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Ärger über Trinker am Raschplatz
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Gastronom beklagt Umsatzeinbußen Ärger über Trinker am Raschplatz

Auf dem Raschplatz sorgt eine Trinkergruppe für Unruhe unter den Geschäftsleuten. Bis zu 30 zum Teil schwer alkoholisierte Zecher versammeln sich vor allem werktags im Bereich des Treppenaufgangs zur Sparkasse.

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Treffpunkt für Trinker: Anlieger am Raschplatz klagen über Belästigungen.

Quelle: Ditfurth

Hannover.  „Dadurch kommen immer weniger Gäste zu mir“, sagt Massoud Kader, Inhaber des Cafés „Warm up“ gleich nebenan. Zu Jahresbeginn hat er seine Bar eröffnet, wollte auch einen Mittagstisch für die Angestellten der umliegenden Büros anbieten. Jetzt kämpft er ums Überleben. „Die Umsätze sind eingebrochen. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“, sagt er. Auch bei der Sparkasse kennt man das Problem, zuckt aber mit den Achseln. Man könne die Trinker ja nicht einfach vertreiben, heißt es.

Die Zechergruppe ist auch der Polizei bekannt. Noch bis vor Kurzem habe sie sich auf dem zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) versammelt, sagt Polizeisprecher Heiko Steiner. Jetzt sei der Raschplatz offenbar attraktiver geworden. Es steht zu vermuten, dass auf dem Raschplatz die Wege kürzer sind, um Alkoholika zu erwerben. „Wir haben die Gruppe einige Male kontrolliert, hatten aber bisher keine Klagen vorliegen“, sagt der Polizeisprecher. Letztlich könne die Polizei auch nur in bestimmten Fällen einschreiten, etwa wenn Passanten angepöbelt werden. Wesentlich mehr Möglichkeiten habe die Grundstücksgesellschaft HRG, die als Eigentümerin der Passarelle ihr Hausrecht ausüben und die Trinker des Platzes verweisen könnte.

HRG-Geschäftsführer Thomas Heinemann schlägt indes einen anderen Weg vor. Er hält es für moralisch bedenklich, eine Personengruppe einfach zu vertreiben. „Die Szene wandert dann woanders hin, und das Problem verlagert sich bloß“, sagt er. Heinemann will Gastronom Kader stattdessen ein Angebot unterbreiten: „Der Gastronom kann eine Außenfläche vor seinem Café anmieten und somit für mehr Kundenverkehr sorgen“, sagt der HRG-Chef. Die Belebung des Areals durch die Gäste erhöhe die soziale Kontrolle, sodass die Trinkergruppe in die Schranken gewiesen werde, meint er.

Ob diese Rechnung aufgeht, bleibt zweifelhaft. „Die Trinker machen es sich auf den Palmenkübeln vor meinem Café gemütlich“, erzählt Kader. Seine Aufforderung, das dekorative Arrangement zu verlassen, werde ignoriert. Bei Regenwetter drängelten sich die Zecher unter dem Dach vor seiner Bar. Zudem lasse die Sauberkeit des Platzes zu wünschen übrig.

Dem stimmt auch HRG-Chef Heinemann zu, obwohl er betont, dass durchschnittlich alle drei bis vier Stunden ein Reinigungswagen über den Platz kurvt. „Das getrunkene Bier muss aber entsorgt werden, leider oft irgendwo auf dem Platz“, sagt Heinemann. Besserung verspricht er sich von dem Bau einer kostenlosen Toilette vor dem Eingang zur U-Bahnstation. Die Stadt hatte bisher aus Kostengründen ein neues WC am Raschplatz abgelehnt, jetzt aber deutet alles darauf hin, dass die Toilette doch noch entsteht.

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