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Ärger um verhüllten Maschsee-Pavillon

Denkmal mit Plastikfolie Ärger um verhüllten Maschsee-Pavillon

Viele Hannoveraner stört die Plastikverhüllung des Pavillons am nördlichen Ufer des Maschsees. Auch die Stadt, Eigentümerin des Maschsee-Wahrzeichens, ist mit dem Zustand unzufrieden und nimmt den Pächter, den Immobilienverein Haus & Grundeigentum, ins Gebet.

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Ein Bierzelt mit historischem Dach? Plastikplanen verhüllen den denkmalgeschützten Pavillon am Nordufer des Maschsees.

Quelle: Thomas

Hannover. Nur das Dach mit der goldenen Figur schaut hervor, der Rest des Maschsee-Pavillons ist von Plastikplanen verdeckt. An dieser Verhüllung des markanten Gebäudes am Nordufer stoßen sich derzeit Ratspolitiker und Stadtverwaltung. „Ein solches Kleinod darf man nicht in Folie einwickeln“, ärgert sich FDP-Ratsherr Wilfried Engelke. Mit den Stahlgerüsten, die das Rondell einrahmen, und den daran befestigten Planen erwecke das Gebäude den Eindruck einer Baustelle. „Ich will den Pavillon endlich wieder zu Gesicht bekommen“, fordert Engelke. Auch die Stadt, Eigentümerin des Maschsee-Wahrzeichens, ist mit dem Zustand unzufrieden und nimmt den Pächter, den Immobilienverein Haus & Grundeigentum, ins Gebet. Man sei in „sehr ernsthaften Gesprächen“, heißt es vonseiten der Verwaltung. „Wir bemühen uns, einen Weg zu finden, wie der Pavillon seinem ursprünglichen Charakter wieder näher kommt“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser.

Aus Kreisen der Ratspolitik und der Gastronomieszene ist zu erfahren, dass die Verwaltungsspitze den Pavillon im kommenden Jahr wieder in Eigenregie führen will. Zur Diskussion steht auch, dort wieder Konzerte zu veranstalten und im Gegenzug den gastronomischen Betrieb zurückzufahren. Zurzeit vermietet Haus & Grundeigentum den Pavillon für 200 Euro pro Tag an Festgesellschaften.

Haus & Grundeigentum beteuert, die Plastikplanen würden nach dem Maschseefest Mitte August wieder entfernt. „Wir haben den Pavillon zum einen aus Sicherheitsgründen eingehüllt, zum anderen um unsere Gäste vor Wind und Wetter zu schützen“, erklärt der Chef des Vereins, Rainer Beckmann. Denn nachts hätten oft ungebetene Besucher die Plattform erklommen und dort ihr Unwesen getrieben. Zudem pfeife ein kräftiger Wind durch die Säulen des Rondells, da sei ein Schutz für die Feiernden unerlässlich. „Dann sollen sich die Gäste etwas Warmes anziehen“, hält Engelke dagegen.

Die malerische Aussichtsterrasse gleich gegenüber dem Courtyard Hotel erfreut sich offenbar großer Beliebtheit. „Wir sind für die kommenden Wochen ausgebucht“, sagt Beckmann. Parteien wie FDP, CDU und Grüne, aber auch die Üstra haben schon zum Empfang mit Blick auf den Maschsee geladen. „Aufgeregt hat sich noch keiner über die Plastikplanen“, sagt Beckmann.

Die Idee, den Pavillon in eine Art Bierzelt zu verwandeln, hatte nach Angaben Beckmanns das Cateringunternehmen Diedloff. Schon im vergangenen Jahr befestigte Diedloff Folien rund um den Bau, aber nur für die Zeit des Maschseefestes, wie Beckmann betont. Der Caterer ist im Auftrag von Haus & Grundeigentum für den Betrieb des Pavillons verantwortlich.

Der Chef des Immobilienvereins kann die Aufregung nicht verstehen. Er ruft in Erinnerung, dass sein Unternehmen viel Geld investiert hat, um den Glanz des Bauwerks zu erhalten. „Im vergangenen Jahr haben wir 35 000 Euro in die Grundsanierung des Fußbodens gesteckt“, sagt er. Es war nicht die erste Investition. Vor fast zehn Jahren übernahm Haus und Grundeigentum die Patenschaft für den Pavillon und ließ das damals marode Bauwerk für 50 000 Euro renovieren. Damals habe die Stadt das Geld nicht aufbringen können und sei froh über die Hilfe gewesen, erinnert sich Beckmann.

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