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Aus der Stadt Ärger um Ampelphasen vor EAG in Hannover
Hannover Aus der Stadt Ärger um Ampelphasen vor EAG in Hannover
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13:12 16.06.2011
Von Andreas Schinkel
Wenn Passanten zum ECE in Hannover wollen, sehen sie meist Rot: Die Ampel an der Kurt-Schumacher-Straße hat eine kurze Grünphase. Quelle: Michael Thomas
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„Mit meinem Rollstuhl schaffe ich es nur, ein Drittel der Fahrbahn zu überqueren, dann schaltet die Ampel schon wieder auf Rot“, erzählt eine 53-jährige Leserin. Zwar wisse sie, dass eine sogenannte Räumzeit einkalkuliert ist, also die Autos nicht sofort anfahren, wenn die Fußgängerampel auf Rot umspringt, aber ein Unsicherheitsgefühl bleibe bestehen.

Tatsächlich klafft die Dauer von Rot- und Grünphasen zum Teil erheblich auseinander. Nach einer stichprobenartigen Messung dieser Zeitung beträgt die Wartezeit bis zu zwei Minuten und zehn Sekunden, je nachdem, wie viele Busse und Bahnen noch über die Kreuzung geschleust werden. Denn hier wie auf allen Kreuzungen im Stadtgebiet gilt die Vorrangschaltung für den öffentlichen Nahverkehr. Jedoch bilden sich während der langen Wartezeit ganze Menschentrauben auf beiden Seiten der Kurt-Schumacher-Straße, also vor Saturn auf der einen und dem ECE auf der anderen Seite. Schaltet die Ampel auf Grün, bleibt den Fußgängern manchmal nur 16 Sekunden Zeit für den Überweg. Der städtische Seniorenbeirat sieht darin kein Problem, die Zeitspanne reiche aus, heißt es.

In Spitzenzeiten, so haben Darmstädter Verkehrsplaner vor zwei Jahren ausgerechnet, laufen bis zu 7000 Fußgänger pro Stunde über die Straße vor der Einkaufsgalerie des Betreibers ECE. Wartezeiten von mehr als zwei Minuten seien unter solchen Bedingungen nur als „mangelhaft“ zu bewerten, urteilten damals die Verkehrsplaner.

Die Stadt betont, im November 2010 die Ampelschaltung für Fußgänger verbessert zu haben. Eine Wartezeit von einer Minute und 45 Sekunden sollte nicht überschritten werden, sagte Tiefbauamtschef Peter Freiwald damals. Diese Dauer kann nach Messungen dieser Zeitung tatsächlich eingehalten werden, aber nur, wenn nicht allzu viele Busse und Bahnen die Kreuzung überqueren. „Wir beobachten den Bereich weiterhin und prüfen, ob noch an Stellschrauben gedreht werden kann“, sagt Stadtsprecher Klaus Helmer jetzt. An der Vorrangschaltung für den öffentlichen Nahverkehr wollen die Mehrheitsfraktionen im Rat, SPD und Grüne, aber nicht rütteln. „Das steht auch auf der Kurt-Schumacher-Straße nicht zur Diskussion“, sagt SPD-Baupolitiker Thomas Hermann. Dennoch hält er die Kreuzung für „optimierungsfähig“, wie er es formuliert.

„Die Taktzeiten sollten noch einmal überprüft werden“. Im Grunde seien die Probleme vor der Einkaufspassage dauerhaft nur dadurch zu lösen, dass das Verkehrsaufkommen reduziert wird. „Mir wäre es am liebsten, die Stadtbahn dort zu entfernen“, sagt Hermann.

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