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Acht Monate Haft für Straßenmusiker

Nach Diebstahl von Alkohol Acht Monate Haft für Straßenmusiker

Ein Straßenmusiker, restlos der Trunksucht verfallen, ist am Dienstag am Amtsgericht wegen sechs Ladendiebstählen aus zwei Verfahren zu acht Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Das Diebesgut, das Roman K. mitnahm, spricht für sich: Zwei Flaschen Bourbon, zwei Pullen Magenbitter, Wein und Wodka.

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Neun Verurteilungen wegen Ladendiebstahls stehen in der Akte des Straßenmusikers.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. „Das war eine sehr freizügige Interpretation des Begriffs Selbstbedienungsladen“, kommentierte Richter Reinhard Meffert leicht gallig. Als dreist bezeichnete es der Jurist, dass sich der 47-Jährige gelegentlich nicht einmal Mühe gab, die Beutestücke in der Jacke zu verstecken: Er spazierte einfach an der Kasse vorbei, in der linken wie der rechten Hand eine Flasche.

Bei einer Tat hatte der Musiker, der Passanten mit Gitarre und Gesang unterhält, stolze 3,24 Promille Alkohol im Blut. „Bei diesem Pegel sind Sie offenbar erst angeheitert“, fasste der Richter einige Zeugenbeobachtungen zusammen. Der Angeklagte, dem das Leben schon viele Furchen ins Gesicht gegerbt hat, reagierte darauf mit einem Lächeln – wie auf vieles, was in der Verhandlung zur Sprache kam. Normalerweise konsumiere er einen Kasten Bier pro Tag, erzählte er. Da er beim Musizieren nach zwei Stunden manchmal 50 bis 60 Euro in der Spendenbox hatte, konnte er die Flüssignahrung oft ganz legal erwerben. Nur im Suff, sagte K., sei er klauen gegangen.

Früher arbeitete der 47-Jährige als Fliesenleger und Trockenbauer. Doch seit er 2011 exzessiv zu trinken begann, ging’s bergab. Neun Verurteilungen wegen Ladendiebstählen in Hamburg, Berlin und Hannover stehen schon in seiner Akte. „Sehen Sie die Haft als Chance, Ihre Sucht in den Griff zu bekommen“, gab ihm Richter Meffert auf den Weg. Ob das klappt? Zweifel sind erlaubt.

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