Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Acht Jahre Haft für 41-jährigen Messerstecher
Hannover Aus der Stadt Acht Jahre Haft für 41-jährigen Messerstecher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:09 21.07.2017
Von Michael Zgoll
Andre S. (links) mit seinem Anwalt Andrey Lepscheew.  Quelle: Philipp von Ditfurth
Anzeige
Hannover

Der Mann, der im Januar dieses Jahres seine Ex-Partnerin in ihrer Nordstädter Wohnung angriff und mit Messerstichen lebensgefährlich verletzte, ist gestern vom Schwurgericht zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Die Kammer sprach Andre S. wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Drogenhandels schuldig. Als äußerst selten bezeichnete der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch den Umstand, dass der 41-Jährige die entscheidende Attacke auf die Frau erst ausführte, als ihm - durch ein offenes Fenster hindurch - bereits zwei Polizisten gegenüberstanden.

Nur dank des Einsatzes von Pfefferspray schafften es die Beamten, den unter Einfluss von Alkohol und Drogen stehenden Täter vom fortgesetzten Einstechen auf sein 46 Jahre altes Opfer abzubringen. Die verletzte Frau schleppte sich zu einem Fenster der Parterrewohnung in der Haltenhoffstraße, dann zogen sie die Polizisten über die Fensterbank nach draußen. Weil S. weiter wütete, gestaltete sich seine Festnahme schwierig. „Sie können froh sein“, so der Vorsitzende Richter zum Angeklagten, „dass Sie es mit sehr besonnenen Beamten zu tun hatten, die nicht zur Schusswaffe gegriffen haben.“

Fluchtweg war versperrt

Das Verhältnis zwischen S. und seiner früheren Freundin bezeichnete Rosenbusch als „On-off-Beziehung“. Beide hatten immer wieder mit Drogen- und Alkoholproblemen zu tun, die gewaltsamen Streitigkeiten nahmen immer mehr zu, zum Schluss verließ der Mann die Nordstadt-Wohnung und zog in eine Gartenkolonie. Die Kammer vermied Schuldzuweisungen, welcher Partner wie viel Anteil am Scheitern der Beziehung hatte. „Es ist nicht die Aufgabe eines Schwurgerichts, über den Charakter oder den Verlauf einer Beziehung zu urteilen“, stellte Rosenbusch klar.

Fest steht, dass S. am Morgen des 24. Januar in die Wohnung der 46-Jährigen eindrang, indem er einen Backstein in eine Scheibe warf. Dann begann er die Wohnung nach Drogen zu durchsuchen und die verängstigte Frau zu beschimpfen und zu bedrohen. Dass sie ihre Wohnungstür mit mehreren Schlössern und Panzerriegel gesichert hatte, geriet ihr nun zum Nachteil: Sie schaffte es nicht, durch diese Tür zu entkommen. Als die von Nachbarn alarmierte Polizei vor dem Fenster auftauchte, stach S. wie von Sinnen auf die Frau ein, die an Magen und Milz verletzt wurde. Ohne schnelle Not-OP wäre sie wohl verblutet.

Die Staatsanwältin hatte neun Jahre Gefängnis gefordert. Die Verurteilung zu acht Jahren, die bereits rechtskräftig ist, bildete das Schwurgericht aus zwei Einzelstrafen. Vier Jahre verhängte es wegen eines minderschweren Falls von Drogenhandel; hier war bei dem mit 18 Einträgen im Vorstrafenregister belasteten S. auch ein Elektroschocker entdeckt worden. Für den versuchten Totschlag bekam der Angeklagte sieben Jahre - und Rosenbusch warnte den 41-Jährigen. „Sollten Sie noch eine derartige Straftat wie den Messerangriff begehen“, sagte der Richter, „droht Ihnen die Sicherungsverwahrung.“

Mit einer Studie über Start-ups im Journalismus hat der hannoversche Kommunikationswissenschaftler Christopher Buschow beim Deutschen Studienpreis 2017 einen zweiten Platz belegt.

Volker Wiedersheim 21.07.2017

Auf den vielen kleinen Holzgedenksteinen stehen Namen wie Frank, Sylvia, Hansi oder Petra. Sie stehen jeweils für einen Menschen, der seine Drogensucht nicht überlebt hat: Am Kröpcke wurde der 19. Internationale Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige abgehalten.

24.07.2017

Die Freude am Schwimmen und Planschen im Lister Bad wird manchen Badegästen derzeit vermiest. Wiederholt haben Besucher Ratten auf dem Gelände gesichtet, insbesondere nahe dem Nichtschwimmerbecken.

Andreas Schinkel 24.07.2017
Anzeige