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Adler verletzt Besucherin im Zoo Hannover

Zwischenfall bei Flugshow Adler verletzt Besucherin im Zoo Hannover

Gibt es bald keine Flugschau mehr im hannoverschen Zoo? Ein Weißkopfseeadler hat bei einer Vorführung eine Besucherin verletzt, als er sich beim Landeanflug verschätzte. Ihr Anwalt stellt jetzt infrage, ob derartige Raubtiervorführungen nicht ohnehin zu gefährlich sind. Der Zoo spricht von einem Einzelfall.

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„Instinktiv Halt gesucht“: Adlerflug in der Yukon Bay.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Der zu kurz geratene Flug eines Weißkopfseeadlers während der täglichen Schau in der Polarlandschaft Yukon Bay im Zoo hat juristische Konsequenzen. Weil seine Mutter Karin von dem Greifvogel verletzt wurde und eine Einigung über Schadensersatz und Schmerzensgeld nicht zustande kam, will der Rechtsanwalt Torsten Neumann aus Hannover den Fall vor Gericht bringen. „Dabei wird insbesondere auch die Angelegenheit ins Feld geführt, ob derartige Vogelflugshows mit dem damit verbundenen Gefahrenpotenzial zulässig sind oder nicht“, kündigt Neumann an. Der Zoo sieht keinen Anlass, am Programmablauf etwas zu ändern.

Seeadler gehören mit ihrer Flügelspannweite von mehr als zwei Metern zu den imposantesten Greifvögeln überhaupt. Bei der Vorführung in der Yukon Bay fliegt ein Tier über das Hafenbecken Richtung Tribüne und dann weiter dicht über die Köpfe der Zuschauer hinweg auf den mit einem Handschuh geschützten Arm seines Pflegers oben unter dem Dach.

Anwalt fordert Schmerzensgeld

Bei der Schau am 16. April klappte das nicht. Der Seeadler landete stattdessen auf dem Kopf von Karin Neumann, rutschte von dort ab und krallte sich dann in Hand und Arm fest. „Es dauerte mehrere Minuten, bis meine Mutter von dem Tier befreit werden konnte“, schildert Torsten Neumann, der von einem Angriff des Vogels spricht. Karin Neumann trug laut ärztlichem Attest Schnittwunden an Schläfe und Hand davon, deren Behandlung wegen der Infektionsgefahr einige Zeit in Anspruch nahm. Ihr sechsjähriger Enkel, der zum Zeitpunkt des Vorfalls direkt neben ihr saß, erlitt einen Schock. „Er konnte hinterher mehrere Tage nicht mehr sprechen“, sagt Torsten Neumann.

Der Anwalt forderte zunächst 2500 Euro Schmerzensgeld für Mutter und Sohn, für Letzteren darüber hinaus lebenslang freien Eintritt. „Der Zoo hat grob fahrlässig eine unkontrollierte Gefahrenquelle geschaffen“, heißt es in einem Schreiben. Es sei allgemein bekannt, dass Weißkopfseeadler aggressiv seien und aus unvorhersehbaren Situationen unerwartet angreifen könnten. Zu bedenken gibt Neumann auch, dass bei den Vorführungen in der Regel viele Kinder anwesend sind.

Zoo spricht von Einzelfall

Zoo-Geschäftsführer Andreas Casdorff bedauert den Vorfall und verweist auf Kulanzangebote, die man unterbreitet habe. Weiter äußert er sich unter Hinweis auf das schwebende Verfahren nicht. Der zoologische Leite, Klaus Brunsing, schließt eine gezielte Attacke des Adlers aus. „Er hat sich bei der Landung verschätzt und dann instinktiv irgendwo Halt gesucht“, erklärt er. Brunsing verweist darauf, dass Flugvorführungen mit Greifvögeln im Zoo Hannover seit Ende der Neunzigerjahre und in anderen Tierparks schon länger üblich seien. „Mir ist nicht bekannt, dass etwas Vergleichbares irgendwo passiert ist“, betont er. Es handele sich um einen Einzelfall.

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