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Aus der Stadt Schützenfest büßt 200.000 Besucher ein
Hannover Aus der Stadt Schützenfest büßt 200.000 Besucher ein
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13:30 04.07.2016
Von Susanna Bauch
Am letzten Festsonnabend feierten noch einmal Tausende Menschen beim Schützenfest, insgesamt war das Fest aber deutlich schlechter besucht als noch 2014. Quelle: Dillenberg
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Hannover

Klaus Timaeus, Geschäftsführer des Vereins Hannoversches Schützenfest, zog am Sonntag einmal mehr eine überwiegend positive Fest-Bilanz: „Wir wünschen uns ein Volksfest, bei dem sich jeder wohlfühlt – dafür sind die Besucherzahlen allein nicht ausschlaggebend“, sagte er. Und: „Nicht die Gesamtzahl der Besucher, sondern das Leuchten in den Augen der Menschen, die hier sind, ist uns wichtig.“

Das 486. hannoversche Schützenfest müsse den Vergleich mit dem Oktoberfest in München nicht scheuen. „Das Wetter allerdings mit seinen Schwankungen zwischen 14 und 40 Grad ist in diesem Jahr nicht besonders hilfreich gewesen.“ Und auch der Termin außerhalb der Schulferien habe wohl zu den geringeren Besucherzahlen beigetragen. „Das passt im kommenden Jahr zumindest wieder, da haben Kinder und Jugendliche dann ganztags Zeit für Schützenfest.“

Besonders zufrieden zeigten sich Timaeus und Schützenpräsident Paul-Eric Stolle drüber, dass vermehrt die Vormittage für Veranstaltungen in den Festzelten gebucht wurden. „Firmenfeste und nicht zuletzt das erste Schaustellerfrühstück haben für Betrieb gesorgt“, so Timaeus. Und die Konzerte von Udo Lindenberg haben nicht – wie gefürchtet – zu einer Besucherflaute an den Abenden geführt. „Im Gegenteil, nach Konzertende sind die Gäste in Scharen auf den Festplatz geströmt, die Fahrgeschäfte hatten bis vier Uhr morgens geöffnet“, sagte der Vereins-Geschäftsführer. Da zahle sich aus, dass es auf dem Platz keine Sperrstunde gebe.

Besonderer Dank der Veranstalter galt auch den Einsatzkräften von Polizei und DRK, die nur halb so viel zu tun hatten wie etwa 2013 (2014 fällt wegen der Fußball-WM aus der Statistik). „Eine ganz besonders friedliche Feier“ sei das Schützenfest 2015 gewesen, betonte Stolle. 27 Straftaten hat es nach Aussage von Uwe Emmrich von der Polizeiinspektion West während der zehn Tage gegeben. „Das ist eigentlich nicht erwähnenswert.“ Und DRK-Einsatzleiter Benjamin Schiller verzeichnete 23 Kliniktransporte und 140 Einsätze auf dem Platz – „gerade einmal die Hälfte der Einsätze in den Vorjahren.“

Stadtjubiläum beim Schützenfest

Oberbürgermeister Stefan Schostok wertete vor allem das Schaustellerfrühstück als Vorboten für Neues auf dem Platz im kommenden Jahr. Denn die Stadt selbst hat diesbezüglich einiges vor: Die größten Veranstaltungen zum 775-jährigen Stadtjubiläum sollen auf dem Schützenfest gefeiert werden. „Dieser Ort verbindet Tradition und Moderne, ist ein Volksfest mit spezieller Prägung – ideal für ein besonderes Stadtjubiläum.“

Auch sonst war Schostok voll des Lobes für das Festkonzept, die heimischen Brauereien und die „tolle Sicherheits- und Verkehrsstrategie“. Die vor einigen Jahren begonnene Modernisierung des Festes sei gelungen, auch dank Klaus Timaeus, der im kommenden Jahr das Schützenfest zum letzten Mal organisiert. Dann soll allerdings noch ein bisschen mehr getrommelt werden. „Wir müssen einzelne Ereignisse noch ein bisschen aggressiver bewerben“, betonte Timaeus.     

Bruchmeister sammeln für Schulwagen

Die amtierenden Bruchmeister sorgen für Recht und Ordnung auf dem Platz und mit besonderen Aktivitäten auch für einige Nebeneinnahmen. Diese werden natürlich nicht selber verbraucht – die vier jungen Herren haben zum Abschluss des Schützenfestes am Sonntag einen Scheck über 5300 Euro an die Abteilung Jugend- und Familienfürsorge des Stephanstiftes überreicht. Von dem Geld sollen vor allem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterstützt werden.

Die ehemaligen Bruchmeister engagieren sich ebenfalls für einen guten Zweck. Gemeinsam mit dem Freundeskreis der hannöverschen Bruchmeister wurden rund 4000 Euro gesammelt, mit denen ein Schulwagen für die Kinder von Schaustellerfamilien renoviert werden soll. Der Nachwuchs geht zwar auch vor Ort zur Regelschule – 30-mal im Jahr auf eine andere – , im Schulwagen findet dann vor allem Förderunterricht statt.

„In diesem Jahr wollen wir mit dem Geld vor allem die Bücherei aufstocken“, betont Ex-Bruchmeister Sven Seißelberg. Die Kinder lernen bereits in einem umgebauten Üstra-Bus, des Weiteren steht ein Anhänger zum Büffeln zur Verfügung. In Hannover kümmert sich Bereichslehrer Ralf Küper um die schulische Betreuung der Schaustellerkinder; in der Regel besuchen die Mädchen und Jungen dann die Grundschule Stammestraße und die Südstadtschule.

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