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Aus der Stadt Adler-Vorfall: So denken die HAZ-Leser
Hannover Aus der Stadt Adler-Vorfall: So denken die HAZ-Leser
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07:29 30.10.2016
„Instinktiv Halt gesucht“: Adlerflug in der Yukon Bay. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Zu dem Artikel „Adler verletzt Gast - Zoo soll zahlen“ vom 24. Oktober:

Psychologische Betreuung wäre überzeugender

Wir hatten fast 20 Jahre lang eine Zoo-Jahreskarte, und ich kann nicht zählen, wie oft wir dort oder anderswo eine Flugshow besucht haben. Nie ist etwas passiert. Diesen Einzelfall als Anlass zu nehmen, grundsätzlich über die Gefährlichkeit dieser Shows zu entscheiden, halte ich für völlig überzogen. Vielmehr scheint hier jemand seine Wut über die gescheiterten Schadensersatzverhandlungen berufsbedingt auszuleben. Wenn es ihm wirklich um das höhere Ziel der Gefahrenabwehr ginge, hätte er sofort entsprechend tätig werden müssen. Vielleicht wäre die Forderung nach psychologischer Betreuung überzeugender gewesen als eine Jahreskarte für ein traumatisiertes Kind.

Hannover, Sabine Hartmann

Gefahrenpotenzial lauert überall

Ein Hoch auf den wackeren Anwalt Neumann, der die Flugshow im Zoo gerichtlich überprüfen lassen will – selbstlos natürlich, als Schutz insbesondere für die vielen Kinder. Die künftigen Zoobesucher werden ihm ewig dankbar sein, wenn er es im Rahmen seiner Schadensersatzklage tatsächlich schafft, dass solche riskanten Shows in Zukunft unterbunden werden. Die paar Euro Schmerzensgeld für die durch den fehlgelandeten Adler hervorgerufenen Schnittwunden sind sicher nur nebenbei, quasi als Fußnote intendiert.
Unklar bleibt nur, warum für den Sohn auch noch eine Jahreskarte erstritten werden soll, wo doch im Zoo dermaßen Gefahrenpotenzial lauert – und das schon seit Jahrzehnten!! Wahrhaft ein mustergültiger Vertreter seiner Zunft?

Hannover, Dr. Hartmut Pauka

Dreistes Verlangen

Kein Zoobesucher wird gezwungen, die Flugschau zu besuchen. Dass mit Tieren etwas passieren kann, davon muss jeder ausgehen. 2500 Euro Schmerzensgeld und für den sechsjährigen Enkel lebenslang freien Zooeintritt zu verlangen, finde ich schon etwas dreist. Aber der Sohn ist ja Rechtsanwalt, da kann man schon mal schnell den Fall vor ein Gericht bringen.

Hannover, Alice Winkelmann

Betreten auf eigene Gefahr

Unfassbar, was für ein Drama dieser Anwalt aus dieser Angelegenheit macht. Es steht jedem frei, die Flugshow im Zoo zu besuchen. Das Gleiche gilt etwa auch für das Wisentgehege in Springe. Habe ich alles mehrfach mit meinen Enkelkindern besucht, kein Problem. Zu behaupten, dass es sich um einen Angriff des Vogels auf den Menschen handeln könnte, ist Schwachsinn. In der Natur greifen Vögel an, wenn ihre Jungen gefährdet sind.
Die Frage ist zu stellen, warum sich diese Familie überhaupt an so einen „hochgefährlichen“ Ort wie den Zoo begibt und das Enkelkind diesen Gefahren aussetzt. Ich denke da an das Bootfahren (ein Kind kann da hinausfallen), frei laufende Pelikane, Streichelwiese (Huhn pickt in den Kinderfinger) und vor allem den Kinderspielplatz mit seinem Klettergarten. Da diese Familie sich bewusst für diesen Ort entschieden hat, sollte sie auch die Kosten bei einem eventuellen Unfall selbst tragen. Vielleicht sollte der Zoo ein großes Schild aufstellen: „Betreten auf eigene Gefahr“.

Hannover, Helmut Milius

Nur Profilierung

Es sei allgemein bekannt, dass Weißkopfseeadler aggressiv seien und in unvorhersehbaren Situationen unerwartet angreifen könnten: Mit diesen Worten zitiert die HAZ den Rechtsanwalt. Ja, warum schleppt er dann seine Familie zu der Show? Der Unfall und seine Folgen sind sicher unangenehm und der Zoo sollte die Behandlungskosten tragen und eine Freikarte spendieren, keine Frage – aber der Anwalt sollte mal nicht versuchen, einen „Reibach“ daraus zu machen! Ich habe den Eindruck, diese Klage dient nur der Profilierung.

Hannover, Andreas Löffl

Unverhältnismäßige Forderung

Im Zoo Hannover wurden in den vergangenen Jahren Käfigstäbe entfernt und im Gegenzug Gräben und Glaswände eingerichtet – um den Zoobesuchern zu ermöglichen, den wilden Tieren so nahe wie möglich zu kommen. Nervenkitzel und Herzklopfen inbegriffen, wenn man zum Beispiel vom mächtigen Gorillamännchen Buzandi nur durch eine Glasscheibe getrennt ist.
Wir haben die Show in Yukon Bay Dutzende Male gesehen, nie ist etwas passiert. Nun hat sich das junge Adlerweibchen beim Landen einmal verschätzt und versehentlich eine Besucherin verletzt. Schmerzensgeld ist eventuell angemessen (wobei 2500 Euro für Kratzer überzogen erscheinen), und der Zoo hat ein Kulanzangebot unterbreitet.
Was aber dem Fass den Boden ausschlägt, ist die Forderung des Anwalts nach lebenslangem (!) freien Eintritt für den Enkel, der nach dem Vorfall angeblich einen Schock erlitt und tagelang nicht sprechen konnte. Das steht doch in überhaupt keinem Verhältnis! Und wieso fordert man freien Eintritt für eine Einrichtung, die einen doch angeblich dermaßen traumatisiert hat? Sehr merkwürdig, dann scheint der Zoo ja doch nicht alles falsch zu machen …

Hannover, Sandra Witzke

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