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Region hat Ärger wegen Windkraftstandorten

Raumordnungsprogramm Region hat Ärger wegen Windkraftstandorten

Zwischen Hemmingen, Pattensen und Springe bahnt sich Empörung gegen die Planung der Region an, Standorte für Windkraftanlagen auszuweisen. Regionspräsident Hauke Jagau wies die Kritik jetzt zurück: Ohne Vorranggebiete könnten Investoren überall Standorte beantragen – dann mit halbem Grenzabstand.

Hannover. Im Dreieck zwischen Hemmingen, Pattensen und Springe bahnt sich heftige Empörung gegen die Planung der Region an, neue Standorte für Windkraftanlagen auszuweisen. Alle drei Bürgermeister warnen vor zu hoher Konzentration, eine Bürgerintitiative aus Lüdersen hat bis gestern 1000 Unterschriften gesammelt. Genauso viele Einwohner hat das selbsternannte „Bergdorf“ auf 130 Metern Höhe am Deisterhang, das künftig 200 Meter hohe Windräder im Panorama fürchtet. Regionspräsident Hauke Jagau wies die Kritik gestern zurück: Weise die Region keine Vorranggebiete aus, könnten Investoren überall Standorte beantragen – dann mit halbem Grenzabstand.

Alle zehn Jahre beschließt die Region ihr Raumordnungsprogramm, das Standorte für Handelsansiedlungen festlegt oder Naturgebiete oder eben für Windkraftanlagen. Selten hat es solch einen Ärger gegeben wie dieses Mal. Das liegt nicht nur daran, dass die Windkraft-Vorrangflächen von 1934 auf 3573 Hektar (1,6 Prozent der Region) fast verdoppelt werden sollen, sondern vor allem daran, wo diese liegen. Zwei Standorte bei Burgdorf, wo es eine hohe Akzeptanz für Windräder gibt, und im Osten Pattensens gehen aus Naturschutzgründen nicht, deshalb ist jetzt das Gebiet bei Lüdersen vorgesehen, wo rechnerisch 20 Großanlagen entstehen könnten.
Drei Jahre lang hat die Region das Programm vorbereitet, die Bürgerbeteiligung war so intensiv wie noch nie – jetzt aber gibt es kräftig Gegenwind von der gleichnamigen Initiative aus Lüdersen.

Rechtlich sieht die Region sich auf der sicheren Seite. Mit 800 Metern lege man einen doppelt so großen Abstand zur Wohnbebauung fest wie vorgeschrieben, sagt Planungsdezernent Prof. Axel Priebs. Die Anlagenbetreiber hätten ein Recht auf eine angemessene Zahl an Standorten, das hätten Gerichte festgelegt. Vorab seien Kriterien festgelegt worden zur Wahl der Vorrangstandorte, „an die müssen wir uns nun halten“. Keinesfalls sei ausgemacht, dass die Fläche am Deister komplett bebaut werde, sagt Jagau, muss aber auf Nachfrage einräumen: Bisher war es eigentlich immer so.

Was die Widersacher wurmt: Das Regionsparlament entscheidet am 27. September, also nach der Wahl, aber letztmalig in alter Zusammensetzung. Ein völlig normaler Vorgang in der Politik, der jetzt aber in die Kritik kommt. Nochmal zu vertagen gehe nicht, sagt Priebs. Die neuen Regionsabgeordneten müssten sich dann zunächst monatelang einarbeiten – und Investoren könnten sich einklagen, wenn das Raumordnungsprogramm nicht endlich beschlossen werde.

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