebe. aber sie treiben viele menschen zu solch drastischen schritten..
also: erst gründlich nachdenken und hintergrundinfos einholen,... dann ein urteil fällen..
ich wünsche roberts frau, tochter, der familie, freunden und allen trauernden menschen sowie natürlich auch dem lok-führer, rettungskräften etc viel kraft in der kommenden schweren zeit..
you'll never walk alone robert! R.I.P
Muss das sein?? :-(( Herr Jeh – 15.11.09
Ich verstehe ja, dass die Ausmaße um Roberts Gedenken bei dem einen oder anderen Fragen & Diskussionen aufwerfen.Aber die Trauerfeier findet heute so statt, wie sie angekündigt wurde.
Das ändert niemand mehr und damit sollten sich auch die Kritiker abfinden.
Kann man die Diskussion diesbezüglich - so gerechtfertigt sie viele vielleicht auch finden mögen - bitte auf später verschieben??
Immer wieder lese ich in diversen Internet-Foren Beiträge wie: "Kein Mitleid mit Robert! Hat schon mal wer an den Lokführer gedacht??"
Natürlich gilt jede Anteilnahme auch dem Lokführer und allen anderen Helfern, die in diesem Zusammenhang beteiligt sind. Das hat niemals jemand abgestritten und von daher ist eine Diskussion darüber auch müßig. :-/
Man mag über das Ausmaß der Trauer um Robert geteilter Meinung sein. Und man muss das auch nicht unbedingt gut finden, was da heute im Stadion passiert. Jeder hat seine eigene Vorstellung von Trauer und deren Verarbeitung.
Ich würde mir aber wünschen, würde man jeglich Diskussionen darüber noch um ein paar Tage oder Wochen verschieben. Das muss doch JETZT nicht sein!!? Mal ehrlich!! :-(((
Schutz der Individualität Meinungsfreiheit? – 14.11.09
Um die Verletzung der Würde, die durch peinliche Blamage bestraft wird zu entgehen, schlage ich vor Robert Enke einzig als Funktionsträger einer gesellschaftlichen Rolle, die er gespielt hat zu würdigen. Quasi von der Privatperson zur Amtsperson, der einen gesellschaftliche Auftrag erfüllt hat. Das Individuum muss zurücktreten. Damit macht sich die Person unnahbar. Und er kann in Frieden ruhen. Damit wird man Robert am besten gerecht.Ewige ruhe schenke ihm
Und das ewige Licht leuchte ihm
Lasse ihn ruhen in Frieden
Schutz der Individualität bedenkenswert – 14.11.09
Kommentar wurde von HAZ.de gelöscht. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen unter www.haz.de/Nutzungsbedingungen.Jumpin' at Shadows holtrup – 14.11.09
Nun lass es mal gut sein, "bedenkeswert" - wir haben deine Intention inzwischen wohl alle kapiert. Würdelos? Woher weist du, dass die Zigtausend, die den Wunsch haben Robert Enke die Letzte Ehre zu erweisen, einen Rummel veranstalten werden? Deine Argumente gründen auf Spekulationen über die Person Enke und sind daher nicht wahrscheinlicher als die Spekulationen mancher Stimme in diesen Tagen.Sollten wir nicht darauf vertrauen können, dass seine Frau, die sich so mutig in die Öffentlichkeit stellte, die Würdigkeit des Rahmens für die Verabschiedung der "öffentlichen Person Enke" besser beurteilen kann als jeder Fernstehende? Und ohne Ihre Zustimmung könnte die Feierstunde nicht Stadion stattfinden! Man darf "spekulieren", dass die Familie Enke und Freunde diesen Rahmen nicht brauchen. So aber ermöglicht sie vielen Menschen, ihrer Trauer oder Betroffenheit einen Ausdruck geben zu können: die letzte Ehre.
Würdelos bedenkenswert – 14.11.09
Damit ich hier richtig verstanden werde. Der Torhüter Robert Enke war ein Meister seines Faches. Wie der Fußballspieler Enke als Projektionsfläche jedoch genutzt wird, ist schon bemerkenswert. Zunächst sollte man akzeptieren, dass die Person Robert Enke schwer krank war. Wie viele andere Menschen auch. Thema ist aber hier niemals die schwere Erkrankung, sondern die Krankheit, die Phantasien auslöst. Erklärungen wie z.B. „er hatte Versagensangst“, machen den Fußballspieler Enke, das Idol, den Star noch interessanter. Selbst der „Kokser“ Christoph Daum aus Istanbul hat sich schon gemeldet. Er habe gewusst, dass Enke starke Psychopharmaka nahm (2003?). Die letzte Ehre: Ein Fußballstadion ist der falsche Ort als Raum. Im übertragenen Sinne, muss die Nr. 1 Enke also da „nocheinmal auflaufen“, wo er immer Angst hatte zu Versagen? Er muss selbst als Toter nocheinmal an den Ort, wo Spieler/Personen bespuckt, beschimpft und ausgepfiffen werden? Wo die blinde Masse ihre Aggressionen auslebt? Für mich der falsche Ort. Ich glaube, er hätte auch die Stille vorgezogen, statt dem Spektakel. Die Besinnung.Enke´s Selbstmord Werner P. Meier – 14.11.09
Ich frage mich bei aller Trauer und dem ganzen Entsetzen über seine Art des Selbmordes, ob er diesen "Heiligenstatus" auch hätte wenn durch die Notbremsung des Zuges völlig unbeteilgte Menschen ums Leben gekommen wären.Trauerbearbeitung anders Dany – 14.11.09
Robert Enke war ein Mann, der auf Grund seines Berufes in der Öffentlichkeit stand. Dass er jetzt auch öffentlich verabschiedet wird, mag für viele unverständlich sein, anderen wiederum kann es bei der Trauberarbeit helfen. Das muss man respektieren, egal was man selbst davon hält. Eines aber sollte man nicht vergessen: Der Job und die Tatsache, das Robert Enke in der Öffentlichkeit stand, hat ihn umgebracht. Klingt drastisch, ist aber Tatsache. Medien zerreißen die Leistung eines Berufssportlers entweder in tausend Fetzen oder loben ihn/sie über den Klee, die Fans meckern entweder unzufrieden rum oder jubeln bis zum Umfallen, die Kollegen sind entweder zufrieden oder zutiefst enttäuscht. Genau dieser unberechenbare Kreislauf hindert die Sportler/Sportlerinnen daran, das zu bleiben, was sie alle sind: Menschen wie wir! Menschen mit Fehlern, mit Leistunsschwankungen, mit Gefühlen! Das sollte man nie vergessen und das wollte uns Robert Enke vielleicht auch sagen.Höchst interessant Müller_Schweiz – 14.11.09
Du sprichst in deinem Kommentar sehr wichtige Fragen an. Unbequeme Fragen zu unser aller Sozial- und Medienverhalten, die wir uns nicht gerne stellen. Vor allem nicht dann, wenn wir alle mal wieder in der bittersüssen Selbstgerechtigkeit der Kollektivtrauer aufgehen. Ich möchte dieser Form von Trauer nicht die Echtheit absprechen, auf gar keinen Fall. Aber ich denke auch, dass es sich hierbei um ein epochentypisches Phänomen handelt, eine Art der Ersatzhandlung für verloren-gegangene Zugehörigkeits- und Solidaritätsrituale, wie sie früher viel öfter in unseren jeweiligen sozialen Mikrokosmen vorkamen.Als früh im eigenen Leben von Tod und Suizid in der Familie betroffener Mensch haben mich die Ereignisse um Robert Enke und seine Familie zutiefst berührt. Aber auch in der Trauer ist es unsere Pflicht, eigenständig und gesellschaftskritisch zu denken, denn dies tut dem Respekt vor den tragischen Ereignissen und der Person Robert Enke keineswegs Abbruch. Im Gegenteil: Durch die kritische Betrachtung versucht man, der Sinnlosigkeit des Suizids wenigstens noch eine sinngebende, sozial-relevante Debatte abzuringen.
47 – 14.11.09
Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen: www.haz.de/nutzungsbedingungenEIN Gefühl fürs ganze Land... 47 – 14.11.09
Dieses Phänomen der Superlative, das der tragische und so verdammt überflüssige Tod von Robert Enke über uns gebracht hat, ist ein deutliches Signal dafür, wie sehr sich dieses Land nach Einigkeit sehnt. Dabei scheint Fußball ein großer gemeinsamer (ungefährlicher) Nenner zu sein. 2006 zur WM sind wir erstmalig aus dem Koma unserer Vergangenheit erwacht und zusammen gerückt in diesem Land und durften EIN großes Gefühl miteinander leben.Diese unfassbare Trauer nun, die Robert Enkes Tod in uns hinterlassen hat, ist der Beweis für unsere Sehnsucht nach genau diesem "EINEN" Gefühl für uns alle...
Vielleicht aber sind wir einfach auch nur traurig.
PS: Den Lokführern wünsche ich von ganzem Herzen, dass das erlebte Trauma sie nicht in genau den Zustand treiben wird, der Robert Enke zu diesem grausamen Schritt getrieben hat.
WARUM ???? Jockel – 14.11.09
WARUM HAST DU DAS GEMACHT ??????ALS DU GINGS GING EIN TEIL VON UNS !!!!!!!
Ultras Hannover
CFHH
Aufbwahrung Nicole – 14.11.09
Es ist für mich Tag 4 nach der Tragödie und es ist immer noch nicht in meinem Kopf angekommen...in meinem Herzen schon, ich habe schon lange nicht mehr so viele Tränen vergossen und am Mittwoch bei dem Trauerumzug auch noch nicht so viele erwachsene Menschen gemeinsam weinen sehen...und bin gerührt...Ich habe heute morgen im Internet von 100.000 erwartenden "Gästen" gelesen und war zunächst geschockt uber eine Ausmaße, die diese Veranstaltung wohl annimmt...Pop-Konzert-Charakter und Bedenken darüber geäußert, dass es sehr viele Leute gibt, die nur wegen des "Promi-Auflaufs" um 6 Uhr vor dem Stadion stehen und reingehen und die wahren Fans "draußen" bleiben müssen...darüber hätte sich 96 mal Gedanken machen sollen...aber egal...ich als Dauerkarteninhaberin werde auf jeden Fall zur Trauerfeier gehen...aber nur um für mich in den Alltag ein bißchen Ruhe einkehren zu lassen, ob nun im Stadion oder auf der Videoleinwand außen vor...ich möchte es zu meiner Trauerbewältigung nutzen...und wer weiß, ob in dem Sarg wirklich die sterblichen Überreste von Robert Enke sind...egal, ich glaube es zumindest und mir wird es eine Hilfe sein, meine Gedanken bis zum nächsten Heimspiel auf meinen Alltag zu konzentrieren! R.I.P. ROBERT
Trauerfeier Leidgeprüfter – 13.11.09
Ich lebe in der Region, ich bin bekennender Roter, und auch sonst ein interessierter Mensch.Überhaupt kein Verständnis habe ich für Leute, die sich jetzt über die "mediale Ausschlachtung" des Todes von Robert Enke aufregen. Natürlich ist jedes Schicksal tragisch, ob der Betreffende in der Öffentlichkeit steht oder nicht.
Allerdings ist mein Empfinden, dass es in diesem speziellen Fall auch seitens der Medien erstaunlich ruhig zugeht. Ich denke, der Hauptgrund dafür liegt darin, dass sich tatsächlich fast jeder in dieser Tragödie wiedererkennt. Denn, was uns Roberts Tod sagt, ist letztlich, dass niemand perfekt ist. Durch sein Tun wird jeder von uns auch ein Stück weit selbst vorgeführt, bekommt jeder ein Stück weit einen Spiegel vorgehalten. Versagensängste, Existenzängste, depressive Anflüge - jeder macht das im Laufe seines Lebens einmal durch. Insofern finde ich es gerade jetzt allzu menschlich, dass die Anteilnahme an Roberts Schicksal eine solche Dimension erreicht - dazu ist kein Hype von außerhalb nötig.
Und das ist es auch, was dieses Phänomen erklärt: Die abssolute Menschlichkeit, mit allen Stärken und Schwächen, die jeden betrifft.
Die Dinge, die jetzt im Rahmen von Roberts Tod geschehen, geschehen aus sich selbst heraus, ohne Zwang, Berechnung oder Anstand. Ich denke, diese Art der Bewältigung eines solchen Schlages zeigt, wie sehr wir alle für uns, und somit auch als Gesellschaft, das Gefühl für uns selbst und füreinander verloren haben, in Zeiten zunehmender sozialer und menschlicher Kälte.
Menschen organisieren unglaubliche Dinge für Sonntag, und sie tun das nicht nur für Robert, sondern auch für sich selbst. Ein kollektiver Hilfeschrei, ein kollektives "So nicht mehr!", das ist die Botschaft, die ich daraus mitnehme.
Passt auf euch und andere auf, sied menschlich, steht zu euch selbst! Alles andere ist eine Show, die nicht gut enden muss.
Robert, wir sehen uns am Sonntag ein letztes Mal. Danke, dass wir dich haben durften!
Teresa, Leila, der Lokführer, die Helfer, die Polizisten - ich wünsche euch allen ganz viel Kraft und die Hoffnung, dass wir alle durch dieses Erlebnis wieder näher zusammenrücken.
Verwertung nach dem Tode bedenkenswert – 13.11.09
Verwertung auch nach dem TodeAlle profitieren von Enke. Er soll den Idol-Status als “Junge von Nebenan“ auch über den Tod hinaus behalten. Auf dem Platz ein „Held“ und im wirklichen Leben ein Unbekannter. Am tragischen Fall Robert Enke und der sehr drastischen Art, aus dem Leben zu scheiden, kann man erkennen, wie Wirklichkeit und die „mediale Öffentlichkeit“ sich diametral entgegenstehen. Deshalb geschieht es auch so häufig das die „Rolle“ mit der Person verwechselt wird. Fans suchen ein Idol, um es zu verehren und dadurch zum Beispiel das eigene Ich aufzuwerten, ohne eigene Anstrengung. Im Rahmen von massenmedialen Vermarktungsinteressen war der Fußballspieler Enke auch Werbeträger. Die Medien sind hier auch nicht mehr Berichterstatter, sondern sie haben sich Robert Enke bemächtigt. Die Gier nach mediengerechten Ereignissen in Konkurrenz mit anderer Unterhaltungsware. Idole, Werbeträger, Helden. Stars erscheinen als Idole. Man verehrt sie, hängt Poster an die Wand oder nutzt sie als Leit- und Vorbilder. Ihre Aufgabe besteht darin, Bedürfnisse zu befriedigen. Der Star erscheint als Ich-Ersatz, es gehört auch das Wir-Gefühl dazu, die Identifikation und die Projektion. Der Sportler-Star gehört heute den Medien. Aus ökonomischer Sicht gelten Stars und Idole als Werbeträger mit der Funktion, dass einem wirtschaftlichen Bedarf entsprochen wird. Die wichtigste Funktion ist die Vermittlung von Bedeutung. Treibende Kraft sind die Medien, die davon leben, auch über den Tod des Idols hinaus. In Frieden ruhen. Massenmedien ohne Stars und Idole, scheinbar undenkbar. Abschied nehmen ohne Massen ist denkbar. Es ist der falsche Ort für das Abschiednehmen. Es ist würdelos. Der Torhüter Enke gehört Euch nicht mehr. Die Privatperson Robert Enke möge in Frieden ruhen!
Dein Kommentar egal99 – 13.11.09
Sag mal was bist Du für ein Spinner?Weißt Du eigentlich wer Robert war?
Ich denke schon, das es nur der Würde und Ehre von robert entspricht, ihn so zu Ehren.
In Frieden ruhen bedenkenswert – 13.11.09
Massenmedien ohne Stars und Idole, scheinbar undenkbar. Abschied nehmen ohne Massen ist denkbar. Es ist der falsche Ort für das Abschiednehmen. Es ist würdelos. Der Torhüter Nr.1 gehört Euch nicht mehr. Die Privatperson Robert Enke möge in Frieden ruhen!Kommentare dorkas – 13.11.09
Es ist wirklich bedauerlich, dass es so viele dumme Menschen gibt, die so viele dumme Kommentare abgeben müssen. In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich??? Wirklich schlimm!Ich spreche Frau Enke, der kleinen Leila und der ganzen Familie mein tiefes Mitgefühl aus, und wünsche viel Kraft, die Trauer zu bewältigen.
Auch dem Zugführer wünsche ich, dass er das Erlebte positiv verarbeiten kann.
Idole, Werbeträger; Helden bedenkeswert – 13.11.09
Stars erscheinen als Idole. Man verehrt sie, hängt Poster an die Wand oder nutzt sie als Leit- und Vorbilder. Ihre Aufgabe besteht darin, Bedürfnisse zu befriedigen. Der Star erscheint als Ich-Ersatz, es gehört auch das Wir-Gefühl dazu, die Identifikation und die Projektion. Der Sportler-Star gehört heute den Medien. Aus ökonomischer Sicht gelten Stars und Idole als Werbeträger mit der Funktion, dass einem wirtschaftlichen Bedarf entsprochen wird. Die wichtigste Funktion ist die Vermittlung von Bedeutung. Treibende Kraft sind die Medien, die davon leben, auch über den Tod des Idols hinaus.Öffentlichkeit Carsten – 13.11.09
Tickt Ihr alle noch richtig?Hier wird sich über die öffentliche Trauer über den Tod Robert Enkes aufgeregt, als ob die Zahl der Trauernden irgendetwas über den Wert des Menschen aussagt.
Hier wird sich beschwert, dass nicht Millionen Menschen geweint haben, als Freunde / Nachbarn oder wer auch immer sich umgebracht haben. Ich bezweifle, dass irgendeiner dieser Kritiker gerne täglich zwanzig Kameras vor der Fresse haben würde.
Menschen, die zu Lebzeiten im Licht der Öffentlichkeit standen, tun dies natürlich auch posthum. Was ist daran so schwer zu kapieren?
Sicherlich nimmt die Ausschlachtung durch die Medien bedrohliche Ausmaße an. Sicherlich mag die Trauer vieler Menschen scheinheilig sein. Sicherlich wird oft verkannt, dass es täglich ebenso schlimme Schicksale gibt... aber was sind wir für eine kranke Gesellschaft geworden, in der wir anderen Menschen sogar schon die Trauer neiden?!?
From Valencia Marcos Colomer – 13.11.09
As i said in a previous email, many of us, Valencia CF supporters, commiserate with Teresa, Leila, and all of you, Hannover 96 fans.A big hug to all, i know words mean nothing, but we have cried and feel so bad for all this.
RIP Robert Enke
Amunt Valencia
Amunt Hannover 96
Zustimmung soccerbob – 13.11.09
ich stimme dem uneingeschränkt zu - auf mehreren Seiten schlachten die hannoverschen Zeitungen die Sache aus und drehen die emotionale Spirale immer weiter, so dass die Fans garnicht zur Ruhe und inneren Trauer kommen. Es bleibt abzuwarten, was noch kommen wird (Der Lokführer wird mit Namen und Foto gezeigt, der Abschiedsbrief wird abgedruckt, etc.). Spätestens bei der Beerdigung: Wenn bis ins kleinste Detail davon berichtet wird, werden sich die Medien auf ihre "Informationspflicht" berufen!!! Ich hoffe, dass zumindest die Fans den Wunsch der Familie entsprechen werden, den letzten Gang Robert Enkes allein im Familienkreis zu bestreiten. Es ist ein Sache des Respekts, dass es am Friedhof zu keinem Menschenauflauf kommt - und erst recht zu keinem Medienauflauf mit Dutzenden Fotografen und Fernsehkameras - aber ich befürchte, das wird nur ein frommer Wunsch bleiben!Enke & Rilke Beda – 13.11.09
Der zitierte Text ist in ganz anderem Zusammenhang entstanden, aber trifft den tragischen Fall des Robert Enke genau, das ist fast unheimlich!Vewertung nach dem Tod Bedenkenswert – 13.11.09
Verwertung auch nach dem TodeAlle profitieren von Enke. Es soll den Idol-Status als “Junge von Nebenan“ auch über den Tod hinaus behalten. Auf dem Platz ein „Held“ und im wirklichen Leben ein Unbekannter. Am tragischen Fall Robert Enke und der sehr drastischen Art, aus dem Leben zu scheiden, kann man erkennen, wie Wirklichkeit und die „mediale Öffentlichkeit“ sich diametral entgegenstehen. Deshalb geschieht es auch so häufig das die „Rolle“ mit der Person verwechselt wird. Fans suchen ein Idol, um es zu verehren und dadurch zum Beispiel das eigene Ich aufzuwerten, ohne eigene Anstrengung. Im Rahmen von massenmedialen Vermarktungsinteressen war der Fußballspieler Enke auch Werbeträger. Die Medien sind hier auch nicht mehr Berichterstatter, sondern sie haben sich Robert Enke bemächtigt. Die Gier nach mediengerechten Ereignissen in Konkurrenz mit anderer Unterhaltungsware.
Erlösung Selbsterlebte – 13.11.09
es ist wirklich unglaublich was ein Mensch so bewirken kann. Es werden vor allem bei Robert Enke die sozialen Aspekte in den Vordergrund gerückt. Was in der heutigen Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich ist. Ich persönlich habe die Krankheit selbst durchlebt und war kurz vor dem Abgrund. Es ist dieses unglaubliche Verdrängen von Tatsachen und Gefühlen, die man nicht verstehen kann. Man hinterfragt sich, warum geht es Dir so schlecht. Ich bin auch im Leistungssport groß geworden. Es ist egal welche Sportart man ausübt, die Gefühle, die man in schlechten Zeiten in seiner Laufbahn durchlebt, werden einfach ausgeblendet. Ein Sportler, der oben ankommen will, muss zum einen den Trainer akzeptieren (der will ausschließlich den Erfolg) und zum anderen wenns mal nicht so läuft, sich nicht als Versager zu bezeichnen. Als Sportler muss man funktionieren, ohne vieles zu hinterfragen. Vor allem sind es oftmals die Trainer, die nur auf eigene Erfolge aus sind und sie vergessen die emotionale Ebene bei seinem Sportler. In der heutigen Gesellschaft ist das soziale Gefüge komplett nebensächlich geworden. Der Spass wird nicht mehr vermittelt, im Vordergrund steht der Erfolg.Ich bin daran gescheitert, dass die rationale Ebene (also Geld verdienen) und gefühlte Ebene (funktionieren zu müssen) nicht mehr zusammen passten. Es prallen zwei Welten aufeinander. Ich persönlich kann Robert wirklich verstehen warum er den Druck nicht mehr standhalten konnte. Mir viel es sehr sehr schwer diesen Weg in die Klinik zu gehen. (ich sage nur Klapse) Aber im Endeffekt muss man sich Hilfe suchen, denn allein (oder Familie, Freunde) können nicht helfen. Mir hat sehr geholfen mit Gleichgesinnten verstanden zu werden und gemeinsam über eigene Gefühle zu sprechen. Diesen Weg konnte oder durfte er nicht gehen und irgendwann durch diese Aussichtslosigkeit geht der Körper zu grunde. Man hat das Gefühl der Verstand arbeiten auf Hochtouren und der Körper will aber nicht mehr. Es ist die Hölle und mit der Aussicht diese Qualen zu beenden, wählt man die Erlösung von den Qualen, hin zu seiner geliebten Tochter.
Die Familie, Feunde, die Zugführer und und und werden diesen Tag immer in Erinnerung behalten und ich wünsche allen die Situation so gut wie möglich zu verarbeiten. Auf alle Fälle Hilfe anzunehmen!!!!!
@ seco ES – 13.11.09
Also wenn ich Ihren Kommentar lese muss ich mir wirklich an den Kopf fassen!Das hat nichts mit irgendeinem Rummel zu tun. Familie Enke hat den Vorschlag mit der Aufbahrung gemacht. Das ist kein Ausschlachten! Hier trauert eine ganze Stadt!!! Ich glaube Sie verstehen einfach nicht was Robert Enke für diese Menschen, mich eingeschlossen, bedeutet hat. Er war etwas ganz Besonderes für uns.
Man hat fast das Gefühl jemand aus der eigenen Familie ist verstorben!
Es ist ok, wenn Sie lieber im stillen trauern, aber um himmels Willen, lassen Sie andere Menschen doch auch öffentlich Trauern wenn es für sie so besser ist! Wir alle wollen uns noch einmal von Ihm verabschieden, und ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit dazu bekomme!
Wenn sich Ihre Nachbarin selbst tötet, ist das selbstverständlich tragisch, und die Menschen die Sie kannten werden sicherlich trauern und ein Licht für sie anzünden, Robert allerdings kannten viele, und nicht nur das, er hat den Menschen irgendwie Mut und Kraft gegeben, wie er sich immer wieder aufgerappelt hat. Jetzt zeigt sich was für ein armer, kranker Mann er wirklich war. Daher werden viele Lichter gezündet ihm den Weg zu zeigen. Das ist einfach die logische Konsequenz. Da verstehe ich Ihr Problem nicht.
Meine Familie väterlicherseits kommt übrigens aus Eschede und die haben damals auch einiges mitgemacht. Da wurden auch Kerzen gezündet, und in jedem Fall wurden auch an die Helfer gedacht!
In tiefer Trauer ES
langsam zu viel soocerbob – 13.11.09
Natürlich ist der Tod eines so wertvollen und guten Menschens wie Robert Enke tragisch und ein schlimmes Schicksal für seine Familie und Freunde. Aber Riesentrauerfeier im Stadion, Nichtvergabe des Trikots mit der Nummer 1, Spielverlegungen, Umbenennung eines Platzes in Hannover wird langsam etwas zu viel der Heldenverehrung. Ich denke, das wäre auch ein falsches Signal für Menschen, die mit ihrem Schicksal hadern und ebenfalls an Depressionen leiden. Viel sinnvoller wäre es, wenn die Gesellschaft, vor allem Medien und Fußballfans mit ihren Aussagen gegenüber Spielern und Menschen und deren Fehler, Schwächen und Neigungen angemessen reagieren würden - und nicht mit Häme und Spott, wie man es wöchentlich in den Stadien und Medien mitbekommt. Dann hätte alle aus dem tragischen Tod Robert Enkes gelernt! Aber ich befürchte, in einem halben Jahr ist das alles vergessen.Und wer denkt an den Zgführer und die Einsatzkräfte vom Rettungsdienst und Polizei Mitgefühl – 13.11.09
Sicherlich ist es ein schmerzliches Ereignis, wenn ein Ausnahmetalent so früh aus dem Leben scheidet. Letztlich hat er für sich aber den Freitod gewählt, auch wenn dies der Zwänge seiner Depressionen erwachsen ist. Aber wer schreibt von dem Zugführer. Er musste seinem "Opfer" machtlos ansehen, als er dem Todeswilligen überrollte. Wer hat den Zugführer gefragt, ob er sein Leben lang mit diesen Bildern umgehen kann. Welche Ängste mag dieser Mensch haben, wenn er wieder in der Führerkabine steigen will oder muss. Wer denkt an die Rettungskräfte, die um das Leben von Robert Enke kämpften, nachdem ihn der Zug erfasst hat. Wer denkt an die Rettungskräfte, die nun mit den Bildern des vom Zug erfassten und mit dem Tod ringenden Opfer leben müssen. Versteht mich nicht falsch, der Tod von Robert Enke ist tragisch und geht auch mir nahe, aber mein Mitgefühl gilt auch dem Zugführer und den Rettungskräften.Ich glaube eher ein Symbol ... KleinesGespenst – 13.11.09
Ich glaube, daß die große Schockwelle nicht ausschließlich dem Menschen Robert Enke gilt. Meiner Meinung nach kommt diese kollektive Schock daher, weil der Selbstmord von Robert Enke das Scheitern des deutschen Traumes so deutlich symbolisiert wie schon lange nichts mehr. In unserer deutschen Gesellschaft, wo völlig akzeptiert ist, daß mit Leistung alles erreicht werden kann, wo Arbeitslosigkeit (=keine Leistung) eine der größten Schanden ist, wo völlig akzeptiert wird, daß sich Privates der Leistung unterzuordnen hat (siehe z.B. die hohen Trennungszahlen), da ist jemand gescheitert, der vollen Erfolg hatte und dabei auch noch sympathisch geblieben ist.Das ist der zweite Punkt: Viele Menschen haben begriffen, daß Erfolg nicht alles ist, sondern das die Menschlichkeit auch wichtig ist. Gerade Robert Enke hat sich stark für den Nachwuchs engagiert, und hat seinen Erfolg nicht mit den Ellenbogen gegen alle anderen durchgeboxt. Und er war verheiratet und hat sich um seine Familie gekümmert.
Von daher hat Robert Enke enormen Erfolg und Menschlickeit miteinander verbunden. Und trotzdem ist er gescheitert. Das ist es, glaube ich, was die Menschen so sehr schockt, daß jetzt so ein großer Bahnhof abgehalten wird.
Und sehr interessant finde ich, daß die Menschen im Zuge dieses Schocks als erstes zur Kirche gerannt sind. Die Trauerandacht in der Marktkirche ging nicht von der Kirche aus, sondern wurde von den Fans erbeten. Und da kommt die nächste Dimension. Ein Mensch kann nicht alles, wir brauchen Gott eben doch. Er ist der Einzige, der wirklich durchtragen kann. Wir haben ihn aus unserer Kultur herausrationalisiert, aber es funktioniert eben nicht.
Ewig unsere Nummer 1 Sara – 13.11.09
Von einer Aufbahrung halte ich auch nicht viel, aber das ist die Entscheidung seiner Familie. Ich werde am Sonntag auf jeden Fall dabei sein um noch einmal von diesem großartigen Menschen Abschied zu nehmen. Robert Enke war einer von den Guten! Ihn zu verlieren ist ein unbeschreiblicher Verlust.Ich wünsche seiner Frau und Familie alle Kraft um diese Trauer zu überstehen.
Für uns 96-Fans wird er ewig die Nummer 1 bleiben! Es wäre eine nette Geste, diese Nummer nie wieder zu vergeben.
Aufbewahrung seco – 13.11.09
Ob nun ein Fan oder nicht, es reicht nun wirklich an Geschmacklosigkeit.Genug ist genug!
Diese geplante Aufbewahrung nutzt weder seiner Familie, sondern nur wieder dem Kommerz drumherum.
Ich frage mich nur, wer interessiert sich für meine Nachbarin, die vor 2 Jahren aus Verzweiflung vor den Zug sprang, oder die Schulkameradin meiner Tochter die im Alter von nur 16 Jahren den gleichen Ausweg suchte? Wer hat Anteilnahme an meinem Schmerz über den viel zu frühen Tod meiner Freundin, die auf schrecklich Weise ihr Leben lassen musste? Sind sie weniger Mensch, weil sie nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ausmachten?
Mein Mitgefühl gilt der Familie, aber mehr den Rettungskräften die immer wieder mit solchen katastrophalen Ereignissen konfrontiert werden und diese Bilder nie mehr los werden können.
Die psychischen Probleme, die sogar körperlich krank machen und neben dem Job auch die Familie kosten können. Wer denkt an sie? Ist auch nur eine Kerze diesen Menschen gewidmet? Kommt auch nur ein Cent, der wegen Herrn Enke ausgegeben wird den beteiligten Rettungskräften,bzw. deren Angehörigen zugute?
Mein Mann, unsere Freunde waren in Eschede dabei, ich weiß wovon ich spreche........ Das Leben danach wird anders, auch das Leben der Lokführer, der Einsatzkräfte....
Nur weil Herr Enke DER Torwart war, solch einen Rummel,denn nichts anderes ist das alles,zu veranstalten, finde ich schlimm, das hat nichts mehr mit der Würdigung des Menschen zu tun, oder gar mit Rücksicht und Achtung der Familie gegenüber! Wer trauern will kann das doch auch für sich, ohne Medien, ohne zur Schau stellen in der Arena.
Und bitte, das private Leben sollte das bleiben was es ist: PRIVAT!!!
Frau Enke wünsche ich von Herzen viel Kraft, aber auch mehr Ruhe für die Zukunft.
Seco
Robert Enke DRX – 13.11.09
Es ist unfassbar! Unbegreiflich! Mein tiefstes Mitgefühl für seine Frau und die kleine Tochter!Hochachtung, Frau Enke
Wir haben einen der Besten unserer Zeit verloren...
Ruhe in Frieden, Robert
deppen 96 – 13.11.09
Kommentar wurde von HAZ.de gelöscht. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen unter www.haz.de/Nutzungsbedingungen... links der Leine – 12.11.09
"Warum kann Enke nicht beerdigt werden, wie er gelebt hat und wie er auch war: Bescheiden...... "Meine vollste Zustimmung!
Und trotzdem, auch mich hat dieser Tod so mitgenommen, dass ich überlege hinzugehen um das ganze zu verarbeiten.
Gedanken danach ... fw – 12.11.09
In memoriam Robert"Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein."
Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris
Robert Enke Fan – 12.11.09
ei allem Mitgefühl, aber auch ich finde, es reicht langsam. Enke steht ja kurz vor der Heiligsprechung. Mir scheint, da ist jedes maß aus den Fugen gegangen . Er hinterläßt eine Frau mit Kind, die jetzt sehen dürfen, wie sie zurecht kommen können. Und da ist ein Zugführer, der bis zum ende seines Lebens nun traumatisiert sein dürfte. Das war schon eher Feige was Robert Enke da gemacht hat. Unschuldige mit rein gezogen. Und dieser hysterische Kerzen - Tourismus spricht auch nicht gerade für Augenmaß.......Habe vorhin einen WDR-Bericht gesehen.
Jeden Tag werfen sich in der BRD 3 Menschen vor einen Zug, jeder Zugführer überfährt mindestens 1-mal in seinem Berufsleben einen Menschen. Die meisten geben danach Ihren Job auf und müssen in jahrelange Behandlung. Ein Psychologe sagt, das nach den Aussagen der Lokführer viele Selbstmörder Augenkontakt zum Lokführer suchen vor dem Sprung, einige winken auch noch....
Desweiteren waren diverse Feuerwehrleute und Sanitäter vor Ort, klar, ist ja auch deren Job dort wieder aufzuräu....., aber trotzdem.
Zurück bleibt die Familie, insbesondere die Ehefrau, deren Liebe dieses auch nicht verhindern konnte. Trauern kann ich daher nicht richtig, zumal ich Herrn Enke auch nicht kannte und trotz Krankheit seinen Schritt nicht unbedingt gutheissen kann.
Aber:
Mir kommte es wiedermal hoch, wenn ich diesen ganzen Presserummel wieder mitbekomme.
Warum kann Enke nicht beerdigt werden, wie er gelebt hat und wie er auch war: Bescheiden......
Aufbahrung Bitte, bitte keine Aufbahrung ! – 12.11.09
Eine Aufbahrung? Wozu braucht es das? Das Symbol zählt, die Zusammenkunft der Menschen zur gemeinsamen Trauer zählt - und nicht das Starren auf jmd. Toten. Das hat nichts mit Respekt oder Trauer zu tun, das ist reiner Voyeurismus. Bei einer "normalen" Aufbahrung treten auch keine Popbands auf. Will Hannover sich ein Beispiel an dem "Event" der Beerdigung von Michael Jackson nehmen? Am besten, dann tanzen noch irgendwelche Cheerleader um den Sarg. Wo bleibt da die Würde?Als absolut überzeugter 96er und Enke-Fan kann ich die Verantwortlichen nur bitten, das gründlich zu überdenken.