Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Ärger um laute Saufgelage am Gartenfriedhof
Hannover Aus der Stadt Ärger um laute Saufgelage am Gartenfriedhof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:33 30.08.2010
Ruhe nur im Regen: Am Montag war der Gartenfriedhof leer – sonst aber sei der Lärmpegel oft unerträglich, sagen Anwohner. Quelle: Michael Thomas

Eigentlich, sagt ein Anwohner, sei das Warmbüchenviertel in Mitte der perfekte Stadtteil. Zum Kröpcke ist es nicht viel weiter als ein Steinwurf, zentral wohne man hier und doch irgendwie kleinstädtisch. Kein Wunder, sagt der Mann, dass in den Neubauten an der Arnswaldstraße „einflussreiche Menschen“ wohnten. „Hohe Beamte, Assessoren, Leute aus der Wirtschaft.“ Das Warmbüchenviertel ist eine exklusive Wohngegend – auch daraus bezieht der Zwist um Saufgelage auf dem aufgelassenen Gartenfriedhof an der Marienstraße seine Brisanz.

Schon lange, sagt ein Anwohner, sei der Park rund um den Friedhof mitsamt einem Spielplatz Treffpunkt für eine zweifelhafte Klientel. „Früher war das hier ein Drogenumschlagplatz“, sagt er. Das an sich war schlimm genug, doch immerhin war es leise. „Seit zwei Jahren aber hat sich die Lage verändert – jetzt wird dort drüben pausenlos gegrölt und randaliert.“

Wie genau das vor sich geht, haben zwei Anwohner des Friedhofs der Stadtverwaltung jetzt auf drei Din-A-4-Seiten geschildert. In dem Schreiben ist von einer „Personengruppe“ die Rede, die sich täglich auf dem Friedhof trifft – und zwar von den frühen Morgen- bis in die Abendstunden.

„Neben einem übermäßigen Alkoholkonsum können Zeugen belegen, dass es unter anderem regelmäßig zu Sexualkontakten, Drogenkonsum und aggressiven verbalen sowie körperlichen Auseinandersetzungen kommt“, schreiben die Verfasser. Häufig säßen die Randalierer auf den Grabsteinen, mitunter urinierten sie darauf. „Ein Aufenthalt auf dem Balkon ist zu dieser Zeit nicht möglich.“ Anwohner berichten, sie verließen häufig tagsüber das Haus – nur, um dem Lärm von gegenüber auszuweichen.

Die zahlreichen Polizeieinsätze zeigten höchstens kurzfristig Wirkung. Die Polizei bestätigt mehrere Einsätze, bei denen die Beamten Platzverweise ausgesprochen hätten. Dabei hätten die Beamten verschiedene Gruppen angetroffen. Gespräche zwischen Anwohnern und dem Stadtbezirksmanagement der Verwaltung hat es schon gegeben – und erste Maßnahmen seien auch schon ergriffen, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Regelmäßig schauten sogenannte Parkranger nach dem Rechten, auch Streetworker täten dies.

Mit den Anwohnern hat man sich vor einiger Zeit darauf geeinigt, nach zwei bis drei Monaten zu überprüfen, ob diese Maßnahmen Linderung bringen. „Das ist für uns als Anwohner allerdings keine Alternative“, schreiben die Nachbarn. „Die Aufkündigung dieser Verabredung macht uns die Sache natürlich schwer“, sagt Kalmus.

Sie legt Wert auf die Feststellung, dass die Stadt versuche, beiden Seiten gerecht zu werden – dazu aber brauche es vonseiten der Anwohner Geduld. Die Anwohner wiederum betonen, dass es ihnen wichtig sei, ein „Betreuungskonzept“ für die unliebsamen Spielplatzbesucher zu schaffen. „Es geht nicht darum, sie irgendwo hin zu vertreiben“, sagt einer der Autoren des Schreibens.

Felix Harbart

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Polizei Hannover hat in der vergangenen Woche bei einer umfassenden Verkehrskontrolle zahlreiche Verstöße festgestellt. Von den mehr als 10.000 Verkehrsteilnehmern, die im Bereich der Polizeidirektion Hannover überprüft wurden, waren rund 750 zu schnell unterwegs.

30.08.2010
Aus der Stadt Lesung „Reden statt Pattensen“ - 2010: Rückschau mit Janssen und Brauer

Es ist der erste Jahresrückblick auf das beste 2010 aller Zeiten. In ihrer Aktivlesung „Reden statt Pattensen“ behandeln die HAZ-Kolumnisten Uwe Janssen und Bruno Brauer Auf- und Abregerthemen wie FDP und Google Peep View.

30.08.2010

Ins Grün kommt Bewegung! Zu wenig junge Familien und Sprachprobleme mit den Nachbarn: Auf einer Tagung in Hannover diskutieren Fachleute über das Kleingartenwesen.

29.08.2010