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Aus der Stadt Ärger um hohe Portokosten für Müllgutscheine
Hannover Aus der Stadt Ärger um hohe Portokosten für Müllgutscheine
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00:15 26.09.2016
Von Mathias Klein
Werden per Einschreiben verschickt: Die Müllgutscheine von aha für die Bewohner in der Region. Quelle: Surrey (Archiv)
Hannover

Der Verband Haus- und Grundeigentum Hannover prangert die hohen Portokosten an. „Das ist eine große Ungerechtigkeit, die nicht weiter geduldet werden kann“, sagt Verbandschef Rainer Beckmann. Jeder Brief kostet 3,50 Euro Einschreibegebühr - insgesamt entstehen so allein für das Porto Kosten von 85.000 Euro.

Die Müllentsorgung ist seit Jahren ein Streitthema. In Hannover wird der Restmüll ausschließlich in Tonnen entsorgt, im Umland hat sich ein Teil der Haushalte für Tonnen entschieden, ein Teil entsorgt den Restmüll weiter im Plastiksack. Hauseigentümerlobbyist Beckmann findet: „Wer die Kosten verursacht, muss bezahlen.“ Es dürfe nicht sein, dass Aha einfach das hohe Porto für Sackentsorger auf alle Gebührenzahler verteile. Umgekehrt dürften auch Sacknutzer nicht mit Sonderkosten von Tonnennutzern behelligt werden.

Im vergangenen Jahr hatte Aha den Versand der Sackgutscheine umgestellt. Anlass war massiver Missbrauch der Gutscheine: Offenbar hatten viele Empfänger angegeben, dass ihre Gutscheine auf dem herkömmlichen Postweg verloren gegangen sein. Aha hatte dann aus Kulanz neue ausgestellt - doch später tauchten in Internetbörsen zahlreiche Müllsäcke zu Spottpreisen auf. Im Umland sind die Kosten für die Restmüllsäcke faktisch Teil des Gebührensystems - wer zu wenig bestellt hat, muss teuer nachordern. Da bringen große Mengen angeblich verlorener und kostenfrei ersetzter Sackgutscheine den Gebührenhaushalt durcheinander. Um vorzubeugen, verschickt Aha jetzt Gutscheine ab einem Wert von 150 Euro als Einschreiben.

Zu den Portokosten von 85 000 Euro kommen Verwaltungskosten von 22.000 Euro für den Versand. Für die Herstellung der Restabfallsäcke für ein Jahr muss der Abfallwirtschaftsbetrieb 260.000 Euro zahlen.

Den Vorwurf der Ungleichbehandlung zwischen Sack- und Tonnennutzern weist Aha zurück. Die Kosten der Behälter- und der Sackabfuhr müssten von allen Gebührenpflichtigen gleichermaßen getragen werden, sagt Unternehmenssprecherin Helene Herich. Genauso verhalte es sich beispielsweise mit der Gebühr für ein weit entfernt liegendes Grundstück, bei dem die Entsorgung mit einem höheren Aufwand verbunden sei, erläutert sie. „Diese Grundstücke zahlen die gleiche Gebühr wie das Grundstück unmittelbar neben einer Betriebsstätte von Aha.“ Juristisch sei die Regelung einwandfrei.

Zufrieden ist man bei Aha mit der Regelung aber offenbar nicht. Das Unternehmen suche nach Alternativen zum Postversand der Gutscheine. Detaillierte Angaben dazu macht Herich nicht.

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